Festveranstaltung 25 Jahre Sachsen-Anhalt, Proteste am Rande gegen Merkel

1. Oktober 2015 | Politik | 9 Kommentare

Sachsen-Anhalt feiert am Donnerstagabend sein 25-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Händelhalle. Als Rednerin wird hierzu auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. An der Veranstaltung nehmen unter anderem auch der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, und Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand teil. Etwa 800 Gäste sind geladen.

„Die Wiedervereinigung brachte Freiheit und Einheit für alle Menschen in Deutschland. Ließe sich auch sonst über diesen 3. Oktober 1990 nichts sagen: Allein das würde ihn zu einem ganz großen und stolzen Tag unserer Geschichte machen“, sagte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung zog er eine positive Bilanz: „Hinter uns liegt eine enorme Aufbauleistung. Der Aufbau Ost war kein schlichter Nachbau West. Für die weitaus meisten Menschen in Sachsen-Anhalt haben sich die Lebensbedingungen nach anfänglich harten Jahren im letzten Vierteljahrhundert dramatisch verbessert. Der Sprung von Marx zum Markt, von einer sozialistischen Planwirtschaft zu einer freiheitlichen Marktwirtschaft gelang – trotz Deindustrialisierung und eines enormen Modernisierungsdrucks.“ Haseloff hob hervor: „Nicht nur Deutschland hat seine zweite Chance genutzt. Auch Sachsen-Anhalt hat sie genutzt. Darauf können die Menschen in unserem Bundesland stolz sein. Für Sachsen-Anhalt war der 3. Oktober 1990 eine Wiedergeburt. Nach abermals 25 Jahren wollen wir eine der modernsten Regionen Europas, ein Zugpferd unter den deutschen Ländern sein. Dafür lohnt es sich zu arbeiten.“ Mit Blick auf die Flüchtlingskrise sagte er: „Wir brauchen ein Europa der Solidarität, nicht der Ausgrenzung und Abschottung.“

Kanzlerin Merkel sagte, es gebe guten Grund zum Feiern. 25 Jahre Sachsen-Anhalt und 25 Jahre vereintes Deutschland. „Deutschland ist heute ein anderes Land als 1990. Ein Land, in dem es sich in Ost und West gut leben lässt.“ Die Deutschen hätten erfahren, dass nichts so bleiben müsse wie es ist. Mit dem Mauerfall habe sich das Tor zur Freiheit und mehr Selbstbestimmung, neuen Chancen, neuem Leben und wirtschaftlichem Aufschwung geöffnet. Die Startbedingungen gerade in wirtschaftlicher Sicht seien für Sachsen-Anhalt nicht einfach gewesen. Der Neuanfang habe neben großen Chancen auch große Probleme mit sich gebracht, sagte Merkel und wies auf die vielen Entlassungen nach der Wende hin. Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit hätten den Aufschwung gebracht, so die A14 zwischen Halle und Magdeburg. Die wirtschaftliche Entwicklung sei gut vorangegekommen, die Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich spürbar verbessert, die Lebensqualität sei gut. Sachsen-Anhalt sei „ein lebenswertes Land.“ Dies werde auch darin deutlich, wie Rückschläge gemeistert wurden, wie die beiden Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013. Merkel thematisierte auch die Flüchtlingskrise. 60 Millionen Menschen weltweit seien auf der Flucht. Die Bewältigung sei keine deutsche oder europäische Aufgabe, sondern eine globale. Es sei nötig, die Fluchtursachen zu beseitigen. Eine Lösung sei nur mit Russland nötig. Daneben müsse Europa seine Außengrenzen schließen. Wichtig seien auch die Verbesserungen der Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern ind Jordanien und der Türkei. Wer aus wirtschaftlichen Gründen komme, müsse das Land verlassen um sich auf die zu konzentrieren, die vor Kriegen flüchten.

Am Hallmarkt versammelten sich gegen 17 Uhr etwa 20 Personen, um gegen die Politik Merkels zu protestieren.

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