Stadtmuseum: die Stellentricks der Stadtverwaltung

25. April 2013 | Kultur | 2 Kommentare

Vor einem Monat hatte der Stadtrat die Direktorenstelle für das Stadtmuseum in Halle (Saale) gestrichen. Dachte er zumindest. Doch ein Blick in den veröffentlichten Stellenplan zeigt plötzlich: einen Direktor soll es weiterhin geben, stattdessen ist die Streichung der Kuratorenstelle vorgesehen.

Auch das Stadtmuseum macht mit

Schon im Kulturausschuss machten mehrere Stadträte gegen diese Art der Behandlung mobil. Sie wollen, dass die Kuratorin Susanne Feldmann auch den zweiten Teil der Dauerausstellung begleitet. Und genau aus diesem Grund wollten sie auch die Direktorenstelle vorerst nicht besetzt sehen. Problem nur: Oberbürgermeister Bernd Wiegand hatte die frühere Personalamtsleiterin Jane Unger ins Sozialamt versetzt, musste ihr nach einem Gerichtsbeschluss eine adäquate Stelle anbieten und versetzte sie ins Stadtmuseum, machte sie dort zur Leiterin. Damit war die einst vom Stadtrat beschlossene Finanzierung der Kuratorenstelle nicht mehr gegeben.

Wie nun also weiter? Finanzdezernent Egbert Geier hat den Stadträten eine Idee vorgelegt. Demnach soll eine derzeit nicht besetzte Stelle als Museumspädagoge umgewandelt werden in einer Kuratorenstelle. Dass der Museumspädagoge mit E9 schlechter bezahlt ist als die Kuratorenstelle mit E13 spielt keine Rolle in Geiers Vorschlag. Im Rahmen des Nachtragshaushalts soll zudem eine neue Museumspädagogenstelle geschaffen werden. Laut Geier haushaltsneutral. Wie? Auch hierzu keine Aussagen.

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