Grüne wollen Frauenquote in halleschen Aufsichtsräten

17. Mai 2015 | Politik | 2 Kommentare

In den Aufsichtsräten der städtischen Gesellschaften sollen künftig mindestens 30 Prozent Frauen sitzen. Das fordern die Grünen in einem Antrag im Stadtrat. Eingeführt werden soll die Quote in den kommenden fünf Jahren.

„Entsprechend dem Frauenfördergesetz des Landes Sachsen-Anhalt ist darauf hinzuwirken, dass eine hälftige Besetzung von Frauen und Männern in Gremien wie Beiräten, Verwaltungs- und Aufsichtsräten geschaffen wird“, so die Grüne Fraktionsvorsitzende Inés Brock. „Die Stadt Halle schafft es bisher leider nicht einmal annähernd, die gesetzlich geforderte paritätische Besetzung zu erreichen.“ Brock verweist auf den Bundestag. Dieser hatte beschlossen, dass ab 2016 30 % der Aufsichtsratsposten in den 108 größten, voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten deutschen Unternehmen mit Frauen besetzt werden müssen.

Davon ist Halle weit entfernt. Bei der GWG Halle-Neustadt mbH und der HAVAG sind es nur 11,1 % Frauen, bei der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (22,2 %) und der EVH GmbH sogar nur 0%. Etwas besser ist die Situation in den Betriebsausschüssen. Im Betriebsausschuss des Eigenbetriebes Kindertagesstätten liegt die Frauenquote mit 55,6 % am höchsten, es folgen die Zoologische Garten Halle GmbH mit 33,3% und die Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH mit 33%.

Die Aufsichtsräte speisen sich unter anderem aus Stadträten. Doch auch hier stellt das weibliche Geschlecht die Minderheit. Nur 16 der 56 Räte sind Frauen. In der CDU/FDP-Fraktion sind gerade einmal zwei der 26 Räte weiblich, bei der SPD 1 von 11. Bei den Linken sind es 7 von 15, Grüne 3 von 6 sowie Mitbürger/Neues Forum 2 von 3.

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