Kulturausschuss streitet über Museumsdirektorin

6. März 2013 | Kultur | 1 Kommentar

Im Streit aus den Haushaltsberatungen ist etwas Luft raus, schon hat Oberbürgermeister Bernd Wiegand den nächsten Kriegsschauplatz mit den Stadträten aufgemacht. Diesmal geht es um die Besetzung der Direktorenstelle des Stadtmuseums. Wiegand hatte hier die abgesetzte Personalamtsleiterin Jane Unger eingesetzt, nachdem diese sich vor Gericht eine ihrer Bezahlung angemessene Stelle eingeklagt hat.

Auch das Stadtmuseum macht mit

Eine Kuratorin und parallel eine Direktorin sehe der Stellenplan nicht vor, argumentierte Ulrike Wünscher (CDU). Der Rat habe sich 2010 bewusst für die Einstellung einer Kuratorin entschieden, um Sachverstand von Außen zu holen. So lange sollte der Direktorenposten ruhen. Daneben sei 2010 auch eine Ausschreibung der Stelle zugesagt worden. Weil bis September auch noch die Kuratorin engagiert sei, komme es zu einer Doppelbesetzung und einem Aufwuchs im Haushalt.

Wiegand dagegen verteidigte sein Vorgehen. „Wir haben nur eine Stellenverschiebung“, meinte das Stadtoberhaupt. Eine Doppelbesetzung sieht er nicht für gegeben. Die Stelle sei viel mehr von einem Bereich in den anderen gewandert und führe nicht zu Mehrkosten. Durch die Reduzierung der Verwaltungseinheiten (Ämter) sei dies möglich geworden. Die Besetzung der Direktorenstelle sei sehr wichtig. „Verwaltungs- und betriebswirtschaftlicher Sachverstand soll Einzug halten.“ Es gelte das Museum auf ein Niveau zu bringen, das der Fortentwicklung der Stadt genüge trägt. Das ist bislang nicht geschehen.“

Stadträtin Wünscher fragte aber auch, wer sich denn um den geplanten zweiten Teil der Dauerausstellung kümmern soll. Wiegand hofft darauf, dass die jetzige Kuratorin Susanne Feldmann bleibt. Andernfalls könne man durch die jetzige Lösung auch weiterhin eine Kuratorenstelle finanzieren. Das wollte Ulrike Wünscher schriftlich im Protokoll vermerkt haben. Ob Feldmann bleibt ist noch unklar. Gerne wolle sie den zweiten Teil machen. Doch das nicht bedingungslos. Denn als frühere Freiberuflerin und derzeitig befristet Angestellte gehe es auch um ihre eigene Zukunft. Einen Punkt ihrer Entscheidung macht Feldmann von der künftigen strategischen Ausrichtung des Museums abhängig.

Detlef Wend (SPD) erklärte, er könne den aufgekommenen Unmut verstehen. Schließlich habe man lange über das Thema Stadtmuseum diskutiert. Bei der jetzigen Stellenbesetzung habe er nur das Gefühl, dass jemand „über“ ist. Erwin Bartsch (Linke) regte gar an, die Kuratorenstelle mit Mitarbeitern des Museums zu besetzen, dort sei die nötige Qualifikation vorhanden. Eine Idee, die Ulrike Wünscher völlig absurd findet. „Ich weiß nicht wie sie auf die Idee kommen, dass es aus dem Haus gemacht werden könnte.“ Seit 23 Jahren sei das Stadtmuseum nicht in der Lage, aus eigener Kraft eine Dauerausstellung hinzubekommen. Glücklich könne man sich schätzen, dass mit Volker Rodekamp der Leiter des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig die hallesche Einrichtung kostenlos berät.

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