Demo gegen Rassismus und Rechtsextremisten im Stadtteil Silberhöhe

22. März 2015 | Politik | 17 Kommentare

Im halleschen Stadtteil Silberhöhe wurde am Sonntag gegen Rassismus demonstriert. Etwa 250 Teilnehmer haben sich am Gesundheitszentrum versammelt, darunter Landtagsabgeordnete, Stadträte und Oberbürgermeister Bernd Wiegand.

Zu der Veranstaltung in dem Plattenbauviertel unter dem Motto “Everybody’s welcome” hatte “Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage” aufgerufen. Anlass ist ein geplanter Aufmarsch von Rechtsextremisten unter dem Motto „Asylflut stoppen“.

Die Grüne Landtagsabgeordnete Claudia Dalbert sagte, „die braunen Brigaden greifen uns alle an, weil sie das Land angreifen.“ Sie erinnerte daran, dass zu DDR-Zeiten viele Flüchtlinge ein neues zuhause im Westen gefunden. In Sachsen-Anhalt seien weniger als ein Prozent Ausländer. „Da sage ich: das Boot ist nicht voll. Willkommen in Sachsen-Anhalt.“ Zuwanderung sei nötig wegen des drohenden Fachkräftemangels.

Die Bundestagsabgeordnete Petra Sitte (Die Linke) sagte, „wir wollen solidarisch sein mit Leuten, die hier her kommen.“ Sie erinnerte daran, dass die Nazis neben Juden auch Sinti und Roma verfolgt haben. Von Überfremdung zu reden sei lächerlich. Im Artikel 1 des Grundgesetz heiße es, die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie könne nicht verstehen, dass sich Menschen im Viertel vor den braunen Karren spannen lassen.

Worte an die Demonstranten richtete auch Superintendent Hans-Jürgen Kant. Er zeigte sich dankbar, dass so viele Menschen ein Zeichen für Mitmenschlichkeit setzen.

„Wir müssen ein Zeichen setzen gegen rechte Hetze“, sagte der Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby (SPD). Er kritisierte auch gezielt durch Nazi-Seiten gestreute Falschinformationen, dass Asylbewerber mehr Geld bekommem als Hartz IV-Empfänger.

Gegen 16.25 Uhr setzte sich auch der Aufmarsch der Rechtsextremisten, für den NPD-Mann Rolf Brückner stark geworben hatte, mit laut Polizei etwa 100 Teilnehmern in Bewegung. Mit Reichsflaggen und Sprüchen wie „Frei, Sozial, National“ zogen sie durchs Viertel. Aus Fenstern des Stadtteils wurden NPD-Fahnen geschwenkt. In Sprechchören wurde „Wir wollen keine Asylantenheime“ gerufen. Die meisten Teilnehmer und Redner wurden dabei aus Sachsen und Thüringen rangekarrt, so die Bautzener Stadträtin Daniela Stamm (NPD, Die Rechte) oder der verurteilte Straftäter Alexander Kurth aus Leipzig.

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