Diaby teilt Empörung zu Spiegel-Artikel

4. April 2013 | Politik | 2 Kommentare

Ein Artikel im Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ lässt Halle (Saale) nicht zur Ruhe kommen. Die Zeitschrift deklariert die Saalestadt als rechtsextreme Hochburg.

„Die empörten Reaktionen auf den Artikel kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich teile die Empörung, denn Halle wird auf ein Thema reduziert. Aus meiner Sicht hat sich der Redakteur eines Zahlenmaterials bedient, das nicht repräsentativ für die Stadt ist und das plakativ auf leider noch immer vorhandene Klischees von Ostdeutschland zurückgreift“, erklärt Karamba Diaby. Der SPD-Direktkandidat ist Auslöser für den Artikel. Denn „Der Spiegel“ bezeichnete seine Kandidatur als Experiment. „Dass der Schwerpunkt des Artikels so stark auf das Thema Neonazismus zielt, war so nicht abzusehen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten habe ich die wörtlichen Zitate des Artikels autorisiert. Entgegen einiger Äußerungen in der Öffentlichkeit lag es aber nicht in meiner Hand, welche Schlüsse der Autor aus unserem Gespräch und seinem kurzen Aufenthalt in Halle zieht. Mein Unbehagen über das Bild, das der Artikel von Halle gezeichnet hat, habe ich dem SPIEGEL-Redakteur persönlich mitgeteilt“, so Diaby.

Über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit als gesamtgesellschaftlichem Phänomen äußert sich Diaby: „Was mir jetzt wichtig erscheint, ist, dass wir uns nicht in Zahlenspielen und Sonntagsreden verlieren. Hinter der Formel „Halle ist weltoffen und tolerant“ dürfen wir uns nicht verstecken“, macht der Politiker klar. „Weltoffenheit und Toleranz sind keine Selbstverständlichkeiten. Jeden Tag aufs Neue muss die Zivilgesellschaft gegenüber Fremdenfeindlichkeit, Alltagsrassismus sowie Ausgrenzung von Minderheiten und Benachteiligten sensibel sein und, wenn es geboten ist, Gesicht zeigen. Die Phänomene Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nur auf den rechten Rand unserer Gesellschaft zu begrenzen, greift zu kurz.“ Diaby sieht es als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, diesen Phänomenen Einhalt zu gebieten. Initiativen wie „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“ würden hierfür einen wichtigen Beitrag leisten. „Gemeinsam müssen wir, die Bürgerinnen und Bürger immer dann aufstehen und in Halle Flagge zeigen, wenn Neonazis versuchen, Straße und Plätze in unserer Stadt zu besetzen. Wenn wir das tun, füllen wir die Parole einer weltoffenen und toleranten Stadt mit Leben.“

Zu seinem weiteren Wahlkampf sagte Diaby: „In den kommenden Wochen und Monaten geht es mir daher vor allem darum, die Inhalte und Themen in den Vordergrund zu stellen, die mir als Sozialdemokrat wichtig sind. Der sozialdemokratische Ansatz der Chancengerechtigkeit, die gesellschaftliche und soziale Teilhabe aller, soll dabei im Mittelpunkt stehen. Mein eigener Werdegang zeigt, dass Bildung der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe ist.“

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