FDP kämpft gegen Tauben und streunende Katzen

13. Oktober 2012 | Politik | 4 Kommentare

Ein halbes Jahr ist es her, da hatten Tierschutzvereine in Halle (Saale) Alarm geschlagen. Weil nämlich die Stadt wegen der angespannten Haushaltslage keine Gelder für die Katzenkastration auszahlte, sagten die Vereine der Stadt eine Katzenplage voraus. Dazu ist es noch nicht gekommen. Doch die FDP will vorbeugen.

Die Partei will, dass die Stadt im Rahmen der Gefahrenabwehrverordnung eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für die Vierbeiner prüft. „Die unkontrollierte Vermehrung wild lebender Hauskatzen führt zu ihrer Verelendung, zu Krankheiten und Seuchen. Darunter leiden in erster Linie diese Katzen selbst“, mahnt der Fraktionsvorsitzende Gerry Kley an. Daneben seien Tierheime überfüllt und nicht der geeignete Platz für diese Tiere, die sich nicht vermitteln lassen. 700 Katzen landen pro Jahr in den Tierheimen der Stadt, 90 Prozent von ihnen sind nicht kastriert.

Auch die halleschen Tierschutzvereine, die sich durch Kastrationsaktionen verwilderter Katzen freiwillig des Problems angenommen haben, werden durch die Mittelkürzungen seitens der Stadt dem Problem nicht mehr Herr und die Stadt wird in absehbarer Zeit vor noch größeren Problemen stehen. Da eine bundesweite Regelung weiter auf sich warten lässt, sind die Kommunen gefordert, sich des Katzenproblems anzunehmen. „In anderen Städten, wie Paderborn, Bremen, Hildesheim, Gütersloh und Leverkusen wurde das Problem erkannt und im Rahmen der Gefahrenabwehrverordnung geregelt“, so Kley.

Als erste deutsche Stadt hat Paderborn ein Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen eingeführt. Seit 2008 müssen dort alle frei laufenden Katzen und Kater ab dem fünften Lebensmonat kastriert und durch Tätowierung oder Mikrochip gekennzeichnet sein. Kley sieht in dieser Variante auch eine Lösung für Halle. So seien die Tiere einem Besitzer zuzuordnen und könnten nicht zur Vermehrung wild lebender Katzen beitragen. Ausnahmen sieht Kley für Züchter vor, wenn diese glaubhaft vermitteln können, dass sie sich um den Nachwuchs kümmern.

Doch auch das Taubenproblem mit einer unkontrollierten Vermehrung und Krankheiten will die FDP angehen. Schließlich seien die die Hinterlassenschaften gesundheitsgefährlich, beschädigen außerdem Gebäudesubstanz. Abwehrmittel wie Stahlnägel würden das Problem laut Kley nur verlagern. „Die Stadt Augsburg ließ Taubenschläge errichten, in denen die Tiere brüten können. Mitarbeiter tauschen die Taubeneier gegen Attrappen aus. Die Population nimmt dadurch ab“, führt Kley an. Ebenfalls eine Lösung für die Saalestadt, findet er. Die Schädlingsbekämpfungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt habe verwilderte Haustauben als Schädlinge im Sinne der Verordnung eingestuft, so dass dies kein Problem darstellen dürfte. „Aus Tierschutz- und öffentlichen Hygienegründen besteht zwingender Handlungsbedarf“, meint Kley.

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