Parken auf Fußwegen: Radfahrerclub dagegen

20. Februar 2013 | Nachrichten, Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Die Proteste gegen die Freigabe von breiten Fußwegen zum Parken sorgen für immer mehr Proteste. Hintergrund sind ein Antrag der FDP-Stadtratsfraktion und Pläne der Verwaltung, im Paulus- und im Riebeckviertel überbreite Fußwege freizugeben.

Nach den Grünen protestiert nun auch der ADFC. „Statt auf die Chancen des nicht motorisierten Verkehrs für eine bessere Lebensqualität zu setzen und die PKW-Nutzung zu reduzieren und andere Fortbewegungsarten attraktiver zu machen, führt der Vorschlag, jetzt auch noch die Fußwege zuzuparken, zurück in die Stadtentwicklungsphilosophie der 70 er Jahre des letzten Jahrtausends“, so Halles Fahrradclub-Vorsitzender Volker Preibisch. „Noch mehr Platz für PKWs, die schon jetzt einen erheblichen Teil des öffentlichen Raums im Paulus- und Riebeckviertel okkupieren. Noch weniger Platz für Kinder, Fußgänger, Behinderte und Radfahrer.“

Preibisch verweist darauf, dass das Paulusviertel trotz desolater Pflasterstraßen, fehlender Radabstellmöglichkeiten und zugeparkten Straßen die höchsten Radverkehrsanteile in Halle aufzuweisen. „Das zeigt dass die Bevölkerung im Paulusviertel für neue Wege in der Verkehrspolitik aufgeschlossen ist“, ist Preibisch überzeugt.

Wer noch mehr Parkmöglichkeiten schaffe, trage zu einer erweiterten PKW-Nutzung bei. Dabei sei die Stadt Halle gerade in einem bundesweiten Fahrradklimatest, an dem über 400 Hallenser teilgenommen haben, nur auf Platz 27 von 38 Städten über 200.000 Einwohnern in Deutschland gelandet. „Dieser Wert ist auch ein Hinweis auf Einschränkungen der Lebensqualität. Lebensqualität ist auch ein Standortfaktor.“ Die erhöhe man nicht dadurch, in dem man Wohnviertel in Autoparkflächen verwandele und Kinder auf Restflächen (Spielplätze) verweise. „Dies sollte auch der Wirtschaftspartei FDP zu denken geben. Die drei Gewinnerstädte im Fahrradklimatest, Münster, Freiburg im Breisgau und Karlsruhe, die auch für ihre Anstrengungen den Umweltverbund zu stärken bekannt sind, haben deutschlandweit hohe Imagewerte aufzuweisen und sind außerdem ökonomisch erfolgreich.

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