Werkleitz-Festival in altem Druckereigebäude am Riebeckplatz

29. Juli 2015 | Kultur | 5 Kommentare

Im kommenden Jahr soll das historische Verlagsgebäude am Riebeckplatz in Halle (Saale) saniert werden. Doch vorher bietet es noch Platz für eine Kunstaktion. Vom 9. bis 25. Oktober zeigt die Werkleitz Gesellschaft e.V. bei dem Festival .move ON Medienkunst aus Europa, Kanada und Australien.
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Im Rahmen des internationalen Stipendiatenprogramms European Media Artists in Residence Exchange (EMARE) haben 16 Künstlerinnen, Künstler und Kollektive neue Projekte realisiert:

Matthew Biederman (US/CA) und Pierce Warnecke (US/DE), Daniel Cockburn (CA), Pedro Ferreira (PT), Anaisa Franco (BR/DE), Verena Friedrich (DE), Matthew Gingold (AU), Korinsky (DE), Lauren Moffatt (AU/DE), Robyn Moody (CA), Cristina Picchi (IT/GB), Gail Priest (AU), Steve Reinke (CA), Mónica Riki? (ES), Soda_Jerk (AU/US), Isabell Spengler (DE), Christoph Wachter & Mathias Jud (CH/DE)
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Auf fünf Etagen des seit 1992 leerstehenden Gebäudekomplexes werden im Rahmen des Festivals Video- und Klanginstallationen, interaktive Skulpturen, Filme und Lecture Performances zu sehen sein. Diese beschäftigen sich experimentell, anwendungsorientiert und medientheoretisch mit aktuellen und historischen Technologien und deren gesellschaftlicher Relevanz – mit virtueller Realität und Fiktion, mit physiologischer wie medialer Wahrnehmung, mit alternativen Geschichtsschreibungen und Zukunftsszenarien sowie mit den Lebensumständen in einer globalisierten und neoliberalen Welt.
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Lauren Moffatt erforscht in ihrer interaktiven Videoinstallation The Oculist Reason die Übertragung des physischen Raums in die virtuelle Welt. Mittels Scanning- und Modellingverfahren überführt sie ein vom Verfall bedrohtes Deckengemälde aus den 1980er-Jahren in eine experimentelle 360°- Umgebung und sorgt damit sowohl für dessen Konservierung als auch dessen Nacherlebbarkeit. Die auf dem Gemälde dargestellten Szenen von Protestaktionen gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik der Thatcher-Regierung verknüpft sie in einem Video mit Dokumenten zu Ereignissen und Personen, die mit dem Arbeitskampf dieser Ära verbunden sind. Die spanische Künstlerin Mónica Riki? präsentiert mit Buildacode ein experimentelles Tool zur Klangprogrammierung. Schaumstoffwürfel übernehmen hier die Funktionen von Synthesizern und Sequenzern und eröffnen einen spielerischen Zugang zu der sonst oft abstrakten Welt der digitalen Komposition.
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Das Berliner Künstlerkollektiv Korinsky beschäftigt sich in seiner raumgreifenden Installation RL___0 mit den physikalischen Eigenheiten von Klang. Ausgehend von dem Umstand, dass Klänge mit zunehmender Entfernung von ihrer Quelle zwar immer leiser werden, aber nie ganz verschwinden, spekulieren die Künstler in ihrer Arbeit darüber, wie die Vergangenheit des Universums klingen könnte. Gail Priest setzt sich in ihrer Installation Sounding the Future hingegen mit den möglichen Klang- und Hörwelten der Zukunft auseinander und erkundet beispielsweise die Optionen einer Sinneserweiterung durch Cochlea-Implantate.

Pedro Ferreira verarbeitet in Fragments #5 die auf Zelluloid gespeicherten Erlebnisse von Privatpersonen. Er bearbeitet auf dem Flohmarkt gefundene Amateurfilme – bemalt, zerkratzt oder zersetzt diese mit Chemikalien und bringt so die Brüchigkeit und Fluidität von Erinnerungen zum Vorschein. Isabell Spengler beleuchtet in ihrer Videoarbeit Two Days at the Falls die Varianz von Wirklichkeit, indem sie ihr medial geprägtes Bild der Niagarafälle der von ihr vor Ort erlebten Szenerie gegenüberstellt.

Zum Festivalauftakt von .move ON findet eine dreitägige internationale Konferenz zur Gegenwart und Zukunft der audiovisuellen Medien statt, die u.a. neue interaktive, partizipative und medienübergreifende Formate in Film, TV und Kunst verhandelt. Sie startet am 9. Oktober im Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung (LISA), Riebeckplatz 9, in unmittelbarer Nachbarschaft des Festivalzentrums.

Zur Eröffnung und an den Festivalwochenenden lädt .move ON außerdem zu einem vielgestaltigen Programm mit Künstlerperformances, Konzerten, DJ Sets und Führungen durch die Ausstellung ein.

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Dieses Thema enthält 5 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Tanc vor 2 Jahre, 1 Monat.

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  • #165420

    Im kommenden Jahr soll das historische Verlagsgebäude am Riebeckplatz in Halle (Saale) saniert werden. Doch vorher bietet es noch Platz für eine Kunst
    [Der komplette Artikel: Werkleitz-Festival in altem Druckereigebäude am Riebeckplatz]

    #165421

    Mich würde interessieren, wie viel Fördergeld es dafür gibt.

    #165422

    Hoffentlich ausreichend.

    #165423

    Sonst hätte Werkleitz es auch nicht gemacht,

    #165424

    Werkleitz erhält eine Förderung zu 100 % durch das Land. Insgesamt für 2015 werden das 228.800 Euro sein.
    Nachzulesen im Haushaltsplan des Kultusministeriums.

    #165456

    Damit lassen sich noch viele Papierkörbe in der Innenstadt mit Zetteln bekleben, wie unlängst geschehen. Wenigstens stand noch Schleifweg 6 drauf, um auf die Urheber des Unfugs hinzuweisen.

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