Grüne kritisieren Wiegand für Insolvenz der Bühnen-Gesellschaft

5. September 2013 | Kultur | 1 Kommentar

Die drohende Insolvenz der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle sorgt nicht nur bei SPD, CDU und FDP für Kritik, sondern auch bei einstigen Wiegand-Befürwortern.

Dietmar Weihrich (Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

So hatten die Grünen Wiegand in der Stichwahl untertsützt. Doch mit seinem Kurs bei den Bühnen sind sie nicht einverstanden. Daneben kritisiere man die aktuelle Informationspolitik der Verwaltungsspitze. „Eine Insolvenz der TOOH ist nicht zielführend und daher klar abzulehnen. Die Folgen wären unabsehbar“, heißt es in einer Mitteilung. Ein Insolvenzverfahren würde die Qualität des städtischen Kulturangebots nachhaltig schädigen und könnte die finanziellen Probleme nicht lösen, so die Grünen. „Dass Zukunftskonzepte für die Bühnen der Stadt entwickelt und im Stadtrat diskutiert werden müssen, da die bisher bereit gestellten Mittel künftig absehbar nicht mehr ausreichen werden, hat unsere Fraktion bereits vor Jahren mehrfach in Zusammenhang mit den Diskussionen ums Thalia Theater eingefordert. Leider wollte dies damals niemand hören. Diskussionen über die künftige Struktur der Bühnen der Stadt sind kein Tagesgeschäft der GmbH oder Angelegenheit eines Aufsichtsrates, sondern müssen öffentlich und transparent geführt werden. Über den Weg in neue Strukturen ist immer erst in einem zweiten Schritt zu entscheiden.“ so Dietmar Weihrich, Vorsitzender der grünen Stadtratsfraktion.

Auch vor dem Hintergrund der laufenden Haushaltsdiskussionen über den Landeshaushalt, sei die Diskussion über eine Insolvenz der TOOH nicht hilfreich. „Die Kürzungsvorschläge des Landes für die Bühnen der Stadt haben keinen konzeptionellen Hintergrund und können in der Kulturlandschaft des Landes nicht umgesetzt werden. Das Land muss daher die Zuschüsse für die Kultur erhöhen. Derzeit scheint es auch erste Anzeichen dafür zu geben, dass sich die Koalition bewegt. Die Diskussion um eine Insolvenz ist dabei kontraproduktiv. Sie suggeriert, dass die finanziellen Probleme allein durch die Stadt gelöst werden könnten, was aber tatsächlich nicht der Fall ist“, so Weihrich weiter. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die letzte Stadtratssitzung am 10. Juli, in der sich der Stadtrat eindeutig ablehnend zu den angekündigten Landeskürzungen bei der Finanzierung der halleschen Theater und dem Orchester positioniert und den Oberbürgermeister aufgefordert hatte, sich persönlich und vorbehaltlos bei der Landesregierung einzusetzen.

„Es ist für uns außerdem nicht nachvollziehbar, dass die drängendste Aufgabe der städtischen Kulturpolitik – das Thema Zukunft der TOOH – mit Verweis auf verwaltungsinterne Zuständigkeiten im Fachausschuss des Stadtrates keine Rolle spielt“, so Dietmar Weihrich.

„Eisleben und Dessau machen es Halle aktuell vor. Auch bei uns müssen Oberbürgermeister, Stadtrat und die TOOH für den Kulturstandort Halle an einem Strang ziehen.“

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