Hessen! Der Florian Lutz, der kommt!

18. November 2019 | Kultur | 28 Kommentare

Es ist bestätigt! Wie die Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst vermeldet, wird Florian Lutz neuer Intendant des Staatstheaters Kassel. Der gefeierte Theatermann wird Halle also verlassen. Der gebürtige Kölner tritt sein Amt in Hessen zur Spielzeit 2021/2022 an und erhält zunächst einen Fünf-Jahres-Vertrag. Bei einer Pressekonferenz am kommenden Freitag in Kassel wird Lutz sich vorstellen.

Die Hessen freuen sich: Lutz passt zu Kassel

„Mit Florian Lutz gewinnen wir einen der gefragtesten Akteure des gegenwärtigen Theaterlebens für Kassel und Hessen“, erklärt die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „In seinen Regiearbeiten und vor allem in seiner Intendanz an der Oper Halle hat er eindrucksvoll bewiesen, dass eine zeitgenössische künstlerische Handschrift und großer Publikumserfolg keine Gegensätze sind. Gerade zu Kassel als Stadt der Moderne und der Gegenwartskunst passt Florian Lutz ideal.“„Wir setzen großes Vertrauen in die Arbeit von Florian Lutz. Mit ihm haben wir einen angesehenen und innovativen Opern-Regisseur als Nachfolger des langjährigen und erfolgreichen Intendanten Thomas Bockelmann gefunden. Freuen wir uns auf ein spannendes und vielversprechendes Kapitel in der Geschichte unseres Staatstheaters!“, sagt Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle.

Die Kasseler Kulturdezernentin Susanne Völker betont: „Mit der Entscheidung für Florian Lutz bekommt das Kasseler Staatstheater einen neuen Intendanten, der in den letzten 15 Jahren einen beeindruckenden Weg genommen und eine moderne und couragierte künstlerische Handschrift entwickelt hat. Dass er die Nachfolge des erfolgreichen und für Kassel in den letzten beiden Jahrzehnten prägenden Intendanten Thomas Bockelmann antritt, eröffnet dem renommierten Haus eine vielversprechende Zukunftsperspektive.“

Gegen 40 Bewerbungen durchgesetzt

Florian Lutz hat sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen rund 40 Mitbewerberinnen und -bewerber durchgesetzt. Zur Findungskommission unter dem Vorsitz von Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn gehörten Bodo Busse (Generalintendant Staatstheater Saarbrücken), Prof. Hans-Jürgen Drescher (Präsident der Bayerischen Theaterakademie August Everding), Jan-Sebastian Kittel (Referatsleiter Theater und Musik, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Prof. h. c. Barbara Scheuch-Vötterle (Geschäftsführende Gesellschafterin Bärenreiter-Verlag Kassel),Prof. Marion Tiedtke (Schauspiel Frankfurt und Hessische Theaterakademie) und Susanne Völker (Kulturdezernentin der Stadt Kassel) an.

Florian Lutz. Bild: Oper Halle

Nachfolger von Thomas Bockelmann

Lutz folgt auf Thomas Bockelmann, der seit der Spielzeit 2004/2005 das Staatstheater Kassel leitet. „Thomas Bockelmann hat als Kasseler Intendant eine Ära geprägt. Wir sind stolz und dankbar für die bewundernswert lange Zeit, die er nun schon unser Staatstheater leitet“, sagt Ministerin Dorn. „Für einen Abschied ist es heute aber noch viel zu früh: Ich freue mich auf die eineinhalb verbleibenden Spielzeiten, vor allem natürlich auf die Vollendung von Wagners ,Ring‘“.

Hintergrund:

Florian Lutz, 1979 in Köln geboren, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin. Seit der Spielzeit 2016/17 ist er Intendant der Oper Halle. Unter seiner Leitung wurde die Oper neben vielen weiteren Auszeichnungen 2018 in der Kritikerumfrage des Fachmagazins „Die Deutsche Bühne“ das „Beste Theater abseits der Zentren“, erhielt 2017 den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ für die spartenübergreifende Raumbühne „Heterotopia“ und 2019 den Theaterpreis des Bundes.

Eine Meldung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst
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Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 29)
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  • #360911

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    #360912

    Brain Train, leider!

    #360913

    Was für intellektuell arme Suppen sind nur diejenigen in den Gremien, die ihn u n b e d i n g t haben gehen sehen wollen, weil sie „vom Fach“ sind oder als Intendant über die Hintertür zu viele Rosinen im Kopf haben…

    #360914

    „Der gefeierte Theatermann wird Halle also verlassen“
    Ja, vom Netzwerk, aber nicht von den Zuschauern. Und auf die kommt es an, nicht darauf, ob sich Theaterleute selber feiern.
    Ob den Kasslern die Raumbühne gefallen wird?
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/11/Kassel_Staatstheater_innen_03.jpg/1280px-Kassel_Staatstheater_innen_03.jpg
    Ich bin schon mal gespannt, wie die Theatergastronomie nach der Umgestalung aussieht.
    https://theatergastronomie.com/wp-content/uploads/2019/07/theatre-500×800.jpg
    @SfK: Welche Vorstellungen hast du denn besucht?

    #360915

    Anonym

    Wenn jetzt noch jemand was von Halle als Kulturhauptstadt träumt, der soll einfach an die obige antikulturelle Provinzposse denke.

    #360916

    So long! Und danke für den frischen Wind!

    #360917

    Brain Train, leider!

    Seht wie der Zug von Millionen..

    Aber Spaß beiseite: bei aller ausgeglichener Zu-und Abwanderungsstatistik stimmt ein solcher Brain-Drain, zumal von der Stadt selbst verursacht, schon nachdenklich.

