Hallenser André Schinkel erhält den Walter-Bauer-Preis 2012

17. Oktober 2012 | Kultur | Keine Kommentare

Der in Halle (Saale) wohnende Schriftsteller André Schinkel erhält den mit 3.500 Euro dotierten Walter-Bauer-Preis. Der Preis wird im Rahmen einer Festveranstaltung am 7. November 2012 gemeinsam von Jens Bühligen, Oberbürgermeister der Stadt Merseburg, und der Bürgermeisterin der Stadt Leuna, Dr. Dietlind Hagenau, im cCe-Kulturhaus Leuna übergeben. Beginn ist 18:30 Uhr.

Der frühere Preisträger Wilhelm Bartsch schreibt in seiner Begründung: „Nur sehr wenige Dichter und Schriftsteller haben so viele und zum Teil bedeutende Beiträge zu Mitteldeutschland, und hier besonders auch zum Raum um Halle und Merseburg, geleistet, nur sehr wenige tun es so irdisch und wortgewaltig wie André Schinkel. In seinen inzwischen schon so vielen Büchern, besonders Gedichtbänden, ist dieser Raum lebendig geblieben. Der gelernte Archäologe, der André Schinkel ist, gräbt tief in der Landschaft und in der Seele, und er weiß mit seinen Fundstücken umzugehen.“

Der 1972 im sächsichen Eilenburg geborenen André Schinkel wuchs in Bad Düben und Holzweißig bei Bitterfeld auf und lebt seit seiner Lehrzeit in Halle (Saale). Nach seinem Studium der Germanistik und Archäologie beschäftigte er sich mit der Literatur der Neuzeit sowie den meso- und neolithischen Kulturen Mitteleuropas. Er debütierte 1994 mit dem Gedichtband „durch ödland nachts“, dem bis heute weitere 18 Bücher folgten. Zudem arbeitet er als Autor, Lektor und Gutachter und ist seit 2005 Chefredakteur der vom Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen-Anhalt herausgegebenen international arbeitenden Literaturzeitschrift „oda – Ort der Augen“. Für seine Gedichte, Erzählungen und Essays wurde er mit dem Georg-Kaiser-Förderpreis und dem Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis für Lyrik ausgezeichnet. Zudem ist Schinkel seit 2007 Mitglied des P.E.N., der internationalen Schriftstellervereinigung für Poeten, Essayisten und Romanciers.

Seit 1994 vergeben die Städte Leuna und Merseburg alle zwei Jahre gemeinsam den Walter-Bauer-Preis. Damit soll an einen Schriftsteller erinnert werden, der mit seinem umfangreichen literarischen Gesamtschaffen, mit seiner Botschaft der Menschlichkeit und seinem Bekenntnis zum europäischen Geist zu den namhaften deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts zählt.

Das Walter-Bauer-Stipendium in Höhe von 1.500 Euro erhält der gebürtige Merseburger und nunmehr in Halle lebende Bernhard Spring – auch er ist Autor des Mitteldeutschen Verlags -, der damit sein aktuelles Romanmanuskript „Fidschischwein“ voranbringen möchte. Das Stipendium wird in diesem Jahr von der TOTAL-Raffinerie Mitteldeutschland GmbH gestiftet.

Bisherige Walter-Bauer-Preisträger:
1994: Henry Beissel und Dr. Hans-Martin Pleßke
1996: Jürgen Jankofsky
1998: Eva Strittmatter
2000: Wilhelm Bartsch
2002: Wolfgang Hilbig
2004: Prof. Dr. Angelika Arend
2006: Wulf Kirsten
2008: Peter Gosse
2010: Dieter Mucke und Landolf Scherzer

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