Ex-Burg-Rektor Ludwig Ehrler verstorben

27. Oktober 2014 | Kultur | 2 Kommentare

Trauer an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle (Saale). Ex-Rektor Prof. Ludwig Ehrler ist in der vergangenen Woche in Leipzig nach einer Herz-OP im Alter von 75 Jahren verstorben.

Ehrler hatte in Halle Malerei studiert. 1983 erhielt er den Architekturpreis des Rates des Bezirkes Halle für die Gestaltung des mittlerweile abgerissenen „Prisma“-Kinos in Halle-Neustadt, seine Farbspektren zierten das Foyer. 1992 erhielt Ehrler den ersten Kunstpreis des Landes Sachsen-Anhalt. Von 1994 an hatte er eine Professur für Grundlagen an der Burg Giebichenstein. Zwischendurch war er Stadtrat für die MitBürger, zudem Vorsitzender des Kulturausschusses. Zwischen 1998 und 2003 war er Rektor der Burg. Zu sehen ist eine seiner Gestaltungen heute noch im Raum der Stille an der Uniklinik.

udwig Ehrler wurde 1939 in Leipzig geboren und wuchs in Sachsen und im Vogtland auf. Nach seinem Studium der Malerei an der BURG, welches er 1965 abschloss, war er lange Zeit freischaffender Künstler in Halle. 1983 erhielt er den Architekturpreis des Rates des Bezirkes Halle für die Gestaltung des Kinos „Prisma“ in Halle-Neustadt, 1992 den Ersten Kunstpreis des Landes Sachsen-Anhalt.

1994 wurde er als Professor für Bildnerische Grundlagen / Farbe_Licht_Raum im Fachbereich Design der BURG berufen, wo er bis 2004 lehrte und von seinen Studierenden hoch verehrt wurde. Bereits vier Jahre nach seiner Berufung wurde er zum Rektor gewählt und navigierte die Hochschule bis 2003 mit seiner positiven und warmherzigen Art und klaren Haltung durch eine schwierige Phase des Umbruchs.

Als bildender Künstler befasste er sich vor allem mit Kunst-am-Bau-Projekten. So gehört zu seinen frühen künstlerischen Arbeiten die Innengestaltung des bereits erwähnten Kinos „Prisma“ in Halle-Neustadt, welches 1999 zerstört wurde. Hauptwerke seines Schaffens sind der Kircheninnenraum von St. Mariä in Tripkau, der Raum der Stille im Universitätsklinikum Halle (Kröllwitz), die Werke für die Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle des Krankenhauses Martha-Maria in Halle-Dölau sowie das Farbkonzept der Werkhallen für das BMW Werk in Leipzig.

Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Hochschuldienst engagierte er sich politisch bei den MitBÜRGERN für Halle und vertrat diese von 2004 bis 2013 im Stadtrat der Stadt Halle. 2005 wurde er für sein vielfältiges Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Mit seiner authentischen Persönlichkeit, seiner klaren Haltung, seiner Freude am Diskurs, seiner Toleranz und seiner warmherzigen Zugewandtheit war Ludwig Ehrler für die BURG eine der prägendsten Persönlichkeiten der Nachwendezeit. Sein „Schön, dass Du da bist ….“, das er seinen Freunden aufmunternd zurief, seinen Humor und seine Zuwendung wird die Hochschule sehr vermissen.

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Dieses Thema enthält 2 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  MaxAnton vor 4 Jahre, 1 Monat.

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  • #121179

    Trauer an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle (Saale). Ex-Rektor Prof. Ludwig Ehrler ist in der vergangenen Woche in Leipzig nach einer H
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    #121180

    Ein wirklich netter und zuvorkommender Herr, schade…

    Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten. (Erwin Pelzig)

    #121370

    Es ist nicht nur schade, es ist auch traurig.

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