Theater, Konzerte, Vorträge, Ausstellungen: Jüdische Kulturtage in Halle

10. September 2014 | Kultur | 1 Kommentar

Die Geschichte der Juden in Halle (Saale) reicht Jahrhunderte zurück. So gab es im 13. Jahrhundert ein „Judendorf“ im Bereich des heutigen Neuwerks.

Leopold-Zunz-Zentrum / Seminar für jüdische Studien

Leopold-Zunz-Zentrum / Seminar für jüdische Studien


Über die Jahre waren die Menschen jüdischen Glaubens immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Im 19. und 20. Jahrhundert führten sie einige angesehene Kaufhäuser in der Stadt oder waren bekannte Professoren. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kam es zum Boykott jüdischer Geschäfte. Am 9. November 1938 brannte dann – wie in ganz Deutschland zur Reichspogromnacht – die Synagoge am Großen Berlin nieder.

Doch das jüdische Leben ist zurückgekehrt in die Stadt. Der Freundeskreis Leopold Zunz Zentrum, e.V., die Jüdische Gemeinde zu Halle an der Saale und das Seminar für Judaistik/Jüdische Studien laden deshalb zu den zweiten Jüdischen Kulturtagen ein. Vom 19. Oktober bis 2. November gibt es in der Saalestadt ein vielfältiges Programm mit Ausstellungen, Theaterstücken, Vorträgen und Konzerten. Als Höhepunkt wird zum Abschluss der Emil-L.-Fackenheim-Preis für Toleranz und Verständigung 2014 verliehen.

Programm:
Sonntag, 19.10.2014, Vormittag
Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum: Synagoge und Tempel –
200 Jahre jüdische Reformbewegung und ihre Architektur

Im Jahr 2010 feierten jüdische Reformgemeinden liberaler bzw. progressiver Orientierung in aller Welt, vor allem in Amerika, den 200. Jahrestag ihrer „Mother Synagogue“ – des 1810 in Seesen eingeweihten „Jacobs-Tempels“. Es war die erste Synagoge, die eigens für reformierte jüdische Gottesdienste errichtet wurde. Es waren die Verfechter der jüdischen Aufklärung (Haskala) des 18. Jahrhunderts um Moses Mendelssohn und ihre Nachfolger im 19. Jahrhundert, die eine Reform des Judentums anstrebten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es die Generation Israel Jacobsons (1768-1828), des Gründers der jüdischen Freischule und des Tempels in Seesen, die mit einer Reform des jüdischen Gottesdienstes neue liturgisch-funktionelle Voraussetzungen für den Synagogenbau schuf: Bestimmte architektonische Merkmale machten eine Synagoge zum Reformtempel. Die Synagogen des 19. Jahrhunderts, auch die 1870 neugebaute Synagoge der Jüdischen Gemeinde zu Halle am Großen Berlin, repräsentieren die Entstehung und Entwicklung jenes Typus einer Reformsynagoge, dessen Geschichte und Gestalt im Rahmen der Wanderausstellung anhand von einzigartigen Architekturmodellen präsentiert werden.
Die Ausstellung der Bet Tfila-Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa, Technische Universität Braunschweig, wird in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Leopold Zunz und dem Stadtmuseum Halle präsentiert.
Eröffnung: Sonntag, 19.10.2014, 11.00 Uhr mit einem Familienkonzert (siehe besondere Ankündigung).
Ausstellungsort: Stadtmuseum Halle, Große Märkerstraße 10, 06108 Halle, Tel.: +49 345 2213030
Öffnungszeiten: Di bis So 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr, montags geschlossen.
Ausstellungszeitraum: 19.10.2014 bis 16.11.2014, Museumspädagogisches Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sowie Schulklassen werden auf Anfrage angeboten.

