Ehemaliges Thalia Theater in Halle wird „Die Bude“

3. September 2012 | Kultur | Keine Kommentare

Im Juni gingen im Thalia Theater in Halle (Saale) die Lichter aus, die letzte Vorstellung in der Kardinal-Albrecht-Straße lief. Doch im Gebäude geht es nun weiter. nt-Schauspieler Jonas Schütte will das Haus übernehmen und betreiben. „Die Bude“ soll im Oktober an den Start gehen. Was ist genau geplant? HalleSpektrum.de hat Jonas Schütte zu diesen und anderen Punkten gefragt.

Wie kamen Sie auf die Idee für dieses Projekt?
Die Idee kam mir, als in einer Vollversammlung verkündet wurde, dass dieses Gebäude geschlossen wird. Da war ich etwas überrascht, dass man jetzt eine so moderne Bühne mehr oder weniger voll ausgestattet übernehmen kann. Da ich meinen Jugendclub seit drei Jahren leite, hatte ich dann auch schon eine Vorstellung davon, wer da aktiv werden kann.

Was genau wird das neue Konzept ausmachen? Auf was können sich Besucher, aber auch Theatermacher freuen?
Das Konzept wird so aussehen, dass zum einen Schüler-Gruppen, Studenten-Gruppen und andere freie Gruppen dort eine moderne Spielstätte zur Verfügung gestellt bekommen. Zum anderen werden die Jugendclubs des Thalia unter der Leitung von Michael Morche und und des Neuen Theaters unter meiner Leitung dort ihre Projekte verwirklichen können. Ziel ist es, das Bühnenspektrum möglichst breit zu fächern. Es wird Tanztheater, Kabarett, Sprechtheater, Musik, Opern, etc. geben. Ein Bühnenzentrum von jungen Leuten für alle. Auch die Gastronomie soll von Schülern und Studenten betrieben werden.

Für das Projekt ist der Kauf der Immobilie geplant. Wie gestaltet sich die Finanzierung? Wer wird Eigentümer? Die TOO sprach bislang von sehr hohen Betriebskosten – wie wollen Sie hier entgegenwirken?
Der Kauf der Immobilie wird von mir unabhängig stattfinden, dazu kann ich nichts sagen. Ich werde mich da sozusagen einmieten und über die Eintrittsgelder das Projekt finanzieren. Auch Fördermittel sind geplant und gewollt. Die hohen Betriebskosten werden sich mit einem Eintrittspreis von 5 Euro und den nötigen Besuchern decken. Da wir an allen anderen Ecken zunächst Ehrenamtlich arbeiten, um diese Bühne am Leben zu halten, ist das sehr gut möglich.

Wer wird Betreiber sein?
Ich bin der Initiator des Projekts und Betreiber des Konzepts. Montags und Donnerstags wird von uns die Bühne betrieben, die ganze Woche über das Innenleben des Theaters, also die Gastronomie, die Garderobe, und wenn möglich technische Aufgaben.

Wer ist alles mit engagiert? Mit wem arbeiten Sie zusammen?
Ich arbeite an diesem Projekt hauptsächlich mit Michael Morche und seinem Thalia-Jugendclub und seinem Verein Spielmitte zusammen, aber auch verschiedene Künstlergruppen haben ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit angekündigt.

Wann genau wird es losgehen? Was wird Besucher zum Start erwarten?
Die Eröffnung ist am 14. Oktober um 14:00. An diesem Tag soll das Konzept der Bude auf den Punkt gebracht werden, das heißt viele unterschiedliche Gruppen werden auf der Bühne stehen, wie zum Beispiel die Uni-Big-Band, Kapelle Böllberg, unsere Jugendclubs, die Gruppe Kabarett-hoch-7, und viele weitere. Danach wird der normale Spielbetrieb losgehen. Vorerst jeden Montag und jeden Donnerstag. Auf diese Tage wollen wir uns aber nur bedingt festlegen, weil manche nur am Wochenende auftreten können.

Werden noch Mitstreiter gesucht, wenn ja wofür?
Es werden noch Mitstreiter gesucht, ja. Besonders im Bereich der Verwaltung kommen viele Aufgaben auf uns zu. Auch weitere Abendfüllende Programme werden noch gesucht für die Spieltermine nach der Eröffnung. Wer uns unterstützen möchte, in welchem Bereich auch immer, ist herzlich Willkommen.

Wie geht es mit dem Puschkino weiter? Wird dies mit zum neuen Konzept gehören?
Das Puschkino wird zum einen seinen kleinen Saal vorne behalten, und auch vor der Eröffnung schon Filme auf der großen Bühne zeigen. Das Puschkino gehört nicht direkt zu unserem Konzept, aber wir versuchen, so eng wie möglich zusammen zu arbeiten. Bei der Eröffnung wird auch ein Film gezeigt.

Wie wollen Sie sich von bisher bestehenden Angeboten in Halle abheben?
Die Bude soll ein abwechslungsreicher Ort für verschiedenste Besucher werden. An jedem Veranstaltungsabend gibt es etwas anderes, aber immer von jungen und engagierten Menschen. Ein Haus, das von jungen Leuten betrieben und bespielt wird gibt es sonst nicht in Halle.

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