MitBürger-Fraktion für Erhalt der Haltestelle „Stadtbad“

8. September 2015 | Nachrichten | 1 Kommentar

Im Zuge der Umgestaltung der Großen Steinstraße soll die Haltestelle „Stadtbad“ entfallen. Das sorgt bei einigen Stadträten für Kritik. Die Stadträtin Dr. Regina Schöps (NEUES FORUM), der sachkundige Einwohner Manfred Sommer (MitBÜRGER für Halle) und die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen nun für den Erhalt der Haltestelle kämpfen.
stadtbad
Ziel des gesamten Stadtbahnprogramms sei es, den ÖPNV für die potentiellen Nutzer attraktiver zu gestalten. „Dem würde der Verzicht auf die Haltestelle entgegenstehen“, so Regina Schöps. Die Abstände zwischen der Haltstelle Stadtbad und Steintor betragen derzeit 330m und zum Joliot-Curie-Platz 220m. „Das ist eine Abstandlänge, die im Vergleich zu weiteren Haltstellen in der Altstadt Akzeptanz und Annahme erfahren: Marktplatz und neues theater, Franckeplatz und Marktplatz, Moritzburgring und nt oder Moritzburgring und Hermannstraße“, so die Stadträtin. „Warum sollte an dieser Stelle die Attraktivität und Qualität des Straßenbahnnetzes eingeschränkt werden?“ Schöps fürchtet zudem Auswirkungen auf die Ladengeschäfte.

Daneben sei durch den Steintor Campus und die Jugendherberge mit einer künftigen stärkeren Nutzung zu erwarten.“Dem Verweis auf das Alter der Nutzer kann man eher nur schmunzelnd begegnen, denn es ist weithin bekannt, dass Jugendherbergen und Stadtbäder heutzutage von den verschiedensten Altersgruppen genutzt werden“, meint Schöps. Die Stadt hatte den Wegfall unter anderem auch damit begründet, dass die jungen Nutzer der Herberge ja gut zu Fuß seien. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass insbesondre nach dem erfolgreichen Umbau der Jugendherberge die optimale Anbindung an den ÖPNV aufgegeben werden soll.“

Mit Blick auf die barrierefreie Gestaltung der Haltstellen schlagen Grüne, MitBürger und Neues Forum vor, eine vergleichbare Lösung wie in der Großen Ulrichstraße zu wählen. Im Haltstellenbereich stadteinwärts könnte der Fußgängerweg zum Beispiel auf 24 cm erhöht werden. Die kurvenähnliche Linienführung könne kein Ausschlusskriterium sein, wie man in der Großen Ulrichstraße sehen könne. Stadtauswärts solle die Stadt mit Grundstückseigentümern verhandeln. „Es sollte weiter untersucht werden, ob eine rückwärtige Erschließung über die Zinksgartenstraße oder der Einbau einer Durchfahrt zum Hof durch das Haus Große Steinstraße 28 möglich wäre.“ Für Schöps steht fest: „Im Fazit bedeutet es, dass eine einseitige barrierefreie Gestaltung der Haltstelle auf der Stadtbadseite eingerichtet werden kann. Für eine beidseitige Barrierefreiheit sind Verhandlungen für eine alternative Zufahrt erforderlich, ggf. ist es stadteinwärts wie im bisherigen Zustand zu gestalten.“

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