250 Jahre Ludwig van Beethoven: Sinfoniekonzert der Staatskapelle Halle

5. Oktober 2020 | Kultur, Veranstaltungen | Keine Kommentare

 

Ludwig van Beethoven gilt als Revolutionär und Visionär, der nicht nur den musikalischen Ideen seiner Zeit gegenüber höchst aufgeschlossen war. Sein radikales Künstlertum inspiriert die Musikwelt bis in die Gegenwart. So war er zu Lebzeiten ein Kosmopolit und ist es in seiner Musik noch heute. Die Utopien von Freiheit und Brüderlichkeit, für die er mit Leidenschaft eintrat, sind von großer Aktualität. Beethoven wurde 1770 in Bonn geboren und verbrachte den größten Teil seines Lebens in Wien.

2020 feiert die ganze Welt nun seinen 250. Geburtstag. Auch die Staatskapelle Halle widmet Beethoven in Ihrer Saison daher eine Vielzahl von Konzerten. Das 2. Sinfoniekonzert am Sonntag, den 11.10.2020 und Montag, den 12.10.2020 mit dem Titel EROICA CON BRIO steht ganz im Zeichen des Beethovenjahres.

Mit der Sinfonia eroica, wie sie im Erstdruck bezeichnet ist, komponierte Beethoven im Jahre 1803 eines der wichtigsten und folgenreichsten Schlüsselwerke der Musikgeschichte: Ein völlig neuartiger, vehement emotionaler, pathetisch beschwörender Ausdruck prägt das Antlitz dieser Symphonie, die mit der alten Ästhetik bricht, ohne gleich die vorgefundenen Prinzipien der Sonatenform und der symphonischen Satztechnik aufzugeben. Diese Sonderstellung der Eroica belegen nicht nur ihre Ausmaße – der Kopfsatz ist mit seinen 691 Takten allein so lang wie eine ganze Symphonie von Haydn oder Mozart -, sondern vor allem ihr neuer, emphatischer und geradezu hitziger Tonfall, der nichts mehr zu tun hat mit der diskreten Haltung, dem kadenzierten Affekt der Symphonien seiner beiden großen Vorgänger.

Beethoven schrieb sein Tripelkonzert OP 56 in den Jahren 1803 und 1804, das einzige abgeschlossene Konzert des Komponisten, das er für mehr als ein Soloinstrument komponierte. Zudem ist das Konzert das einzige Orchesterwerk Beethovens mit einem Solo-Violoncello. Diesem kommt in allen drei Sätzen eine besondere Funktion zu, da es wiederkehrend neue musikalische Themen und Gedanken als Erstes präsentiert. Die Rollen der Solisten sind insgesamt sehr stark ausgeprägt, das Tripelkonzert steht in der Tradition der „Sinfonie concertante“, einer Gattung zwischen Sinfonie und Instrumentalkonzert, die vor allem Mozart und Haydn prägten.

In der Staatskapelle Halle hat sich Ragna Schirmer mit den Brüdern Christoph von der Nahmer (Violine) und Manuel von der Nahmer (Violoncello) zusammengetan und formt ein beeindruckendes Solistentrio.

Der Kanadier Stanley Dodds wird außerdem als Dirigent auftreten. Seit 2014 ist er Chefdirigent des Sinfonie Orchesters Berlin. Darüber hinaus leitet er regelmäßig Konzerte der Karajan-Akademie und wird im Jubiläumsjahr auch in der Berliner Philharmonie einen Beethoven-Zyklus dirigieren.

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