Bischof Feige warnt vor Rechtspopulismus als ‚Gift der einfachen Lösungen‘

29. Januar 2017 | Kultur | 18 Kommentare

Chor der JVA Burg auf dem Neujahrsempfang

 Die Kirche sieht Magdeburgs katholischer Bischof in der Pflicht, sich einzumischen und aufzuzeigen, wohin nationalistische und fremdenfeindliche Tendenzen führen. Beim Neujahrsempfang des Bistums Magdeburg warnte Gerhard Feige am Samstag, 28. Januar, davor, das „Gift der einfachen Lösungen“ zu propagieren. Wenn Populisten die Zukunft prägten, „sehe ich unsere Demokratie und damit auch die Zukunftschancen der Menschen in Gefahr“, sagte der Bischof vor rund 150 Gästen. Zu seinem Empfang hatte er in diesem Jahr Partner aus der Gesellschaft eingeladen, die selbst nicht Christen sind, die aber an vielen Stellen eng mit der katholischen Kirche zusammenarbeiten.

Seinen Gästen versicherte Feige, wie wichtig es ihm und dem Bistum Magdeburg sei, sich gemeinsam mit vielen Partnern in der Gesellschaft „für Demokratie, für die Achtung der Menschenwürde und für eine solidarische Zivilgesellschaft“ einzusetzen. Zugleich erfülle ihn diese Zusammenarbeit mit „großer Freude und Dankbarkeit“. Die Kirche könne zwar für einzelne Aufgaben oft keine konkreten Lösungen anbieten, aber es gehe ihr ganz wesentlich um den „Menschen, um seine Würde, seine Rechte und seine Freiheit“. Eben darum engagiere sie sich für eine Werteorientierung in der Politik und in der Gesellschaft.

Oft werde die Kirche jedoch „als reaktionärer Interessenverband angesehen, der versucht, in der Gesellschaft die eigenen Positionen durchzusetzen“, so Feige weiter. Deshalb wäre manchem eine stärkere Trennung von Staat und Kirche lieber. Anderen erscheine die Kirche „trotz all ihrer Schattenseiten als nützlicher Kulturträger, willkommener Arbeitgeber oder als eine Dienstleistungseinrichtung für religiöse Bedürfnisse“. Viele Klischees und Vorurteile seien hartnäckig und beständig. „Damit müssen wir als Kirche ganz einfach leben“, meint der Bischof.

Sichtbar wurde die Zusammenarbeit des Bistums mit den gesellschaftlichen Partnern auch im Programm des Neujahrsempfangs: Umrahmt wurde es über weite Teile von Chor und Band der Justizvollzugsanstalt Burg; zudem wurden einige Projekte kurz vorgestellt wie die Zusammenarbeit mit den Museen und den Vereinigten Domstiftern, einer Bäckerei und einem Elektrofachmarkt und einige Partner kamen in kurzen Interviews auch selbst zu Wort. Für nachdenkliche Momente, aber auch für Erheiterung sorgte der Magdeburger Lyriker mit Münsteraner Wurzel Herbert Beesten.

 

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  • Dieses Thema hat 18 Antworten und 13 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 3 Jahre, 3 Monaten von Anonym.
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  • #281286

     Die Kirche sieht Magdeburgs katholischer Bischof in der Pflicht, sich einzumischen und aufzuzeigen, wohin nationalistische und fremdenfeindliche Tend
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    #281287

    Es ist belustigend, wenn ein Bischof vor einer „einfachen“ Lösung warnt. Bietet doch gerade die Kirche die angeblich einfachste Lösung: Wir werden fremdgesteuert.

    #281288

    Hat die Kirche eigentlich schon ihre Rolle im 3. Reich aufgearbeitet?

    #281289

    @normalbürtger: hast Du dich damit schon mal befaßt, oder wird hier einfach mal nur so reingerotzt?

    #281290

    Wenn ich mich damit nicht beschädigt hätte würde ich es hier nicht einfach so „reinrotzen“.

    #281292

    Zeugt nicht alleine der Aufruf davon, das die Kirche etwas aus ihrer Vergangenheit gelernt hat (zumindest aber der Bischof)?

    Das sollte man akzeptieren, auch wenn man der Kirche skeptisch bis ablehnend gegenübersteht.

    #281293

    Daß sich der Normalo nicht damit beschäftigt hat, liest man schon aus seiner Pauschalbezeichnung „die Kirche“, die es gerade im B ezug auf das 3. Reich so nicht gibt…

    #281294

    Normalbürger schrieb frei nach Freud:

    „Wenn ich mich damit nicht beschädigt hätte würde ich es hier nicht einfach so „reinrotzen“.“

    Richtig, die Befassung mit der Geschichte hat dich beschädigt.

    #281305

    Anonym

    👍@Schulze!

    #281307

    Kirchenmitglied Wolli teilt dazu diese Meinung:

    http://cicero.de/salon/politik-und-glaube-willkommen-in-der-merkelkirche

    #281312

    @wolli,

    was hat der Cicero-Artikel mit der Vergangenheitsbewältigung in der kath. Kirche zu tun?

    #281316

    In diesem Strang geht es nicht um die Vergangenheitsbewältigung der kath. Kirche.

    #281317

    Anonym

    Worum geht es dann?

    #281319

    Die katholische Kirche wird aus dem Ausland gesteuert, dem Kirchenstaat!
    Damals haben sie geschwiegen, heute nicht mehr, und das stört die krummen Geschäfte!

    #281320

    Sie haben damals nicht nur geschwiegen sondern vielen Tätern nach dem Krieg zur Flucht verholfen.

    #281321

    @SfK
    In diesem Fall war es Heiwu und nicht Freud.

    #281337

    Sie haben auch damals nicht nur geschwiegen, sonst hätte es wohl nicht die Opfer auf Seiten der Geistlichen gegeben. Macht euch anfach mal schlau über mundtot gemachte und ermordete Kirchenmitarbeiter…

    #281339

    laz

    Allein in Halle wurden 3 katholische Priester wegen ihres Widerstands gegen den nationalsozialistischen Staat hingerichtet: Herbert Simoleit, Carl Lampert, Friedrich Lorenz. Ein Denkmal für sie steht u.a. auf dem Südfriedhof. Manch einer in diesem Chat macht es sich recht einfach… traurig.

    #281361

    Anonym

    Wenn es nicht bei epochtimes oder Tichy steht, sind es eben links-grün versiffte Fake-News.

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