Konservatorium: Stadt will Gebühren anheben

11. September 2013 | Kultur | 1 Kommentar

Eltern, die ihre Kinder aufs Konservatorium in Halle schicken, müssen wohl bald tiefer in die Tasche greifen. Kulturdezernentin Judith Marquardt hat für die städtische Musikschule eine „Anpassung der Gebühren angekündigt. Im Oktober soll die Vorlage in den Kulturausschuss eingebracht werden.

Mit der Erhöhung soll eine Anhebung der Honorare für Lehrkräfte auf 18 Euro pro Stunde ermöglicht werden. Ursprünglich hatte der Stadtrat bereits im Juni beschlossen, die Honorare anzuheben und dafür Mehrausgaben in Kauf genommen. Dagegen hatte aber Oberbürgermeister Bernd Wiegand Widerspruch eingelegt. Er will keinen Haushaltsaufwuchs gelten lassen. Deshalb sind die nötigen Gelder auch nicht im Haushalt eingeplant.

Annegret Bergner (CDU) sprach von „hochgradiger Empörung.“ Es sei vertrackt, eine Gebührenerhöhung mit den Honorarsätzen zu verknüpfen, so Bergner, weil man dann die Lehrer als Schuldige für die Gebührenerhöhung ansehen könnte. Für Detlef Wend (SPD) ist das Vorgehen das Oberbürgermeistern „kein faires Verhalten“.

Derzeit sind am Konservatorium 29 festangestellte Mitarbeiter und 84 Honorarkräfte tätig. Jedoch sind die Honorarbeschäftigten teilweise nur für wenige Unterrichtsstunden pro Woche anwesend. Die Honorare gelten seit 1998. Sie liegen aktuell bei 15.31 Euro. Davon müssen allerdings die Beschäftigten sich auch noch selbst versichern und Steuern leisten. Eine lukrative Summe bleibt da nicht mehr übrig. Insbesondere herausragend qualifizierte Lehrkräfte machen daher einen Bogen um das Konservatorium, die Musikschule findet dadurch kaum noch Honorarkräfte.

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