Sanierung alter Bergwerksstollen im Harz

11. März 2021 | Natur & Gesundheit, Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Aus dem Mundloch des Schwefelstollens in der Ortslage Alexisbad bei Harzgerode ist Anfang März dieses Jahres Eisenhydroxidschlamm ausgetreten und hat sich auf einer Fläche von rund 150 Quadratmetern verteilt. Dabei wurde auch der beliebte ostharzer Selkewanderweg beeinträchtigt. Ursache ist aus Sicht des Landesamts für Geologie und Bergwesen (LAGB) die ungewöhnlich schnelle Schneeschmelze. Dadurch sei viel Wasser in den Stollen eingedrungen und habe Schlammablagerungen mobilisiert.

Das Wirtschaftsministerium und das LAGB stellten daher nun die Weichen für die Sanierung zweier alter Bergbaustollen im Landkreis Harz: Für die Sicherung des Hagentalstollens Gernrode und des Schwefelstollens Alexisbad wurden für die kommenden Jahre zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt rund 5,7 Millionen Euro beantragt.

Beide Stollen sind bereits vor mehreren Jahrzehnten stillgelegt worden und unterliegen daher nicht mehr der Bergaufsicht. Das LAGB ist deshalb ausschließlich für die Abwehr geotechnischer Gefahren wie Tagesbrüche oder Senkungen zuständig, die im konkreten Fall jedoch nicht gegeben sind. Mit Blick auf den Schutz von Mensch und Umwelt haben sich die Bergbehörde sowie das Wirtschafts- und das Umweltministerium jedoch darauf verständigt, dass das LAGB in diesem Einzelfall die Sanierung beider Stollen trotz fehlender Zuständigkeit unterstützen und fachlich begleiten soll.

Die nachhaltige Sicherung des Hagentalstollens Gernrode soll auf Grundlage der vom Landkreis Harz beauftragten und von der EU geförderten „Konzeptplanung Hagentalstollen“ erfolgen. Geplant ist, den Hagentalstollen mit einem doppelten Dammbauwerk bei ca. Stollenmeter 700 zu verschließen und das anfallende Grubenwasser kontrolliert im Bergwerk anzustauen, bis der prämontane hydraulische Zustand sich wieder einstellt.

Um festzustellen, ob und wie eine nachhaltige Sicherung des Schwefelstollens Alexisbad möglich ist, sollen nun außerdem umfangreiche Erkundungsmaßnahmen durchgeführt werden. Allerdings hatte das letzte Monitoring erst am 26. Februar 2021 stattgefunden und hatte man keinen dahingehenden Handlungsbedarf erkennen lassen.

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