Grüne kritisieren Vertagung der Umbenennung der Abderhalden-Straße

6. Dezember 2013 | Politik | 1 Kommentar

Mit einer Mehrheit aus CDU, FDP und Linken hat der Kulturausschuss der Stadt Halle (Saale) eine Entscheidung zur Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße vertagt. Sie wollen erst ein Gutachten abwarten. Das stößt bei den Grünen auf Kritik.

„Wir sind es der Öffentlichkeit schuldig, im Fall der Umbenennung der Emil-Abderhalden-
Straße eine Entscheidung zu treffen“, so kommentiert die Stadträtin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Inés Brock, die erneute Vertagungsentscheidung. „Das angekündigte wissenschaftliche Gutachten wird uns die zu fällende Entscheidung nicht abnehmen. Dort wird nicht stehen „er war ein guter Mensch“, sondern es wird eine quellengesicherte historisch differenzierte Bewertung der Leopoldina über einen ihrer Präsidenten geben.“

„Wenn dann ein neuer Stadtrat im Herbst 2014 entscheiden sollte, sind die Kopfbögen des neuen Geisteswissenschaftlichen Zentrums gedruckt und die Anschrift, die die Professoreninitiative und der Rektor der Martin-Luther-Universität vermeiden wollte, ist in der Welt. Hätte man den Mut besessen bereits im Mai 2010 – als unser Antrag zur Umbenennung gestellt wurde – zu entscheiden, wäre die ganze Aufregung jetzt nicht nötig gewesen.“ so Dr. Brock weiter zur Positionierung der Mehrheit des Kulturausschusses. „Selbst ein Kompromissvorschlag der SPD-Stadtratsfraktion, bei der alle ihr Gesicht gewahrt hätten, die Straße zu teilen und einen Abschnitt neu zu benennen, konnte keine Mehrheit finden. Nun müssen die Fraktionen von CDU, DIE LINKE. und FDP sich vorwerfen lassen, sich vor der politischen Verantwortung zu drücken.“

Die Grünen wollen die Emil-Abderhalden-Straße umbenennen, weil der Namensgeber ihrer Ansicht nach ein Rassist und Unterstützer des Nazi-Regimes war. Eine Professoreninitiative hatte ebenfalls eine Umbenennung gefordert.

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