Armenische Auszeichnung für Sachsen-Anhalts Landesarchäologen

13. Oktober 2012 | Kultur | Keine Kommentare

Vor wenigen Tagen besuchte eine Delegation unter der Leitung von Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh Armenien, um über eine Fortführung der seit 2006 bestehenden und sehr erfolgreichen Schulpartnerschaften zu sprechen. Daneben wurde auch eine Fortführung der archäologischen Zusammenarbeit vereinbart.

Prof. Dr. Meller hält die Goldene Medaille des Kultusministeriums der Republik
Armenien.
Foto: S. Kopp-Sievers/B. Parsche
© LDA Sachsen-Anhalt

Die armenische Ministerin für Kultur, Hasmik Poghosyan, zeichnete bei dem Treffen mit Minister Dorgerloh den Landesarchäologen von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Harald Meller, für seine Verdienste um die Archäologie Armeniens und insbesondere für die Erforschung der Felsbilder mit der Goldenen Medaille des Kulturministeriums der Republik Armenien aus. Meller dankte der Ministerin für die hohe Auszeichnung und nahm sie „stellvertretend für alle an dem Projekt beteiligten Kolleginnen und Kollegen“ entgegen. Die Ehrung „ist Zeichen der fruchtbaren und freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern auf dem Gebiet der Archäologie“.

Seit 2010 führen Wissenschaftler des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Kooperation mit der Wissenschaftlichen Akademie der Republik Armenien, dem Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie GmbH und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg archäologische Untersuchungen in dem südkaukasischen Land durch. Einen Schwerpunkt der Arbeiten bildet die wissenschaftliche Aufnahme einer bislang kaum bekannten Felsbilderregion im Südosten des Landes in der Nähe der Stadt Sissian, nahe der Grenze zu Aserbeidschan. Bislang konnten mehr als 400.000 m² mit einem Miniaturhelikopter beflogen und aufgenommen werden. Die in die Tausende gehenden Bilder sind auf Felsblöcke gepickt. Es überwiegen Tiermotive wie Steinböcke, Ziegen, Leoparden und Bären. Daneben finden sich u. a. auch Menschendarstellungen, abstrakte Zeichen und szenische Abbildungen. Die Motive gehören überwiegend in das 2. Jahrtausend v. Chr. Die diesjährige Kampagne wurde durch die Unterstützung des Auswärtigen Amtes möglich, das einen Großteil der Kosten übernahm. Das Auswärtige Amt hat sich darüber hinaus bereit erklärt, in seinem Lichthof im Frühjahr kommenden Jahres eine Ausstellung zu den bisher dokumentierten Felsbildern durchzuführen.

Die exakte Dokumentation der Felsbilder, ihre Ausrichtung und Bezüge zueinander sind Voraussetzung für eine Beantragung in die Aufnahme der UNESCO-Welterbeliste, die von Armenien angestrebt wird. Darüber hinaus ist längerfristig auch an eine touristische Erschließung der Felsbilder in dieser bislang wenig erschlossenen Region gedacht.

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