CDU bestimmt Kandidaten für die Stadtratswahl – Kampfkandidatur im Süden

22. Februar 2014 | Politik | 2 Kommentare

Die CDU hat am Samstag ihre Listen für die Stadtratswahl am 25. Mai festgelegt. Als Spitzenkandidaten in den einzelnen Wahlbereichen gehen ins Rennen:


Andreas Schachtschneider in Neustadt, Annegret Bergner im Norden der Stadt, Bernhard Bönisch in der nördlichen Innenstadt, Andreas Scholtyssek in der Altstadt und Ulrike Wünscher in der Südstadt. Dabei gab es um den Listenplatz 1 in der Südstadt Auseinandersetzungen. Ein Teilnehmer machte den Vorschlag, Christian Glüse auf Listenplatz 1 zu setzen. Das fand aber keine Mehrheit. Bei 101 abgegebenen Stimmen gab es 4 Enthaltungen, 34 Stimmen für Glüse und 63 für Wünscher. Der Kreisvorsitzende Marco Tullner kritisierte das Vorgehen und greift Roland Hildebrandt an, dieser stecke hinter der Kampfkandidatur. Dabei habe dieser bei der Aufstellung der Kandidatenlisten mitgearbeitet. Tullner warb für Wünscher, diese sei Leistungsträgerin in Fraktion und Partei. Es sei legitim, Gegenkandidaten aufzustellen, meinte ein CDU-Mitglied. „Sonst können wir gleich Einheitslisten aufstellen.“ Christoph Bergner warf Hildebrandt Wortbruch vor. Er finde dies schooflich, meinte Thomas Godenrath zu Hildebrandt. Dieser sei mit dem Vorschlag gekommen, nachdem er auf die Stadtratsliste gewählt wurde.

Zudem treten die ehemaligen Beigeordneten Ingo Kautz und Eberhard Doege an. Das sah der ehemalige Beigeordnete Wolfgang Heinrich kritisch, warf Kautz vor nur für sein Ego anzutreten. Er selbst sehe es als sein Aufgabe an, jüngere Leute zu unterstützen. Auch der frühere HAVAG-Vorstand Francois Girard, der Immobilien-Unternehmer Dirk Radde und der Chef der Reinigungsfirma Hermann&Tallig, Günter Hermann, wollen für die CDU in den Stadtrat. Beate Bechmann ist die Geschäftsführerin der Volksolidarität und will ebenfalls in den Stadtrat. Der frühere Stadtrat Gernot Töpper, der als Rechtsanwalt arbeitet, will es nach 5 Jahren ebenfalls versuchen. Die Vorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Olga Ebert, tritt für die Christdemokraten in Neustadt an. Mit dem gebürtigen Ukrainer Attila Bistriker und Bede Nwancha treten auch Migranten für die CDU an. Zudem will André Cierpinski, Sohn der Marathon-Legende Waldemar, den Sprung in den Stadtrat schaffen.

Raik Müller tritt nach eigenen Angaben aus beruflichen Gründen nicht wieder an.

Der 52-jährige Schachtschneider ist Vorsitzender des Neustädter Ortsverbandes und will sich insbesondere für eine Verbesserung des Brandschutzes an Kitas an Schulen stark machen. Bergner geht es insbesondere um kulturelle Bildung und Wissenschaft. Bönisch ist derzeit Fraktionsvorsitzender, sieht seinen Schwerpunkt in der Finanzpolitik. Scholtyssek sieht als wichtige Punkte die Wirtschaftspolitik und den kampf gegen die Umweltzone sowie eine Verbesserung des Hochwasserschutzes. Wünscher will sich insbesondere um die Kultur kümmern.

„Wir treffen eine wichtige Entscheidung für die Zukunft“, sagte der Kreisvorsitzende Marco Tullner zum Auftakt.

Die hallesche CDU hat aktuell 422 Mitglieder.

