Hitze: Eine unterschätzte Gefahr für Kinder und ältere Menschen

25. Juni 2024 | Natur & Gesundheit | 15 Kommentare

Heiße Tage und tropische Nächte nehmen weltweit zu. Besonders für Kinder und ältere Menschen können die hohen Temperaturen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Diese vulnerablen Gruppen sind bei Hitze besonderen Risiken ausgesetzt.

„Ältere und chronisch kranke Menschen haben ein großes Risiko, da sie hohe Temperaturen oft nicht gut wahrnehmen, ein vermindertes Durstgefühl haben oder in ihrer Mobilität und kognitiv eingeschränkt sind“, sagt Prof. Dr. Tino Prell, Direktor der Universitätsklinik für Altersmedizin. Menschen mit Demenz sind besonders gefährdet und bedürfen besonderer Aufmerksamkeit.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist bei Hitze für alle Altersgruppen wichtig. Bei älteren Menschen ist die Gefahr eines Wassermangels jedoch größer, da der Gesamtwassergehalt im Körper mit dem Alter abnimmt und viele ältere Menschen Medikamente einnehmen, die den Flüssigkeitsverlust erhöhen können. „Gedächtnisprobleme, Einsamkeit und soziale Isolation können dazu führen, dass ältere Menschen weniger trinken“, erklärt Prell.

Auch Kinder sind bei Hitze stark gefährdet. „Säuglinge und Kleinkinder können sich weniger gut an hohe Temperaturen anpassen als Erwachsene. Ihre Schweißproduktion ist geringer und ihre Hautoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht größer“, sagt Prof. Dr. Roland Haase, Direktor der Universitätsklinik für Pädiatrie. Kinder mit bestimmten Krankheiten wie Herzerkrankungen oder Diabetes müssen besonders geschützt werden. Hauterkrankungen erfordern zudem die Vermeidung von Sonnenexposition.

Empfohlen wird für Kinder luftige Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Sie sollten viel Wasser trinken, leichte Kost zu sich nehmen und körperliche Anstrengung vermeiden. Babys und Kinder dürfen bei hohen Temperaturen niemals im Auto oder ähnlichen Räumen allein gelassen werden, warnt Haase.

Es ist wichtig, die Warnsignale des Körpers bei Hitze zu erkennen. „Man unterscheidet verschiedene Grade der Überhitzung“, erklärt Haase. Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und der lebensgefährliche Hitzschlag sind die wichtigsten Warnsignale. Menschen mit leichten Beschwerden sollten einen kühlen Ort aufsuchen und ihren Körper kühlen. Bei schweren Symptomen wie Bewusstseinsstörungen oder Erbrechen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

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