Spontanparties am Thüringer Bahnhof?

24. Oktober 2012 | Kultur | 2 Kommentare

Die hallesche Stadtverwaltung favorisiert den Thüringer Bahnhof als Standort für künftige Spontanparties. „Wir wollen es ermöglichen, mit einer einfachen Anzeige dort Veranstaltungen durchführen zu können“, sagte Wirtschaftsdezernent Wolfram Neumann. Das umständliche Genehmigungsverfahren entfällt damit. Wie er weiter erklärte, müsse nun ein Bebauungsplan aufstellen. Bauliche und ordnungsrechtliche Anforderungen wie die Aufstellung von Toiletten und Abfallbehältern. Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados sagte, dass eine Satzung erarbeitet werden müsse. Zuvor müsse ein Grundsatzbeschluss gefasst werden. Jetzt soll geklärt werden, in welcher Form das passieren soll. Voraussichtlich werde es im kommenden Monat solle das Thema in die Ausschüsse kommen. Johannes Krause (SPD) dankt für den Prüfbericht. Gefallen habe ihm nicht, dass erst frühestens zur nächsten Sommerpause ein Procedere klar sei. „Zielstellung April wäre nicht schlecht“, sagte Krause.
„Das kommt mir vor wie ein BUND-Bericht zum Bau der A143“, kritisierte Gerry Kley (FDP). Niemand habe die Menschen gefragt. Stattdessen seien nur Behörden wie die untere Naturschutzbehörde einbezogen worden. Kley beklagte, dass dort ein Investor dort hochwertige Wohnungen in die alte Malzfabrik baut. „Und dem wollen wir jetzt solche Parties vor die Nase setzen.“

Laut Neumann berge der Thüringer Bahnhof das geringste Konfliktpotential von zwölf geprüften Standorten. Dazu zählen Steinbruch Nietleben, Hufeisensee, Peißnitzbühne, Ziegelwiese, Würfelwiese, Pulverweiden, Gasometer, Saaleaue und Galgenberg. Unklar ist noch, ob Nutzungsgebühren erhoben werden.

Den Hufeisensee weist die Stadt aus bodenschutzfachlicher Sicht zurück, denn hier handelt es sich um ehemaliges Bergbaugelände. Die Peißnitzbühne liegt im Landschaftsschutzbereich, ebenso die Ziegelwiese, die Würfelwiese, die Pulverweiden und die Brachfläche am Trothaer Hafen.

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