Kulturdezernentin kann zu TOO-Zukunft nicht antworten: Hochkultur ist Chefsache

5. September 2013 | Kultur | 2 Kommentare

Wegen anstehender Kürzungen durch die Landesregierung drohen der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle drastische Einschnitte oder gar die Insolvenz. Der Kulturausschuss wollte sich damit am Mittwoch beschäftigen.

Oper Halle

Doch ohne Erfolg. „Die TOO ist Chefsache“, argumentierte Kulturdezernentin Judith Marquardt und konnte daher nur Antworten geben, die wenig weiterhelfen. Beispielsweise auf die Frage von Inés Brock (Grüne) nach Gesprächen mit Dessau. Die Muldestadt steht nämlich vor dem gleichen Problem in Halle. Wegen Zuschusskürzungen vom Land muss das Anhaltische Theater sparen. Die Dessauer hatten deshalb im Stadtrat einen Beschluss gefasst, mit Halle zusammenzuarbeiten. „Soweit ich weiß, gibt es noch keine Gespräche“, so Marquardt. Allerdings wolle Wiegand in den September-Stadtrat einen Beschluss zur TOO einbringen, erklärte die Dezernentin auf Brocks Nachfrage, wie denn der Stadtrat in das Strukturierungskonzept eingebunden wird. Es wird der Beschluss sein, die Insolvenz auszulösen. „Ab wann übernehmen Sie“, fragte Brock nach, ob denn die Zuständigkeit der TOO bald mal ins Kulturdezernat wechselt. „Das ist derzeit nicht absehbar“, so Marquardt.

SPD-Stadtrat Detlef Wend wollte wissen, ob der der Oberbürgermeister wenigstens Druck beim Land macht, um gegen die Kürzungen zu protestieren. „Beim Damm setzt man sich auch über Hürden hinweg“, sagte er. Marquardt weiß es nicht. „Ich gehe davon aus, dass der Oberbürgermeister mit dem Minister im Gespräch ist“, mutmaßte sie. Sowohl Brock als auch Wend forderten ein, diese Aussagen ins Protokoll aufzunehmen.

Rein formell ist der Kulturausschuss auch gar nicht zuständig. Denn mit der Gründung der TOO als GmbH hat der Rat seine Zuständigkeit abgegeben. Stattdessen wurde ein Aufsichtsrat installiert.

Print Friendly, PDF & Email
2 Kommentare

Kommentar schreiben