5 vor 12: Bühnen Halle fürchten Insolvenz, Mitarbeiter gehen auf die Straße

7. Mai 2013 | Kultur | 1 Kommentar

Die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle mit Puppentheater, neuem theater, Thalia Theater, Staatskapelle und Oper steht vor der Insolvenz. Das machte Geschäftsführer Rolf Stiska am Dienstag klar.

Grund seien die drohenden Landeszuschüsse. Insbesondere Dessau und Halle werden Gerüchten zufolge von massiven Kürzungen betroffen sein. „Eine Kürzung hätte gravierende Auswirkungen auf den Spielplan“, so Stiska. „Eine verringerte Landesförderung wird zur Sterbehilfe.“

Brunnen am Opernhaus

Sollte es tatsächlich zur beabsichtigen Kürzung der landesweiten Fördermittel von 85 auf 75 Millionen Euro kommen, gebe es zwei Möglichkeiten, so Stiska. Entweder gebe die Stadt mehr Geld, was angesichts der finanziellen Situation nicht möglich sein dürfte. „Oder die Gesellschaft geht in die Insolvenz.“ Dies wäre der erste Fall in Deutschland. „Die Landeshauptstadt würde endlich das, wonach sie seit langem strebt: Kulturhauptstadt“, so der TOO-Chef. Weder im Land noch in der Stadt sei jemand da, mit dem man über die Situation sprechen kann. „Die Probleme werden ignoriert.“

Stiska machte aber klar, dass man sich nicht tatenlos verhalten werde. „Wir werden auf die Straße gehen.“ Gestartet wurde eine Unterschriftenaktion, um sich für den Erhalt der Kulturförderung einzusetzen. Am 21. Mai um 11.55 Uhr soll es Kundgebungen vor den Spielstätten geben.

Derzeit hat die TOO Zuschüsse von 32 Millionen Euro, hinzu kommen Eigeneinnahmen von 3,3 Millionen Euro. „Wie die Kürzungen genau ausfallen, weiß ich noch nicht.“ Schlimmstenfalls gehe es um Kürzungen von mehr als einer Millionen Euro. Hinzu kommen die auslaufenden Haustarifverträge. Ganz schnell könne eine Fehlsumme von fünf Millionen Euro entstehen. „Das ist nicht einfach herzuzaubern.“

www.5v12.org

Informationen zur neuen Spielzeit finden Sie hier.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben