Festival „Women in Jazz“ bekommt nicht mehr Geld von der Stadt

3. September 2014 | Kultur | Keine Kommentare

Auch wenn das Festival „Women in Jazz“ in seine zehnte Auflage geht, bekommt es keine zusätzlichen Zuschüsse von der Stadt. Das hat der Kulturausschuss entschieden.
women in jazz
Einstimmig votierte das Gremium dafür, auch zur Jubiläumsausgabe 8.000 Euro aus der Stadtkasse beizusteuern. Die Stadtverwaltung selbst hatte 10.000 Euro vorgeschlagen.

Sie sehe die geplante Erhöhung kritisch, sagte Ulrike Wünscher (CDU). Schließlich seien Kürzungen bei der allgemeinen Kulturförderung zu befürchten. Zudem sei die Fördersumme über all die Jahre erhöht worden. Man habe einmal mit 5.000 Euro angefangen. „Ich schätze das Festival“, sagte Christian Feigl (Grüne) vornweg,  jedoch könne er keinen Mehraufwand erkennen, der die Erhöhung rechtfertige. Elbe Schwabe, sachkundige Einwohnerin der Fraktion MitBürger für Halle / Neues Forum, brachte gar eine Preiserhöhung für die Tickets ins Gespräch.

Women in Jazz soll im kommenden Jahr vom 25. April bis 3. Mai stattfinden. Mit Julia Hülsmann plant im kommenden Jahr eine der bedeutendsten Jazzpianistinnen Deutschlands mit der „WorldJazzBand“ ein Kontinente übergreifendes Jazz- & Songprojekt, welches Künstlerinnen aus Europa, Asien, Afrika, Süd- und Nordamerika zusammenführt und wichtige Songs der Musikgeschichte neu interpretiert. Vorgesehen sind Künstlerinnen wie Anja Garbarek, Kate McGarry, Eva Klesse und Akiha Nakashima.

Das SOFIA (Support Of Female Improvising Artists) greift eine Idee des amerikanischen Förderprogramms Sisters in Jazz auf, das zur musikalischen Weiterbildung von Jazzmusikerinnen eingerichtet wurde. Allerdings wird es um eine wichtige Komponente ergänzt. Neben der künstlerischen Profilierung junger Musikerinnen geht es um die Förderung ihrer Vernetzung und Selbstvermarktung. Sieben ausgewählte Musikerinnen aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich besuchen in 13 Tagen Workshops zu Themen wie Booking, PR, Moderation, Labelarbeit, Urheberrechte, Medientraining, Musikphysiologie und weiteres. Zudem studieren sie als SOFIA Band 2015 unter Anleitung internationaler Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker Eigenkompositionen ein, die sie in Konzerten vortragen. SOFIA versteht sich als ein auf Nachhaltigkeit angelegtes Projekt zur Frühförderung junger Musikerinnen. Das Abschlusskonzert findet dann beim Festival 2015 statt.

Die UNI-BIGBAND Halle wird im Oktober 2014 einen Konzertaufenthalt in Brasilien realisieren. Im Gegenzug kommt eine brasilianische Big Band zum Festival nach Halle. Geplant ist eine Festival-Opening-Tour durch Sachsen-Anhalt und ein Abschlusskonzert innerhalb des Festivals.

Zum 10. Festival werden vier europäische Jazzsängerinnen gemeinsam in einem erstmalig aufgeführten Konzertprojekt die wohl populärste Zeit des Jazz noch einmal aufleben lassen – die Zeit des Swing. Bis heute ist Swing-Musik auf der ganzen Welt beliebt und wurde insbesondere in Europa seit den 1940er Jahren in den verschiedensten Formen gepflegt. Im Konzertprojekt „European Swing Ladies“ werden Greetje Kauffeld (Niederlande), Ines Reiger (Österreich), Silvia Droste (Deutschland) und THE SWEET ARTS (Großbritannien) vom Jörg Seidel Quartett begleitet.

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