Sonntag, 19.10.2014, Vormittag
Familienkonzert mit Jiddischen Kinderliedern und CD-Präsentation:
Fun griner katshke, broynem ber un flaterl – Von grüner Ente, braunem Bär und Schmetterling
Jiddisch auf den Konzertbühnen dieser Welt zu hören, ist keine Seltenheit. Völlig vergessen waren jedoch für Jahrzehnte die jiddischen Kinderlieder. Gab es in bis in die 50er Jahre hinein weltweit noch ein Netz an jiddischen säkularen Kindergärten und Schulen und sang man Schlaf- und Spiellieder auf Jiddisch, so ist diese Tradition heute vollkommen abgebrochen. Nur eine Handvoll säkularer Familien erzieht ihre Kinder noch in der jiddischen Sprache. In den letzten Jahren wurden Kinderlieder ans Tageslicht gebracht, die in jiddischen Büchern und alten Aufnahmen im Dornröschenschlaf lagen. Durch Workshops wieder Familien bekannt gemacht, soll sich nun zum ersten Mal seit Jahrzehnten in Europa wieder ein Publikum an jiddischen Kinderliedern erfreuen. Sie hören das Programm unserer soeben fertiggestellten CD Far dem nayem dor! For the New Generation! Mit den SängerInnen Sphrintse, Kreyndl, Trayne und Khane-Geyle Neuberg (Trier), Leybke und Luca Pachonik (München) und Wenka Weber (Erfurt), Diana Matut (Halle; Leitung) und Stars der Klezmerszene wie: Alan Bern (USA, D; Brave Old World; Yiddish Summer Weimar), Milena Kartowksi (ISR; FR), Andreas Schmitges (D; Voices of Ashkenaz), Martin Lillich (Semer Label Reloaded, Diaspora Redux) und Mark Kovnatskiy (RU, D, Semer Label Reloaded).
Ort: Stadtmuseum Halle, Große Märkerstraße 10, 06108 Halle (Saale)
Zeit: 11.00 Uhr
Karten: EUR 5.- , erm. EUR 3.-. Im Vorverkauf EUR 4.- und erm. EUR 2.50 an der Museumskasse.
Darin eingeschlossen ist der Ausstellungsbesuch.

Sonntag, 19.10.2014, Nachmittag
Stadtführungen „Jüdisches Halle“ mit René Zahl
Führung 1: Stadtführung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Halle
In diesem Jahr gibt es erneut die Möglichkeit, die Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Halle in einer kleinen Führung durch die Innenstadt kennenzulernen. Dabei wird die etwa tausendjährige Geschichte der Gemeinde vom Mittelalter ausgehend bis in die heutige Zeit beleuchtet.
Treffpunkt: Stadtmuseum Halle, Große Märkerstraße 10, 06108 Halle
Beginn: 15.00 Uhr, Dauer ca. 90 Minuten
Bitte beachten Sie: Wir legen eine Strecke von etwa 2 km zu Fuß zurück

Führung 2: Führung durch die Synagoge und über den historischen jüdischen Friedhof
Die Synagoge der jüdischen Gemeinde befindet sich heute direkt auf dem Gelände des erhaltenen historischen jüdischen Friedhofs von Halle. Die Führung bietet die Möglichkeit, die Synagoge, ihre Einrichtung, sowie ihre Bedeutung für den jüdischen Gottesdienst kennenzulernen. Danach besichtigen wir den Friedhof, wo die Besucher die jüdischen Bestattungstraditionen kennenlernen können.
Männliche Besucher werden gebeten, während der Führung eine Kopfbedeckung zu tragen.

Treffpunkt: Eingang zum Friedhofsgelände in der Humboldtstraße 52 (am Wasserturm), 06114 Halle Beginn: 17.30 Uhr, Dauer: ca. 90 Minuten
Teilnahmegebühr (bitte vor Ort entrichten): EUR 3.- für eine Führung, EUR 4,50 für beide Führungen

