Das sind die neuen Spielpläne von Theater, Oper und Orchester 2018/19

22. Mai 2018 | Kultur | 1 Kommentar

Mit der heutigen Pressekonferenz hat die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle ihren Spielplan für die Saison 2018/19 der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt 30 Neuproduktionen wird die GmbH in der kommenden Spielzeit ihrem Publikum präsentieren, dazu kommen zahlreiche Konzerte der Staatskapelle Halle und des Händelfestspielorchesters in unterschiedlichsten Konzertreihen und Konzertformaten.

Staatskapelle und Händelfestspiele

Stefan Rosinski, Geschäftsführer der Bühnen Halle, stellte die Konzertreihen der Staatskapelle und des Händelfestspielorchesters vor. Die Sinfoniekonzerte in der Georg-Friedrich-Händel HALLE enthalten einen kompletten Zyklus aller Sinfonien und Solokonzerte von Johannes Brahms. Jeweils verschiedene, profilierte Dirigenten und Solisten werden sich mit dem Kernrepertoire romantischer Sinfonik auseinandersetzen. Die weiteren Programme spielen die besondere Größe des Orchesters aus: Werke vom Beginn des 20. Jahrhunderts von Gustav Mahler, Richard Strauss, Dmitri Schostakowitsch bis zu den französischen Impressionisten erlauben dem Orchester die Entfaltung seiner klanglichen Möglichkeiten.
Die Klassik-Reihe – neu benannt >Klassik Plus< – wird jeweils einen Klassiker im Mittelpunkt haben, kombiniert mit kontrastreich, ergänzenden Werken, die reizvolle wie populäre Zugänge zur klassischen Musik erlauben. Die ebenfalls neu benannte Reihe der barocken Orchestermusik bezieht sich auf Georg Friedrich Händel als wohl berühmtesten Sohn der Stadt Halle. Von hier aus zog er in die Welt – damals nach Italien und England – und darum heißt sie statt >Händel zu Hause< nun >Händels Welt<. Vor dem abschließenden Oster-Oratorium La Resurrezione präsentiert das Orchester Werke von Händel und seinen Zeitgenossen. Im Zentrum dieser Konzerte steht jeweils ein Solist mit seinem Instrument: Cembalo, Violine oder Oboe. Mit diesen Partnern präsentieren die Musiker des Händelfestspielorchesters ihre besonderen Kenntnisse auf historischen Instrumenten.
Zu diesem umfassenden Konzertangebot kommen die traditionsreichen und beliebten Familien-, Picknick- und Pavillonkonzerte sowie Kammerkonzerte, Gastspiele und vieles mehr, mit dem die Staatskapelle Halle sich als zeitgenössischer Klangkörper und als Kulturbotschafter für Stadt und Land präsentiert.

Oper Halle

Die Künstlerische Leitung der Oper Halle (Florian Lutz / Intendant und Michael v. zur Mühlen / Chefdramaturg) stellte die 11 Produktionen vor. Das Programm reicht von Oper, Operette und Musical bis hin zu zwei Tanzstücken, einer choreografischen Werkstatt und einer Uraufführung im Musiktheater. Damit setzt das Team auch in seiner dritten Spielzeit auf ästhetische Zeitgenossenschaft, künstlerische Auseinandersetzung mit Gesellschaft und gedankliche Interventionen. Für die Produktionen der kommenden Saison wurden namhafte Regieteams mit internationalem Renommee verpflichtet. Regiealtmeister Peter Konwitschny kehrt für Händels >Julius Cäsar in Ägypten<, der Eröffnungsinszenierung der Händelfestspiele 2019, an die Oper Halle zurück. Für den Doppelabend >Bastien und Bastienne< / >Eine florentinische Tragödie< konnte Tobias Kratzer gewonnen werden.
Mit Paul-Georg Dittrich wird sich einer der interessantesten Regisseure jüngerer Generation der Strauss-Oper >Ariadne auf Naxos< zuwenden. Das Ballett Rossa freut sich auf die erfolgreiche niederländische Choreografin Nanine Linning. Sie wird als Gastchoreografin mit der Company ihr Tanztriptychon >Hieronymus B.< einstudieren, das 2015 am Theater Heidelberg für Furore sorgte. Der aus Halle stammende international preisgekrönte Schriftsteller Clemens Meyer bearbeitet als Auftragswerk der Oper Halle gemeinsam mit der Komponistin Brigitta Muntendorf sein epochales Gesellschaftsepos >Im Stein< (UA im April 2019, Regie: Michael v. zur Mühlen). Bereits zum dritten Mal in Folge kann die Oper Halle eine Zuwendung für ihre Uraufführungen von der Ernst von Siemens Musikstiftung gewinnen, der wichtigsten Förderinstitution für Neue Musik im deutschsprachigen Raum.

