Macht und Musik bei den Händelfestspielen 2013

2. November 2012 | Kultur | Keine Kommentare

Auch im kommenden Jahr wollen die Händelfestspiele in Halle (Saale) vom 6. bis 16. Juni wieder mit einem musikalischen Feuerwerk aufwarten. Insgesamt 168 Veranstaltungen an 30 Orten, darunter 45 Verkaufsveranstaltungen, warten auf Musikliebhaber. Neben altbekannten Aufführungsorten sind diesmal in Halle (Saale) das Wilhelm-Friedemann-Bachhaus an der Klausbrücke, die Leopoldina und das Intecta-Kaufhaus dabei. Außerdem wird es Konzerte im Merseburger Dom und in der Patronatskirche Ostau geben. Fünf Opern (Almira, Alcina, Alessandro, Acis and Galatea sowie Giulio Cesare in Egitto) sowie fünf oratorische Werke (Messiah, Judas Maccabeus, Alexander’s Feats or the Power of Music, Cäcilienode sowie Lob der Musik) und mit „Il pianto d’Orfeo“ eine szenische Aufführung wird es geben. 40.000 Besucher werden wieder erwartet. Die Schirmherrschaft hat Bundestagspräsident Norbert Lammert übernommen.

Clemens Birnbaum, Direktor der Stiftung Händel-Haus und seit vier Jahren für die Händelfestspiele verantwortlich, sagte, auch im Jahr 2013 wolle man eine dramatische Reihe in den Mittelpunkt rücken. „Wir haben es Macht und Musik genannt“, so Birnbaum. Nicht ohne Grund, wenn vor 300 Jahre endet „der erste große Weltkrieg“ – der spanische Erbfolgekrieg. Im Jahr 1713 hat Händel die Musik zum Friedensvertrag von Utrecht geschrieben.

Nicht nur Barockmusik, auch Genreübergreifende Projekte werde es geben, sagte Clemens Birnbaum. Traditionell wird es dabei wieder die „Bridges to classic“ geben, aber erst im Frühjahr soll der Stargast bekannt gegeben werden. Im Intecta-Kaufhaus steht eine Begegnung von Barock und portugiesischem Fado an.

Das Ensemble Concert Royal wird „Acis and Galatea” präsentieren, und das in einer Aufführung, die letztmalig im 18. Jahrhundert zu sehen sein wird. Teile des Stückes werden in Englisch, weitere Teile in Italienisch zu hören sein, sagte Leiterin Karla Schröter. Es soll eine Mischung aus Barock und Moderne sein, mit einem Schuss Erotik zwischen dem Schäfer Acis und der Nymphe Galatea. Zum Bühnenbild will Schröter noch nicht zu viel verraten. „Wir bemühen uns, ein internationales Solistenteam zusammenzustellen.“ Alle Sänger seien zwischen 24 und 30 Jahren alt.

Im Januar 1705, Händel war noch nicht ganz 20 Jahre alt, hatte seine erste Oper am Gänsemarkt in Hamburg Premiere: Alcina. Auch diese wird zu den Festspielen zu sehen sein. Halles Opern-Chef sprach von einer „leichten Oper“, die allerdings ihre Ecken und Kanten habe. Da müsse man bei der Besetzung sehr aufpassen. Zum Teil werde es das Ensemble aus dem Händelfestspielorchester bestehen, zum Teil aber auch von externen Musikern unterstützt. Derzeit sucht Köhler noch nach der richtigen Sängerin. „Wir sind noch auf der Suche“, sagte er. Bei Alcina handele es sich um eine barocke Soap Opera mit Liebe und Macht. Wie Köhler sagte, sei die Oper zweisprachig – „das ist eine interessante Mischung. Die war damals üblich.“

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh sprach von einem „Feuerwerk musikalischer Aufführungen – ein dreifaches O – Oper, Oratorien, Orchesterwerke.“ Das Festival sorge auch international für Furore. Dorgerloh spielte mit dem Motto „Händel – Macht und Musik“. „Wenn man das ‚und‘ weglässt, bekommt man Händel macht Musik“, sagte er. Er gab auch die Händelpreisträgerin 2013 bekannt. Es wird Magdalena Kožená

Der Etat liegt bei etwa 1,45 Millionen Euro. Möglich sind die Händelfestspiele vor allem durch finanzielle Mittel der öffentlichen Hand, aber auch durch Sponsoren und Zuwendungen von Lotto.

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