Montag, 20.10.2014, Abend
Tanztheater: Sehnsuchtslieder, Selma Meerbaum-Eisinger-Begegnungen
In der Reihe „Europas Jugend gegen Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ des Museums Synagoge Gröbzig erarbeiten junge professionelle Tänzer der Oper Halle sowie international ausgewiesene Musiker und Jugendliche aus der Ukraine und Deutschland eine Performance als Kombination von Tanztheater und szenischer Darstellung, in der die aufregende Rezeptionsgeschichte der Gedichte sowie der dramatische Lebensweg Selma Meerbaum-Eisingers erzählt wird.
In einem zeitgenössischen Gedicht, einer Hommage an Selma Meerbaum-Eisinger, erschließt sich durch tänzerische und szenische Interpretation das temperamentvolle Wesen Selmas: überschwänglich fröhlich oder melancholisch, traurig. Mit der Entdeckung der Lyrik Selma Meerbaum-Eisingers durch ein junges Liebespaar in den 70er Jahren, ihrer Bedeutung für ihr eigenes Leben, ihre erfüllte Liebe, die für Selma eine rein gedankliche blieb (erlebt nur in der Poesie), soll in der Performance der jungen Lyrikerin ein Stück ihrer eigenen Jugend zurückgegeben werden, die ihr der frühe Tod mit 18 Jahren in einem nationalsozialistischen Lager in Transnistrien vorenthielt.
Musik: Gustav Mahler, „Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit“, „Aus des Knaben Wunderhorn“ und „Kindertotenlieder“ in der Bearbeitung für Violine/Klarinette/Klavier, Jiddische Lieder für Violine/Klarinette/Klavier
Musiker: Arkadi Marasch (Violine), Gennadii Yurii (Klarinette), Gleb Korolev (Klavier)
Tanz/Choreographie: Paloma Figueroa, Yuliya Gerbyna, Dalier Burchanow, Zdenko Galaba
Improvisation: Jugendliche aus Sachsen-Anhalt und Czernowitz
Performance/ Buch/Dramaturgie/Regie: Marion Méndez
Projektion: Max Méndez
Licht: Henryk Drewniok
Ukrainische Übersetzung der Gedichte Selma Meerbaum-Eisingers und Marion Méndez‘: Peter Rychlo
Ort: Thalia Theater Halle, Kardinal-Albrecht-Straße 6 (im Puschkin-Haus), 06108 Halle (Saale)
Zeit: 19.30 Uhr
Karten nur an der Abendkasse zu EUR 7.-, erm. EUR 5.- . Schüler, Studenten und Jugendliche bis 25 Jahre frei. Reservierungen können per email: info@synagoge-groebzig.de oder telefonisch unter 0349 7622209 oder 0152 25270741 ab 20.09.2014 entgegengenommen werden. Reservierte Karten sind bis 19.00 Uhr an der Abendkasse abzuholen. Diese öffnet um 18.30 Uhr.

Dienstag, 21.10.2014, Abend
Vortrag von Dr. Hartmut Peter (Halle): „Jüdische Studenten aus dem Russischen Reich an der halleschen Universität“
Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts studierten Juden an der Universität, und Halle wurde im 19. Jahrhundert eines der Zentren der Rabbinerpromotionen. Unter anderem erhielt hier Leopold Zunz, der „Vater“ der modernen Jüdischen Studien, seinen Doktorgrad. Der Vortrag widmet sich jedoch einem anderen, oftmals vergessenen Aspekt jüdischer Tradition in Halle. Schon unter Zar Peter dem Großen kamen Studenten aus Russland für ihre Ausbildung an deutsche Universitäten. Insbesondere in der Zeit unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg waren russische jüdische Studenten an der Universität Halle-Wittenberg Träger des kulturellen Transfers. Sie bildeten Netzwerke und waren wichtige Repräsentanten der Universität als ein vielschichtiger, kultureller Raum.
Dr. Hartmut Rüdiger Peter lehrt Zeitgeschichte am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität.
Ort: Löwengebäude der Martin-Luther-Universität, Universitätsplatz 11, 06108 Halle
Zeit: 18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei. Ihre Spende ist willkommen.

Mittwoch, 22.10.2014, Abend
Tantshoyz
mit Polina Shepherd (Piano), Merlin Shepherd (Klarinette) und Lorin Sklamberg (Akkordeon / Gesang). Tantsmayster: Andreas Schmitges
Den Hallensern muss man nicht mehr erklären, was ein Tantshoyz ist. Schon im letzten Jahr war der Klezmer-Tanz-Abend mit traditionellen jiddischen Volkstänzen zu Live-Musik ein Publikumsrenner. Auch in diesem Jahr spielt wieder eine Tanz-Band der Weltklasse. Mit Grammy-Gewinner und Klezmatics-Sänger Lorin Sklamberg aus New York am Akkordeon, Polina Shepherd am Flügel und Europas bestem Klezmer-Klarinettisten Merlin Shepherd (beide England) tanzt es sich schon ganz von alleine. Anleitung zu den leicht zu erlernenden Tänzen kommt von Tantsmayster Andreas Schmitges. Es erwartet Sie ein fröhlicher und beschwingter Abend! Keine Vorkenntnisse oder Tanzpartner notwendig. Letztere finden sich bei Bedarf vor Ort.
Ort: Institut für Musik / Musikpädagogik, Dachritzstraße 6, 4. Etage in der Studiobühne, 06108 Halle/Saale
Zeit: 19.30 Uhr, Abendkasse öffnet 18.45 Uhr
Karten: EUR 9.- (erm. EUR 7.-), Kartenreservierungen bitte an info@juedischekulturhalle.de
Reservierte Karten müssen bis 19.15 Uhr abgeholt werden.