Im Rahmen des Parteitages wurde der Antrag gestellt, dass Kandidaten über 65 Jahre und Kandidaten die schon 3 Wahlperioden im Rat absolviert haben, nur die letzten Listenplätze erhalten. Diesen Antrag stellte der Ortsverband Dölau/Lettin, um jüngeren Kandidaten eine Chance zu geben. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Der Kreisverbandsvorsitzende Marco Tullner übte Kritik an Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Da Bild was Halle nach Außen abliefere habe Potential. Deshalb sei eine starke CDU-Fraktion nötig, um nicht nur Lösungsankündigungen zu präsentieren, sondern Lösungen. „Ich mache mir Sorgen, was im Rathaus abgeht.“ So hatte Wiegand in einer öffentlichen Beigeordnetenkonferenz Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes zusammengepfiffen und an den Pranger gestellt. „Das gabs im Mittelalter.“ In einer Demokratie sei dies ein inakzeptables Verhalten. „Wiegand macht keine verantwortliche Politik.“

Wahlbereich 1 (Neustadt):
1. Andreas Schachtschneider (99 Ja-Stimmen von 110)
2. Petra Tomczyk-Radji (72 Ja-Stimmen)
3. Gernot Töpper (86 Ja-Stimmen)
4. Beate Bechmann (76 Ja-Stimmen)
5. Olga Ebert (91 Ja-Stimmen)
6. Manfred Czok (98 Ja-Stimmen)
7. Helmut Herbrich (73 Ja-Stimmen)
8. Atilla Bistriker (75 Ja-Stimmen)

Wahlbereich 2 (Dölau / Heide Nord / Trotha):
1. Annegret Bergner (69 Ja-Stimmen von 108)
2. Christoph Bernstiel (99 Ja-Stimmen von 108)
3. Matthias Havranek (94 Ja-Stimmen von 108)
4. Axel Hesse (65 Ja-Stimmen von 108)
5. Dirk Radde (69 Ja-Stimmen von 108)
6. Klaus Bardo (76 Ja-Stimmen von 108)
7. Günter Herrmann (85 Ja-Stimmen von 108)
8. Eberhard Doege (76 Ja-Stimmen von 108)
9. Christoph Haredt (82 Ja-Stimmen von 108)
10. Mathias Ulmer (96 Ja-Stimmen von 108)
11. Ralf Lehmann (58 Ja-Stimmen von 108)

Wahlbereich 3 (Nördliche Innenstadt / Halle Ost):
1. Bernhard Bönisch (76 Ja-Stimmen von 109)
2. Roland Hildebrandt (61 Ja-Stimmen von 109)
3. Michael Sprung (83 Ja-Stimmen von 109)
4. Ralf John (85 Ja-Stimmen von 109)
5. Harald Bartl (86 Ja-Stimmen von 109)
6. Manuela Theuring (63 Ja-Stimmen von 109)
7. Christian Kenkel (91 Ja-Stimmen von 109)
8. Frank Segebarth (66 Ja-Stimmen von 109)
9. Axel Knapp (70 Ja-Stimmen von 109)
10. Bede Nwancha (91 Ja-Stimmen von 109)
11. Ingo Kautz (79 Ja-Stimmen von 109)
12. Francois Girard (63 Ja-Stimmen von 109)

Wahlbereich 4 (Altstadt / Lutherviertel):
1. Andreas Scholtyssek (82 Ja-Stimmen von 106)
2. Ulrich Peinhardt (82 Ja-Stimmen von 106)
3. Heike Wießner (82 Ja-Stimmen von 106)
4. Andre Cierpinski (86 Ja-Stimmen von 106)
5. Werner Misch (54 Ja-Stimmen von 106)
6. Lothar Dieringer (75 Ja-Stimmen von 106)
7. Stefan Schulz (77 Ja-Stimmen von 106)
8. Jürgen Busse (69 Ja-Stimmen von 106)
9. Roland Sessner (84 Ja-Stimmen von 106)
10. Mario Schaaf (86 Ja-Stimmen von 106)
11. Tobias Kühne (89 Ja-Stimmen von 106)

Wahlbereich 5 (Südstadt):
1. Ulrike Wünscher
2. Joachim Geuther
3. Michael Lämmerhirt
4. Frank Sänger
5. Julian Rosenberger
6. Maik Naumann

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