Neues Proteinzentrum am Weinbergcampus: Gestaltungsentwürfe werden gezeigt

6. März 2013 | Nachrichten | 2 Kommentare

Am Weinberg Campus in Halle (Saale) entsteht ein neuer Forschungsbau der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ein Preisgericht hat nun auch einen Siegerentwurf für die Gestaltung des Proteinzentrums gekürt. Insgesamt haben 23 Büros ihre Beiträge eingereicht, sieben davon wurden prämiert. Alle Wettbewerbsarbeiten sind vom 08. bis 22. März 2013 auf dem Weinbergcampus im Biozentrum der MLU Halle Wittenberg zu sehen.

Für 38 Millionen Euro soll in diesem Frühjahr Baustart für das neue Proteinzentrum sein. Es soll neben den Instituten Biochemie, Chemie und Pharmazie entstehen. Laut Ausschreibung soll der viergeschossige Bau über eine Nutzfläche von 5.400 m² verfügen, davon entfallen rund 3.900 m² auf Labore und etwa 1.060 m² auf separate Büroräume. Die Räume müssen dabei mindestens vier Meter hoch sein, denn technische Großgeräte wie Kernspinresonanz- Spektroskope oder Nuklearmagnetresonanzspektrometer müssen schwingungsentkoppelt eingebaut werden. Das Land als Bauherr erwartet ein “System der optimierten Wege”. Im Vordergrund soll außerdem der Einsatz umweltschonender und Betriebskosten sparenderer Technologien stehen.

Die Fertigstellung für das Forschungszentrum, für das sich auch die gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern ausgesprochen hatte, soll im Jahr 2016 erfolgen. Tragen soll die Einrichtung den Namen „Charles-Tanford-Gebäude“. Damit will die Uni den unter dem Namen Karl Tannenbaum (1921-2009) in Halle geboren Wissenschaftler ehren. Die jüdische Familie emigrierte 1929 nach England und änderte dort ihren Familiennamen. Charles Tanford erhielt seine akademische Ausbildung in den USA und verbrachte dort sein gesamtes wissenschaftliches Leben. Er war einer der Pioniere der physikalischen Chemie von Proteinen und führte insbesondere grundlegende Arbeiten zur Stabilität der Proteinstruktur durch.

„Die Proteinbiochemie ist ein Forschungsschwerpunkt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Nach der Fertigstellung des Neubaus wird es hier die modernsten Voraussetzungen für die Forschung geben“, so Finanzstaatssekretär Jörg Felgner. „Heute steht immer stärker die Integrale Planung im Vordergrund. Das heißt, dass es insbesondere im Laborbau mit einem hohen betriebstechnischen Anteil und einer energieintensiven Nutzung wichtig ist, von Beginn an Gebäudeentwurf und Betriebstechnik aufeinander abzustimmen. Damit kann der künftige jährliche Energieverbrauch im Gegensatz zu herkömmlichen Neubauten deutlich gesenkt werden.“

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