Donnerstag, 23.10.2014, Abend
Vortrag von Lorin Sklamberg (YIVO Institute, New York)
Lorin Sklamberg, Grammy-Gewinner, Sänger der weltbekannten Klezmatics und sicherlich eine der bekanntesten Stimmen des gesamten Revivals jiddischer Musik seit den 1970er Jahren, leitet seit 20 Jahren das Klang-Archiv des YIVO-Instituts in New York. Hier lagern ca. 15.000 Beispiele jiddischer Tonkunst, Feldaufnahmen und kommerzielle Aufnahmen des 20. und 21. Jahrhunderts. Faszinierend ist in diesem Zusammenhang, wie aus Feldaufnahmen und den kratzenden Schellackplatten der 1920er und 1930er Jahre im Laufe des Revivals wieder gelebte jüdische Musik wurde und wie die „Max and Frieda Weinstein Archives of Recorded Sound“ diesen Prozess begleitet haben. Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.
Ort: Institut für Musik / Musikwissenschaft, Kleine Marktstr. 7, 06108 Halle, 4. Obergeschoss, Raum 471
Zeit: 19.00 Uhr
Der Eintritt ist frei. Ihre Spende ist willkommen.

Freitag, 24.10.2014, Abend
Schabbat-Abend mit Einführung durch Rabbiner Kahanovsky und Kantor Zemsky
Der Schabbat ist der wichtigste Feiertag im Judentum. Er beginnt bereits am Vorabend, also am Freitagabend, mit einem Gottesdienst. Sie haben die Möglichkeit, diesem Gottesdienst beizuwohnen und erhalten vorher eine Einführung zu den wichtigsten religiösen Gebräuchen und Regeln. Männliche Besucher jeden Alters werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Kippot liegen am Eingang bereit.
Ort: Synagoge in der Humboldtstraße 52 (am Wasserturm), 06114 Halle
Zeit: 16.45 Uhr Einführung, 17.45 Uhr Beginn des Gottesdienstes
Die Sitzplätze in der Synagoge sind begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten unter HJK2014@jghalle.de. Bitte bringen Sie einen Personalausweis mit.

Samstag, 25.10.2014, Abend
Konzert: Polina und Merlin Shepherd (GB) & Lorin Sklamberg (New York)
Zu einem Gipfeltreffen der jüdischen Musik laden Sie die Hallenser Jüdischen Kulturtage in diesem Jahr ein. Der New Yorker Grammy-Gewinner und Klezmatics-Sänger Lorin Sklamberg, häufig als die Stimme der jiddischen Musik bezeichnet, trifft auf zwei der besten Vertreter jiddischer Musik in Europa: Die Sängerin und Pianistin Polina Shepherd sowie den Klarinettisten Merlin Shepherd. Das Trio widmet sich traditionellen jiddischen Liedern und neuen Kompositionen aus der Feder der drei Musiker, dabei wird Merlin Shepherd seinen weltbekannten Klezmer-Sound auf C- und G-Klarinette auch in mediterrane Gefilde tragen. Die Zuschauer erwartet ein dichtes und intensives Programm mit großartigen Künstlern der internationalen Szene; ein Konzert, das in Erinnerung bleiben wird.
Ort: Ulrichskirche, Christian-Wolff-Straße 2, 06108 Halle (Saale)
Zeit: 20.00 Uhr
Karten zu EUR 15.-, erm. EUR 10.- sind ab 19.30 Uhr nur der Abendkasse erhältlich. Es sind ausreichend Sitzplätze vorhanden. Website: www.polinashepherd.co.uk/projects/trio/

