Georg & Georg: Händelfestspiele in Halle starten

5. Juni 2014 | Kultur | Keine Kommentare

Am Donnerstag starten in Halle (Saale) die Händelfestspiele nach einer flutbedingten Pause von einem Jahr. Bis 15. Juni 2014 warten auf die Besucher wieder rund 100 Veranstaltungen, darunter 47 Verkaufsveranstaltungen an 22 verschiedenen Orten. Nicht nur an traditionellen Orten wird gespielt, auf dem Schiff MS Händel II wird die Wassermusik in einer speziellen Variante präsentiert. Auch in den Lutherstädten Mansfeld und Eisleben finden Aufführungen statt.
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„Die Bedeutung immens“, sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Es sei ein kultureller Höhepunkt für Halle und das Land Sachsen-Anhalt. Das erkenne das Land auch und habe deshalb eine Finanzierungszusage bis 2017 erteilt. Wiegand rechnet in diesem Jahr mit mehr als 50.000 Gästen. Im kommenden Jahr soll das Festival von zehn auf 15 Tage ausgedehnt werden. Wiegand erklärte, die Händelfestspiele künftig stärker vermarkten und in der Stadt verankern wolle.

Musiker der Spitzenklasse erwarten die Hallenser und ihre Gäste, wie beispielsweise Alan Curtis, Andrea Marcon oder Jordi Savall. Unter anderem wird drei große Oratorien und drei Chormusikwerke gebe. Mehrere Erst- und Uraufführungen sind im Festspielprogramm zu finden. Das Motto lautet diesmal “Georg & Georg”, um die Beziehungen der vielen Georgs zu beleuchten: Kurfürst/König Georg I., George II., Georg-Friedrich Händel und dessen Vater Georg Händel. Damit soll insbesondere das Jubiläum 300 Jahre Hannoveraner Könige in England begangen werden.

Eine Premiere gibt es gleich zur Eröffnung am 5. Juni 2014. Erstmals erklingt das Oratorium “Auf das Absterben des Königs von Großbritannien Georg I.”, welches Johann Mattheson bereits 1727 komponierte. Es durfte damals aber nicht aufgeführt werden, weil man eine Beisetzung in aller Stille wollte. Der Schweizer Komponist Daniel Schnyder wurde beauftragt, sein Schauspiel “Alceste” mit neuer Musik zu ergänzen und zu einer neuen Suite für Chor und Orchester auszubauen. Erstmals in Deutschland zu hören ist ein Projekt von Jordi Savall “Krieg und Frieden im barocken Europa”, das einen Bogen vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Utrechter Friedensschluss spannen soll. Im Dom zu Halle wird die Krönungsmusik von George I. aufgeführt.

Am 6. Juni feiert “Arminio” Premiere in der Oper Halle. Das Werk, das Händel im Jahr 1737 komponierte, befasst sich mit der Schlacht im Teutoburger Wald. “Solomon” feiert am 11. Juni seine Erstaufführung nach der Hallischen Händelausgabe.

Doch nicht nur Klassik steht im Mittelpunkt der Händelfestspiele. So wollen gleich drei Konzerte die Brücke zwischen Jazz und Klassik schlagen. Das spanische Ensemble Aademia del Piacere präsentiert “Flamenco & Barock”. Das neue theater setzt sich in der Inszenierung “Rocky Roccoco” szenisch, choreografisch und musikalisch mit der Materie auseinander und kombiniert Musik aus Rennaisance und Barock mit Jazzklängen und zeitgemäßer Musik.

Doch auch viele kostenfreie Veranstaltungen wie die Feierstunde am Denkmal auf dem Markt oder die Kinderhändelfestspiele werden geboten. Auch Vorträge runden das Programm ab. Am 7. Juni 20114 wird es in der Ulrichskirche Artistik zur Musik Händels geben. Zudem finden unter dem Motto „Händelfest in Kinderhand“ wieder die Kinderhändelfestspiele statt. Eine komplette Übersicht der kostenlosen Events finden Sie hier.

Die Tschechin Magdalena Kožená erhält den Händelpreis 2014. Ursprünglich sollte sie bereits in diesem Jahr ausgezeichnet werden, was allerdings wegen der Hochwasser-Katastrophe abgesagt wurde. Die Mezzosopranistin sollte den Ehrenpreis nach ihrem Konzert während der Händelfestspiele am 8. Juni 2014 erhalten. Allerdings musste das Konzert wegen ihrer Schwangerschaft abgesagt werden. Die Veranstaltung wird am 23. November 2014 nachgeholt.

Einer der Höhepunkt ist „Bridges to classic“. Dabei steht der ehemalige Sänger von Electric Lights Orchestra (ELO) Part II, Phil Bates, auf der Bühne. Er wird Hits wie „Don’t bring me down“, „Confusion“ und „Hold on tight“ auf die Bühne.

Tickets für so gut wie alle Veranstaltungen gibt es noch. Bislang sind 27.000 Tickes verkauft. Der durchschnittliche Auslastungsgrad liegt bei 67 Prozent.

Parallel zum Festival findet wieder eine wissenschaftliche Konferenz statt. In diesem Rahmen soll auch erstmals ein Forschungspreis vergeben werden. Exzellente Beiträge junger Wissenschaftler zur Händelforschung sollen so gewürdigt werden. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

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