Stadtrat: Linke will Theatervertrag ablehnen

24. Juni 2014 | Kultur | 3 Kommentare

Am Mittwoch geht es im halleschen Stadtrat um den Theatervertrag mit dem Land. Heftig wurde bereits im Finanzausschuss über die Zukunft der halleschen Bühnen darüber debattiert, das Papier abgelehnt. Dagegen stimmten Kultur- und Hauptausschuss zu.

„Die Linke“ macht nun klar, dass sie auch weiterhin gegen den Vertrag sind. Gründe dafür gebe es einige“, so der Fraktionsvorsitzende Bodo Meerheim. „Dieser Vertragsentwurf ist nicht freiwillig zustande gekommen, sondern ist ein Diktat des Landes Sachsen-Anhalt. Grundsätzlich ist dieser Vertrag nicht durch das Interesse an der Entwicklung der Kultureinrichtungen in der TOO geprägt, sondern vom alleinigen Interesse des Landes, weniger Geld für Kultur zur Verfügung stellen zu wollen. Eine solche Herangehensweise lehnen wir strikt ab.“

Man schließe einen Vertrag nur dann ab, wenn er einen nicht schlechter stelle. „Dies ist bei diesem Vertrag mitnichten gegeben“, so Meerheim. Er führe dazu, dass 113 von 532 Beschäftigten ihren Hut nehmen müssen. „Damit riskieren wir nicht nur Qualität und Quantität unserer Kultur in der TOO in den nächsten 5 Jahren, sondern zerstören auch menschliche Existenzgrundlagen“, erklärt Meerheim weiter. „Dies alles nur um effektiv 1,4 Mio. Euro jährlich im Landeshaushalt einzusparen.“. Dies sei eine lächerliche Summe bei einem Landeshaushalt von 10 Mrd. Euro. „Der Schaden allerdings an den Menschen und an der Strukturen der TOO wird nicht lächerlich sein. Die Summe, die die Stadt durch diesen Vertrag mehr ausgeben soll, hätte sie annähernd auch ausgeben müssen ohne dieses Vertragsdiktat mit „Strukturanpassung“.“ Bei Fortführung der Haustarifverträge wären diese Maßnahmen laut Meerheim wesentlich verträglicher gewesen. „Und wenn wir am Ende nicht genug „angepasst“ (also Personal abgebaut) haben, droht die Rückzahlung der Landesmittel. Aber darüber haben die städtischen Verhandlungsführer leider nicht nachgedacht.“

Das Land will seine Zuschüsse an die TOO, also an neues theater, Puppentheater, Thalia Theater, Staatskapelle und Oper, um 2,85 auf 9,05 Millionen Euro reduzieren. Um dies zu erreichen, soll die Zahl der Mitarbeiter von aktuell 532 auf 419 sinken. Kein einfaches Unterfangen wegen bestehender Haustarifverträge. Laut Stadtverwaltung kann man sich im kommenden Sommer 62 Mitarbeiter und weitere vier in den Jahren bis 2019 durch Nichtverlängerungen und Kündigungen trennen. Allein für Abfindungszahlungen muss die Stadt in den kommenden Jahren 10,2 Millionen Euro ausgeben.

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