Sonntag, 26.10.2014 ganztägig
Workshop: Jiddische Lieder und Klezmer-Musik mit internationalem Dozententeam aus den USA, Großbritannien, Russland und Deutschland
Mit Polina Shepherd (Gesang, Piano; Brighton), Mark Kovnatskiy (Violine; Moskau / Berlin), Lorin Sklamberg (Gesang; New York), Merlin Shepherd (Klarinette; Brighton) und Andreas Schmitges (Gitarre, Mandoline, Tanz; Halle/Köln).
Dieser Workshop ist ausgelegt für gute Instrumentalisten und Sänger aller Altersstufen. An diesem Tag wollen wir uns intensiv mit jiddischer Vokal- und Instrumentalmusik (Klezmer) beschäftigen. Wir werden teilweise nach Gehör und teilweise mit Noten arbeiten. Wenn Sie ein Instrument gut spielen bzw. gut singen können und Lust auf neue und spannende Musik haben, dann ist dieser Workshop mit einigen der bekanntesten Vertreter der internationalen Klezmer-Szene aus den USA, Großbritannien, Russland und Deutschland genau das Richtige! Am Abend können wir das Gelernte gleich bei einer Jam-Session anwenden!
Ort: Institut für Musik / Musikpädagogik, Dachritzstraße 6, 4. Etage in der Studiobühne, 06108 Halle/Saale
Zeit: 10.00 – 13.00 Uhr; 15.00-18.00 Uhr
Teilnahmegebühren: EUR 15.-, erm. EUR 10.-. Teilnehmer des Konzertes am Vorabend erhalten eine weitere Reduzierung um EUR 5.-, bitte bringen Sie Ihre Eintrittskarte vom Vortag mit.
Anmeldung unter info@juedischekulturhalle.de
In Zusammenarbeit mit Yiddish Summer Weimar und other music e.V. www.yiddishsummer.eu

Sonntag, 26.10.2014, Abend
Jam-Session: Klezmer & Jiddische Lieder
Für alle Fans und Liebhaber jiddischer Musik, egal ob als Zuhörer oder Musiker. Bei einer Jam-Session weiß man vorher nie, was passiert. Wer will, bringt ein Instrument mit und dann wird musiziert und gesungen. Man trifft sich und genießt die Musik. Also, kommen Sie vorbei!
Ort: Café Brohmers am Reileck, Bernburger Str. 9, 06108 Halle (Saale)
Beginn: ca. 20.00 Uhr
Der Eintritt ist frei. Ihre Spende ist willkommen. Website: www.brohmers.de

Montag, 27.10.2014, Abend
Vortrag von Cornelia Zimmermann: „… die Alten wollen ihre Gemeinde auflösen.“ Schwierigkeiten beim Wiederaufbau jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt.
Cornelia Zimmermann, langjährige Mitarbeiterin des Stadtmuseums Halle, widmet sich in ihrem Vortrag dem Neubeginn jüdischen Lebens nach dem 2. Weltkrieg und dem Wiederaufbau jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt. Die Referentin präsentiert insbesondere das hallesche Wiedererstehen der Gemeinde vor dem Hintergrund der musealen Arbeit.
Ort: Stadtmuseum Halle, Stadtmuseum Halle, Große Märkerstraße 10, 06108 Halle, Auditorium Christian Wolffs
Zeit: 18.00 Uhr
Karten: EUR 5.- , erm. EUR 3.-. Im Vorverkauf EUR 4.- und erm. EUR 2.50 an der Museumskasse.
Darin eingeschlossen ist der Ausstellungsbesuch.

Dienstag, 28.10.2014, Abend
Vortrag von Leopold Wildenauer (Halle): „360 Jahre jüdische Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika“
Die jüdische Geschichte Amerikas reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück und umfasst sämtliche gesellschaftlichen Bereiche. Dieser Vortrag bietet eine allgemeine Einführung in das amerikanische Judentum und liefert einen Überblick über die Entwicklungen vom Gründungsmythos bis hin zu den chassidischen Strömungen im New York des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Geschichte des Judentums in den USA umfasst jedoch mehr als nur New York: den jüdischen Cowboy, die jüdischen Konföderierten und das Projekt „Israel“ im Staat New York.
Ort: Stadtbibliothek Halle, Salzgrafenstraße 2, 06108 Halle (Saale)
Zeit: 19:30 Uhr
Der Eintritt ist frei. Ihre Spende ist willkommen.