Die Spielzeit 2018/2019 wird ab dem 14. September in der neuen Raumbühne BABYLON mit einem großen Eröffnungsfestival eingeläutet. Erneut zeichnet sich Bühnenbildner Sebastian Hannak für die multiperspektivische Bühneninstallation verantwortlich. Hannak schafft einen völlig neuen, postapokalyptischen Erlebnisraum, in dem insgesamt fünf abendfüllende Produktionen zur Aufführung kommen. Intendant Florian Lutz zeigt zur Eröffnung eine szenische Interpretation von Verdis >Messa da Requiem.

Die Oper Halle freut sich über die Förderung einer über zwei Spielzeiten angelegten Musiktheaterproduktionsentwicklung im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes:

„I like Africa and Africa likes me. I like Europe and Europe likes me“ unternimmt in Kooperation mit dem Theater Lübeck eine mehrstufige Übermalung der Grand opéra >L’Africaine< von Giacomo Meyerbeer in der Raumbühne BABYLON.

Puppentheater

Das Puppentheater Halle widmet sich in der Spielzeit 2018/19 unsichtbaren Kräften, die große Wirkungen hervorrufen: egal ob man die Angst des kleinen Lars Mordatzki in „Lars‘ Angst oder die Rettung des Kreuzfahrtschiffes Völkerfreundschaft“ nimmt, der nicht in der Kabine eines großen Schiffes allein bleiben will, oder die Sockel, auf denen früher wichtige Denkmäler standen und die heute leer sind. Dieser Thematik, nach der bislang unveröffentlichten Erzählung des südafrikanischen Autors Ivan Vladislaviæ, widmet sich >Save the Pedestals! – Rettet die Sockel< – eine Produktion, die in Kooperation mit der südafrikanischen Handspring Puppet Company, unter der Regie von Robyn Orlin, entwickelt wird. Zur Weihnachtszeit lädt das Puppentheater zum gemeinsamen >Weihnachtssingen mit Gans Auguste<. In >Die Bibliothek der Träume<, einer Koproduktion mit der niederländischen Ulrike Quade Company wird der Blick auf die großen Träume der Weltliteratur und Religionen gerichtet, um zu sehen, was sie uns in einer so trockenen Zeit wie dieser zu sagen haben. Bereits vor 15 Jahren spielte das Puppentheater seine Inszenierung des surrealen Erwachsenenmärchens >Die Geschichte des alten Waldes<. Dieses Stück, das noch heute zu den erfolgreichsten Inszenierungen des Hauses gehört, wird nun als die Fortsetzungsgeschichte >Das Geheimnis des alten Waldes – reloaded<. wieder in den Spielplan aufgenommen. In Partnerschaft mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina erarbeitet das Puppentheater Halle ein Puppentheaterstück über die Zukunft der Arbeit! Morgens, halb zehn in Deutschland … Ein Arbeitstag im Jahr 2030< wird nach der Premiere in Halle in sieben weiteren Städten aufgeführt werden.

NT

Auch in dieser Spielzeit setzen das neue theater und das Thalia Theater Halle sich mit politischen Fragestellungen auseinander: Europa: Ja oder Nein?! – Rückkehr zu den Nationalstaaten oder Abschottung Europas – alles scheint fragil und wenig zukunftsträchtig, geschweige denn visionär. Und genau dort setzen die Überlegungen zur neuen Spielzeit an. Mit >Faust< wird der Frage nachgegangen, >was die Welt im Innersten zusammenhält<. Zuvor nimmt das Schauspiel mit der Uraufführung >Nackt über Berlin< an dem zweiten Raumbühnenprojekt der Oper teil. In einer weiteren Zusammenarbeit mit der Oper und der Staatskapelle Halle, erarbeitet das Thalia Theater gemeinsam mit dem Jugendchor, nach der erfolgreichen Zusammenarbeit bei >Spring Awakening< in der Spielzeit 2016/17 das amerikanische Musical >Annie< von Thomas Meehan. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Inszenierung >In Zeiten des abnehmenden Lichts< nach dem erfolgreichen und jüngst auch verfilmten Roman. Ebenfalls auf einer erfolgreichen Filmvorlage beruht >The King’s Speech<. Mit >Die Benennung der Tiere<, von Leon Engler, kommt in der Regie von Ronny Jakubaschk eine weitere Inszenierung zur Uraufführung. Wie in jedem Jahr präsentiert das neue theater eine Open Air Produktion im Hof: Mit >Herr Puntila und sein Knecht Matti< wird das Publikum in eine finnische Mittsommernacht entführt, die Lust auf Auseinandersetzung über die Zukunft unseres Lebens machen soll – mit Sauna, Aquavit und prallem, komödiantischem Theater!

Ausführliche Informationen zu den Premieren und Konzerten finden Sie in den Spielzeitheften und auf der Homepage unter: http://www.buehnen-halle.de.

Die Programme der einzelnen Häuser gibt es hier auch ausführlich als PDF:

Premieren_Schauspiel_

Premieren_Oper Halle 

Konzerte_Staatskapelle

Premieren_Puppentheater

 

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