Industriegebietskinder: Jugendtheaterprojekt im Gasometer Halle

15. April 2015 | Kultur | 4 Kommentare

Vom 29. Mai bis 7. Juni 2015 findet erstmalig das Jugendtheaterfestival INDUSTRIEGEBIETSKINDER im GASOMETER HALLE statt. Im Zentrum des Festivals stehen drei Inszenierungen zu ehemals wichtigen Industriestandorten: Halle-Neustadt (Chemiearbeiterstadt), Berlin-Oberschöneweide (Elektroindustrie), Dortmund-Hörde (Stahlindustrie). Große Arbeitgeber prägten einst die Lebenswelten ihrer Standorte ebenso wie die Biografien ihrer Arbeiter. Aus produktiven Betrieben und Fabriken sind Brachen geworden. Verblieben sind die damals Werktätigen – heute Rentner.
industriegebietskinder
In einem groß angelegten Projekt begaben sich drei Jugendtheater – das Thalia Theater Halle, das Kinder- und Jugendtheater Dortmund und das Theater Strahl Berlin – auf Spurensuche. In gegenseitigem Austausch und in enger Zusammenarbeit wurden an den verschiedenen Häusern thematisch verwandte Theaterstücke entwickelt und inszeniert. Alle drei Stücke kommen im Rahmen des Festivals gemeinsam in Halle zur Aufführung.

Die Hallenser Produktion namens NEU STATT STERBEN wird mit 15 Jugendlichen der Region und Schauspielern des Thalia Theater und neuen theater Halle sechs Mal im Gasometer zu sehen sein. Mit dem Kombiticket „3 zu 2“ können alle drei Produktionen zum ermäßigten Preis besucht werden. (Kombiticket „3 zu 2“ Preis 30 € / erm. 16 € für NEU STATT STERBEN, ACH JE DIE WELT und THE WORKING DEAD).

Eingebettet sind die Inszenierungen in ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops (Graffiti, Plattengießen, Skaten etc.), Filmabenden mit Archivbeiträgen, einem Zeitzeugenforum sowie Live-Konzerten bekannter Hallenser Jugendbands, Chöre und Orchester.

Ermöglicht wird das Festival durch die freundliche Unterstützung zahlreicher Partner in der Region, wie den Freunden des NEUEN THEATERS Halle (Saale) e.V., der GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH, der GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe, den Stadtwerken Halle, der Gesellschaft der Freunde des Thalia Theaters e.V., dem Weinberg Campus e.V., dem Puschkino, dem Kino Zazie, Gerüstbau Wilhelm, Horn Versicherungstechnik und KLEUSBERG GmbH & Co. KG.

Das Programm wird ermöglicht durch Kooperationen mit der Stiftung Moritzburg Halle, der Bürgerstiftung Halle, dem Kinder-, Jugend- und Familienzentrum „Dornröschen“, dem Mehrgenerationenhaus „Pusteblume“, der Freiraumgalerie, Werkleitz Gesellschaft e.V. und dem Monstronale Festival.

Das Projekt INDUSTRIEGEBIETSKINDER wird gefördert durch „Wege ins Theater!“, das Förderprogramm der ASSITEJ im Rahmen von „Kultur macht stark! Bündnisse für Bildung“.

Doris Henning, Pressesprecherin der GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH: „Halle-Neustadt hat im zurückliegenden Jubiläumsjahr der Grundsteinlegung viel Interesse und positive Wahrnehmung erfahren. Vor allem die vielen Projekte unterschiedlicher Neustadt-Akteure haben das bewirkt. So ist der Blickwinkel breiter geworden, ein anderes Bild entstanden, das sich zunehmend abhebt vom stereotypen Verriss der „Platte“. Das Theaterfestival INDUSTRIEGEBIETSKINDER setzt mit dem Stück NEU STATT STERBEN die künstlerische Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Zukunft des Stadtteiles fort, aus der Sicht derer, die dessen Zukunft gestalten sollen. Wie reflektieren sie Geschichten und Geschichte, welche Chancen sehen sie, wie viel „NEU“ ist aus ihrer Sicht möglich? Wir sind sehr gespannt.“

Angela Papenburg, Geschäftsführerin der GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe: „Für das Festival INDUSTRIEGEBIETSKINDER haben wir Schulen, mit denen die GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe gut zusammenarbeitet, sehr gerne Eintrittskarten zur Verfügung gestellt, weil es wichtig ist, dass Jugendliche sich mit ihrer Stadtgeschichte, mit eigenen und fremden Lebenswelten auseinandersetzen. Heimat ist nicht nur Gegenwart, sondern auch Vergangenheit und Zukunft. Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen, verschiedene Perspektiven und die Vielfalt in ihrer Heimatstadt zu entdecken.“

Ramona Fitzner, Vorsitzende der Freunde des NEUEN THEATERS Halle (Saale) e. V.: „Wir fördern das Projekt INDUSTRIEGEBIETSKINDER, denn es erzählt von uns, den Menschen der Industrieregion Halle, Halle-Neustadt sowie dem Saalekreis, und der Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Dieses besondere Festival verbindet das alltägliche Leben mit unserer Geschichte, vermittelt Bildung und ist ein kulturelles Ereignis in der Stadt Halle. Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste aus Berlin und Dortmund und ein vielfältiges Programm für die ganze Familie.“

(Foto: Falk Wenzel)

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