Deutscher Filmpreis in Halle verliehen: Ehrenpreis für Winnetou-Komponist

25. Oktober 2014 | Kultur | Keine Kommentare

Im Rahmen einer glanzvollen Gala wurde gestern Abend erstmals der DEUTSCHE FILMMUSIKPREIS zum Auftakt der 7. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt im Steintor Varieté Halle verliehen. Martin Böttcher, der mit seinen „Winnetou“-Scores Filmgeschichte schrieb, erhielt den Ehrenpreis der deutschen Filmmusik. Die Jury würdigte damit das Lebenswerk des großen Filmkomponisten. Insgesamt wurde der Deutsche Filmmusikpreis in vier Kategorien vergeben.
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Im Rampenlicht der Preisverleihung standen keine großen Schauspieler und Regisseure, sondern die Meister der Klänge und Emotionen. Erst die Filmmusik verleihe einer großen schauspielerischen Leistung wahre Tiefe, betonte auch Laudatorin Rebecca Immanuel, die an diesem Abend eine Brücke von der Schauspielerzunft zu den anwesenden Filmkomponisten schlug. Die Filmmusik einmal in den Mittelpunkt zu stellen, genau darum ging es den Veranstaltern IAMA (International Academy of Media and Arts e.V.) und der DEFKOM (Deutsche Filmkomponistenunion), die den Preis ins Leben gerufen haben.

Die Auszeichnung „Beste Musik im Film“ ging an Adolf-Grimme-Preisträger Dieter Schleip, der für die Musik der Bestseller-Verfilmung „Seegrund – Ein kluftiger Krimi“ nominiert war. Die Jury war sich einig, dass Dieter Schleips Filmmusik „genau die richtige Balance zwischen Humor, Spannung, Atmosphäre und Empathie herstellt – ein Gleichgewicht, das mit Sicherheit gerade für diesem Film besonders schwierig zu treffen war.“

Der junge Filmkomponist John Gürtler erhielt die Trophäe „Bester Song im Film“ für „What Love is“, den er eigens für das prämierte Familiendrama „Antons Fest“ komponierte. Ein Höhepunkt des Abends war die spontane Aufführung des Songs vom Komponisten selbst mit Begleitung von Jan Miserre an der Hammondorgel. In der Kategorie „Nachwuchspreis“ wurde die vielseitige Künstlerin Verena Marisa Schmidt ausgezeichnet, die bereits für den Tatort „Am Ende des Flurs“ und das Drama „Operation Zucker“ die Filmmusik komponierte.

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Besonders bewegend war die Ehrenpreisverleihung an Martin Böttcher mit persönlichen Videobotschaften von „Winnetou-Legende“ Pierre Brice und Jury-Mitglied Ralf Wengenmayr („Schuh des Manitu“).
Für die musikalische Umrahmung sorgten die für ihre virtuosen Filmmusikadaptionen bekannten Quattrocelli mit einer mitreißenden Bühnenshow und Akademix – Die Band der Deutschen Filmakademie, die sich aus prominenten Komponisten und Mitgliedern der Deutschen Filmakademie zusammensetzt.

Die 7. Filmmusiktage „Crossing the Bridge“ werden am Samstagabend mit einem Galakonzert in der Oper Halle zu Ende gehen. Unter der bewährten Leitung von Bernd Ruf wird die Staatskapelle Halle zahlreiche Stars der Filmgeschichte ohne Leinwand zu neuem Leben auferstehen lassen. Viktoria Tolstoy, vielbeachtete schwedische Jazzsängerin und Ur-Ur-Enkelin Leo Tolstois.

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