Richtfest der neuen Synagoge in Dessau – „Jüdische Kultur gehört in unser Land!“

22. Februar 2022 | Kultur, Vermischtes | 1 Kommentar

Schon seit dem Jahr 1994 ist der Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt im Land aktiv und als eine eigenständige und unabhängige Vereinigung der jüdischen Religionsgemeinschaften Sachsen-Anhalts tätig. Seine Aufgaben sind unter anderem, allen jüdischen Gemeinden die freie Pflege der religiösen und kulturellen Werte entsprechend der jüdischen Überlieferung und Tradition zu sichern, die sozialen Belange der jüdischen Gemeinschaft zu vertreten sowie die gemeinsamen Interessen der Mitgliedsgemeinden zu fördern.

Zum Verband gehört auch die jüdische Gemeinschaft in Dessau mit ihren rund 280 Mitgliedern, welche schon seit dem Jahr 2014 den Bau einer neuen Synagoge plante. Der Rohbau für diese ist nun fertig. Er steht auf dem rund 950 Quadratmeter großen Grundstück an der Stelle, wo einst eine Synagoge stand, die 1938 in der Reichspogromnacht von den Nationalsozialisten zerstört wurde.

Zum Richtfest reiste am gestrigen Dienstag auch Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff an. Er betonte dabei, dass  die Geschichte auch durch die neue Synagoge nicht ungeschehen gemacht werden könnte. Es könne jedoch deutlich gemacht werden, dass man aus der Geschichte gelernt habe. „Das Bekenntnis zu unserer Geschichte und zu der aus ihr erwachsenden Pflicht zur Menschlichkeit haben dieses Haus möglich werden lassen.“, so Haseloff.

Die jüdische Gemeinschaft erhalte ein modernes Gotteshaus, das sie für ihre weitere Entwicklung dringend benötige. Aber auch das Land und die Stadt, die gesamte Bürgergesellschaft bräuchten diese neue Synagoge. Sie sei ein architektonisches Zeichen dafür, dass die Tora ein wichtiger Fundamentstein unserer gemeinsamen Kultur und unserer Glaubenswelten ist.

Haseloff erklärte weiter: „Jüdisches Leben, jüdischer Gottesdienst und jüdische Kultur gehören zu dieser Stadt und sie gehören in unser Land. Mit dem Neubau werden sie genau dorthin zurückgeholt, wo sie hingehören: deutlich sichtbar mitten in die Stadt.“

Der Neubau wird unter anderem durch Fördermittel von rund 1,8 Millionen Euro finanziert.

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