    #360919

    Soweit kommt es eben, wenn Kleingeiste und Banausen an den Schaltstellen zur Kultur sitzen. Armseelige Wichte…

    #360927

    Wer von denen. die hier ihr abgrundtiefes Bedauern ausdrücken, war denn in einer Vorstellung?

    #360930

    Na du kannst es jedenfalls nicht gewesen sein, gehst du doch nur die Oper, wenn du mit dem Auto ins Foyer kannst.

    #360952

    Ich bin kein Opernbesucher, möchte aber als quasi Außenstehender bemerken, dass so ein moderner Opernintendant vermutlich in Kassel, wo mit der documenta avantgardistische Kunst gezeigt wird, besser aufgehoben ist, als im biederen Halle.

    #360955

    Wäre er hier dann nicht notwendiger, als in Kassel?
    Oder ist er dir einfach zu avantgardistisch?
    Ist auf jeden Fall ein trauriges Statement.

    #360956

    Ein Intendant soll wirklich bieder sein? Dann können wir Oper & Co gleich schließen. Kunst muss immer Avantgarde sein! Alles andere kann weg! Auch das Publikum, dass wohlgefällig und ohne jegliche Anstrengung unterhalten werden will; ja sogar bequemst anreisen möchte.

    #360965

    Ich sehe mich genötigt, meine bisher unbeantwortete Frage an SfK zu wiederholen: Welche Vorstellungen hast du denn besucht?

    “ Die ehemals hoch defizitäre Stadt Kassel hat zum sechsten Mal in Folge mehr Geld eingenommen als ausgegeben.

    „Der für das Jahr 2018 geplante städtische Überschuss in Höhe von 7,7 Millionen Euro konnte im Laufe des Haushaltsjahres mehr als verdreifacht werden“, erklärte die Stadt am Montag. So erzielte Kassel ein Plus von 26,9 Millionen Euro. Die Gründe seien höhere Zuweisungen des Landes, erneut gestiegene Erträge aus der Gewerbesteuer und sehr gute Einnahmen durch den städtischen Anteil an der Einkommensteuer.“ (hessenschau.de)
    Das Geld mus weg,

    #360967

    Das Ausscheiden von Florian Lutz aus Halles Kulturlandschaft bedauere ich sehr. Um die Frage gleich im Voraus zu beantworten: ja ich habe fast alle Opern gesehen. Ich sehe mir lieber eine Aufführung an, die zu Diskussionen anregt, mit der der Intendant gegensätzliche Meinungen hervorruft. Es ist schade!

    #360971

    Ja, Farbspektrum, Kassel hat nun mal mehr Wirtschaftskraft als Halle, nicht mal die Hälfte der AfD-Wähler wie Halle und leistet sich dafür jede Menge Kultur, vor allem auch fortschrittliche.

    #360972

    „Ich sehe mich genötigt, meine bisher unbeantwortete Frage an SfK zu wiederholen: Welche Vorstellungen hast du denn besucht?“

    Ich sehe mich genötigt, dich zu fragen, wann du mich gefragt hast.

    #360975

    teu

    Ich habe da eine Idee:
    Das Ex-Theater des Friedens wird abgerissen. An diese Stelle kommt ein mindestens 100m hohes Windrad hin, welches die kommunalen Einrichtungen künftig bei Wind mit Öko-Strom versorgt.

    #360976

    Mir ist eben die Idee gekommen, eine Komödie zu schreiben.
    Danke an alle, die mich dabei unterstützt haben. Besonders lieben Dank an SfK.

    #360977

    Ich bin da gespalten.
    Fidelio, Inszenierung Florian Lutz: ganz schrecklich.

    Messa da Requiem, Inszenierung Florian Lutz: auf ihre seltsame Art doch beeindruckend.

    Ariadne auf Naxos, nicht von Lutz inszeniert, aber von ihm als Intendant verantwortet: ganz toll!

    #360978

    Vielleicht darf ich Farbspektrum in seiner Empfehlung unterstützen, dass sich Leute, die keine Inszenierungen in Halle gesehen haben, mit ihrem Urteil zurückhalten sollten.
    Andererseits sollte sich natürlich niemand genötigt sehen, hier Bericht abzustatten, was er sich angesehen hat und was nicht.

    #360982

    Ich habe die gleichen 3 Opern wie Clemens gesehen, kann mich aber der vernichtenden Kritik zu Fidelio nicht anschließen. Da wurde mit drastischen Mitteln der Finger in die Wunde“ Sparmaßnahmen“ gelegt. Na gut lustig sind die Einsparungen wirklich nicht und ich habe auch Verständnis dafür,dass da nicht Jeder lachen kann.
    Den Holländer habe ich mir gleich 2X aus verschiedenen Blickwinkeln angesehen, fand ich genial. Meine Kritik, die Zuschauer sollten schon sitzen und nicht mit den Stühlen scharren müssen, wenn der Künstler anfängt zu singen.

    #360983

    NhuDeng hat Verständnis dafür, dass manche über die Fidelio-Inszenierung nicht lachen konnten. Ich denke, der Fidelio wird nicht deshalb immer wieder aufgeführt, weil sich das Publikum über eine gelungene Inszenierung so gut amüsieren kann. Fidelio ist (in Teilen) eine große Oper, weil sie ganz andere Empfindungen auslösen kann, die freilich in Halle alle weginszeniert wurden.

    #361061

    Ich bin sehr gespannt, wie in drei Jahren nach seinem Antritt die Stimmung im Kasseler Theater sein wird. Und ich rede hier ausdrücklich nicht von den Inszenierungen.

    #361062

    Wieso? Geht Rosinski auch nach Kassel? Er ist schon in Halle ein schlechter Drehbuchschreiber.

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