Donnerstag, 30.10.2014, Abend
Vortrag von Mirko Przystawik, Die Entwicklung der Reformsynagoge im 19. Jahrhundert
In seinem Vortrag „Reformsynagogen in Deutschland“ wird Mirko Przystawik die Entwicklung der jüdischen Reformbewegung am Beispiel ausgewählter Synagogenbauten erläutern. Ausgehend vom traditionellen Judentum entstanden im Zuge der Haskala, der jüdischen Aufklärung, um das Jahr 1800 vielerorts nicht nur Forderungen nach einer Gleichberechtigung der Juden, sondern auch Rufe nach einer Neuordnung des jüdischen Kultus‘. Von verschiedenen deutschen Städten wie Berlin, Dessau, Frankfurt/Main und Hamburg gingen die religiösen Impulse aus, die sich von Deutschland aus weltweit verbreiteten und ohne die das heutige liberale Judentum nicht denkbar wäre. Auch die Jüdische Gemeinde in Halle/Saale bekannte sich mit dem Einbau einer Orgel in ihre Synagoge zur Reformbewegung.
Mirko Przystawik ist langjähriger Mitarbeiter der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der TU Braunschweig und hat die Ausstellung „Synagoge und Tempel – 200 Jahre jüdische Reformbewegung und ihre Architektur“ in enger Kooperation mit weiteren Projektbeteiligten (Stadt Seesen, Jacobson-Gymnasium Seesen, Braunschweigisches Landesmuseum) konzipiert und erarbeitet.
Ort: Stadtmuseum Halle, Stadtmuseum Halle, Große Märkerstraße 10, 06108 Halle, Auditorium Christian Wolffs
Zeit: 18.00 Uhr
Karten: EUR 5.- , erm. EUR 3.- Im Vorverkauf EUR 4.- und erm. EUR 2.50 an der Museumskasse.
Darin eingeschlossen ist der Ausstellungsbesuch.

Freitag, 31.10.2014, Nachmittag
Partnerkonzert, veranstaltet vom Cultourbüro Herden:
The Giora Feidman Jazz Experience – Klezmer meets Jazz

Es ist ein Zeichen wahrer Meisterschaft, wenn es gelingt, sich immer wieder neu zu erfinden. Giora Feidman, für viele einer der weltbesten Klarinettisten, ist seit Jahrzehnten regelmäßig auch in Deutschland auf Tour – und immer wieder für eine Überraschung gut. Nach Halle kommt er mit einem neuen Programm – einer spannungsreiche Mischung aus Jazz und Klezmer, gespielt von virtuosen Instrumentalisten. Feinkost für Musik-Gourmets!
Besetzung:
Giora Feidman – Klarinette, Bassklarinette
Stephan Braun – Jazz Cello
Reentko Dirks – Gitarre
Guido Jäger – Kontrabass
Ort: Ulrichskirche, Christian-Wolff-Straße 2, 06108 Halle
Zeit: 16.00 Uhr
Karten von EUR 32,15 – EUR 36,55 an allen bekannten Vorverkaufsstellen und über
www.cultour-buero-herden.de. Kein Vorverkauf über die Jüdischen Kulturtage.

Sonntag, 02.11.2014, Mittag
Verleihung des Emil-L.-Fackenheim-Preises für Toleranz und Verständigung 2014
Der Repräsentantenausschuss der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale) hat am 07.07.2014 einstimmig beschlossen, die Schulprojekte „Gedenkstätte in Wörlitz am Jüdischen Friedhof, Geschichte und Übersetzung der Grabsteine“ des Philanthropinum Dessau und „Verwandlung der Gedenkstätte des Jüdischen Friedhofs in Harzgerode“ der Sekundarschule Harzgerode je zur Hälfte mit dem Emil-L.-Fackenheim-Preis für Toleranz und Verständigung 2014 auszuzeichnen.

Beide Projekte haben in besonderer Weise zur Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden beigetragen. Kinder befassten sich mit der Geschichte ihrer örtlichen jüdischen Gemeinschaft.

Zur feierlichen Verleihung des mit 2000.- EUR dotierten Preises lädt die Jüdische Gemeinde Halle herzlich ein.

Ort: Synagoge in der Humboldtstraße 52 (am Wasserturm), 06114 Halle (Saale)
Zeit: 12.00 Uhr
Die Sitzplätze in der Synagoge sind begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten unter HJK2014@jghalle.de. Bitte bringen Sie einen Personalausweis mit.

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