Basenfastenwoche Tag 7: Fastenbrechen

16. März 2018 | Natur & Gesundheit | 1 Kommentar

Genauso wichtig wie der Fasteneinstieg ist das Fastenende: Wenn Sie mit uns eine Woche gefastet haben, kommt am 7. Tag das Fastenbrechen. Während beim Heilfasten nach Buchinger (Tee-/ Saftfasten) ein sorgfältiger Kostaufbau über mehrere Tage nötig ist (beginnend mit einem gedünsteten Apfel und einer leichten Kartoffelsuppe am ersten Tag), ist der Einstieg in die normale Kost beim Basenfasten unkritisch. Trotzdem sollten Sie ein paar Regeln beachten.
Beim Basenfasten verzichtet man auf Eiweiß und Kohlenhydrate aus Getreide. Demnach erfolgt das Fastenbrechen mit einer eiweiß- und kohlenhydrathaltigen Speise. Unser Vorschlag:
Knäckebrot mit Kräuterquark
– 2 Scheiben Knäckebrot
– fertiger oder selbst zubereiteter Kräuterquark
– frisches Gemüse nach Geschmack: Radieschen, Tomate, Lauchzwiebel, frische Kräuter
Zelebrieren Sie dieses Gericht: Sie werden merken, wie intensiv es riecht und schmeckt. Essen Sie langsam und bewusst und genießen Sie jeden Bissen.
Ab der nächsten Mahlzeit können Sie allmählich wieder auf Normalkost umsteigen, mit großen Fleischportionen (z. B. Gegrilltes) sollten Sie noch vorsichtig sein. Ihr Bedürfnis nach Süßem sollte deutlich abgenommen haben, essen Sie Süßigkeiten und Kuchen in Maßen und um sie zu genießen.

Einstieg in eine gesündere Ernährung: das Vollwertkonzept oder „Clean Eating“
Entscheidend für den Erfolg der Fastenwoche ist der dauerhafte Umstieg auf eine gesündere Ernährung. Vielleicht übernehmen Sie einige Aspekte des Basenfastens in Ihren Alltag, beispielsweise das Obstfrühstück, nach Belieben ergänzt durch Naturjoghurt oder Haferflocken. Oder Sie legen jede Woche einen Basenfasten-Tag ein, an dem Sie auf die Rezepte der vergangenen Woche zurückgreifen. Oder Sie verkürzen wie beim Intervall-Fasten die Zeit der täglichen Nahrungsaufnahme, indem Sie das Frühstück oder das Abendessen weglassen.
Als generelle Ernährungsempfehlung stellen wir Ihnen hier kurz das Vollwert-Konzept vor. Dieses geht ursprünglich von vier Wertstufen aus: „sehr empfehlenswert“ für unverarbeitete und „nicht empfehlenswert“ für stark verarbeitete Lebensmittel. „Lasst das Natürliche so natürlich wie möglich. Die Zubereitung der Speisen soll einfach und ungekünstelt sein. Je näher sie dem Zustande kommen, in welchem sie von der Natur geboten werden, desto gesünder sind sie“ schrieb Sebastian Kneipp. Daraus wurde unter Einbeziehung ökologischer und sozialer Aspekte das Gießener Konzept mit sieben Grundsätzen der Vollwert-Ernährung (oder moderner: „clean eating“, ein altes Konzept in neuem Gewand):
– genussvolle und bekömmliche Speisen
– Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel und Milchprodukte (lakto-vegetabil)
– Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel, viel Frischkost
– ökologisch erzeugte Lebensmittel
– regionale und saisonale Erzeugnisse
– umweltverträglich verpackte Produkte
– fair gehandelte Lebensmittel
Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte es nur 2-3 x in der Woche essen. Lieber kleinere Fleischportionen, dafür hochwertig. Schweinefleisch ist wegen seines hohen Gehalts an Arachidonsäure ungünstig. Dazu sollten 1-2 Fischmahlzeiten kommen. Eier und Milchprodukte sollten in Maßen dazukommen, Hülsenfrüchte sind ein guter Eiweißlieferant.Verringern Sie aber nicht den Verzehr an Obst und Gemüse: 5 Portionen am Tag werden empfohlen.
Wir ergänzen die bisher vorgestellten Rezepte durch ein paar Vorschläge für die Zeit nach den Basenfasten.

Hirsebrei (für 2 Pers.)
– ½ l Milch
– 100g Hirse
– ½ EL Butter
– ½ EL Honig
Milch unter ständigem Rühren mit Butter und Honig aufkochen, Hirse zugeben, ca. 20 min. bei schwacher Hitze ausquellen lassen, gelegentlich umrühren. Dazu Zimt, gedünstetes Obst oder Apfelmus. Schmeckt gut zum Frühstück oder als Dessert.

Mein Lieblingsrezept: Überbackenes Fischfilet (für 2 Pers.)
– ca. 300g Fischfilet (aus zertifiziertem Fang), Rotbarsch, Kabeljau, Seelachs o. ä.
– 6-8 kleine Tomaten, in Scheiben
– 150 ml Sauerrahm
– 100g geriebener Käse (z. B. Gouda oder Parmesan)
– 2 EL Semmelmehl
– Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zitronensaft
Eine Auflaufform mit Öl auspinseln, mit Tomaten auslegen, mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Das Fischfilet darauflegen, salzen und mit Zitronensaft beträufen. Sauerrahm, Käse und Semmelmehl zu einer Panade verrühren und auf den Fisch streichen. Bei 180°C ca. 30-40 min. backen.

Fischsuppe (für 4 Pers.)
– je 300g kleine Kartoffeln, geschält,Karotten in Stücken, Stangensellerie in Ringen
– 4 kleine Zwiebeln, ganz
– 1 Zucchini, in Stücken
– ½ Tasse Olivenöl
– ca. 1 kg Fisch, am besten 1-2 ganze Fische (z. B. Kabeljau, Seehecht)
– Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Petersilie, Selleriekraut
– ½ Espressotasse Reis
Wasser (ca. ¾ l) erhitzen, Karotten, Kartoffeln und Zwiebel mit etwas Salz sowie Olivenöl zugeben, 15 min. garen. Zucchini, Sellerie und Kräuter dazugeben, weitere 15-30 min. kochen. Die Fische 20 min. in der Suppe ziehen lassen, anschließend mit dem Gemüse herausnehmen, auf einer Platte anrichten und warmhalten. Reis und etwas Zitronensaft zur Suppe geben, nach 15 min. nach Belieben eine geriebene Tomate zugeben oder mit einem Ei abziehen. Gegessen werden Suppe und Fisch mit Gemüse.

Mit dem Fastenbrechen ist die Basenfasten-Woche zu Ende, allerdings noch nicht die christliche Fastenzeit. Diese geht noch bis zur Osternacht. In der nächsten Woche, zu Beginn der Karwoche, stellen wir die Fastenregeln der orthodoxen Kirchen vor, die wesentlich strenger sind als unsere westlichen – mit ein paar weiteren Fastenrezepten.

(AK)

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