Paukenschlag: Halles Theater sollen mit Dessau fusionieren

18. September 2013 | Kultur | 2 Kommentare

Die Städte Halle (Saale) und Dessau-Rosslau könnten bald eine gemeinsame Theatergesellschaft betreiben. Die beiden Oberbürgermeister Bernd Wiegand und Klemens Koschig haben sich bei einem Treffen am Montag auf weitere dahingehende Untersuchungen geeinigt.

Brunnen am Opernhaus

Laut Wiegand solle nun ein Gutachter bestellt werden, der den Vorschlag einer Zusammenlegung der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle mit dem Anhaltischen Theater prüfen soll. Wie das hallesche Stadtoberhaupt im Hauptausschuss erklärte, werde nun eine entsprechende Ausschreibung vorbereitet. Neben der Fusion soll der Berater aber auch Kooperationsmöglichkeiten prüfen.

Die Stadträte sehen sich nun erstmals konkret mit dieser Situation auseinandergesetzt, war doch bisher nur von Kooperation und nicht Fusion die Rede, wie Johannes Krause (SPD) anmerkte. Dietmar Weihrich (Grüne) sieht als Hinderungsgrund auch die unterschiedlichen Bühnengrößen an, wodurch Stücke nicht einfach so an beiden Standorten gezeigt werden können. „Wir sollten jetzt nicht über Fusion reden, ich denke wir würden uns als Halle damit keinen Gefallen tun“, so Weihrich, „ich halte es nicht für sinnvoll, die Zusammenlegung jetzt in die Diskussion zu bringen.“ Die Kulturausschussvorsitzende Annegret Bergner sieht eine Fusion im Moment nicht als prioritär an. Und Bernhard Bönisch (CDU) hält es für sinnvoller, dass erst einmal die Theaterleute beider Städte miteinander reden, bevor ein externer Berater von Außen sagt, was theoretisch geht. Denn wenn die Mitarbeiter in Halle und Dessau menschlich nicht miteinander können, dann bringe auch eine Fusion gar nichts. So sieht es auch Johannes Krause, die Geschäftsführer sollten erstmal miteinander reden. „Ich möchte vermeiden, dass aufgrund unserer Aktivitäten der Eindruck in Magdeburg entsteht, wir würden das schon regeln und sie müssten sich nicht mehr bewegen.“

Anlass der Überlegungen sind Sparpläne des Landes. Demnach sollen die Theater in Halle drei Millionen Euro weniger vom Land bekommen, das in Dessau-Rosslau eine Million Euro weniger.

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