Uni startet Umfrage zum neuen Naturkundemuseum

16. Oktober 2012 | Bildung und Wissenschaft | 2 Kommentare

Die Uni Halle will ihre naturkundlichen Sammlungen künftig in einem neuen Museum bündeln. Aus diesem Grund startet morgen, 17. Oktober 2012, eine Umfrage der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) unter 500 Einwohnern der Stadt Halle. Sie werden zu ihren Erwartungen und Vorstellungen zum geplanten Naturkundemuseum befragt.

Die Umfrage soll dabei helfen, Ausstellungen des künftigen Schaumuseums zu besucherfreundlichen, zugänglichen Erlebnissen zu gestalten. Die wissenschaftliche Studie wurde am Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) erarbeitet. Ihre Ergebnisse werden in das Ausstellungskonzept zum Naturkundemuseum einfließen. Ergebnisse der Studie werden im Frühjahr 2013 im ZNS-Jahresbericht vorgestellt.

Einen Vorgeschmack auf künftige Museumsprojekte bietet noch bis zum 30. Oktober die „Cicadas“-Sonderausstellung im Erdgeschoss des künftigen Universitätsmuseums am
Friedemann-Bach-Platz. Das Kunstwerk des argentinischen Klangkünstlers und Komponisten Edgardo Rudnitzky spielt Evolutionsabläufe in der Kommunikation von Singzikaden nach, erzeugt aber gleichzeitig – authentisch und der Mechanik von Zikaden folgend – eigenständige, modulare Tonerlebnisse und Klanginteraktionen. 50 elektromechanische Kunstzikaden gehören zur Installation. Die Abstraktion der Natur in einen Kunstkosmos wird durch die Raumgestaltung des Berliner Bühnenbildners Oliver Proske als in sich ruhender und diffus leuchtender Gesamtmantel von amorpher Gestalt betont. Die biologische Mitteilung prägt sich neben dem speziellen Raum- und Klangeffekt tief ein: alles ist wandelbar, ungerichtet und eben – evolutiv.

Die naturhistorischen Sammlungen der Martin-Luther-Universität gehören mit über fünf Millionen Objekten zu den zehn größten derartigen Sammlungen Deutschland. In das Gebäude am Friedemann-Bach-Platz sollen die Zoologische und die haustierkundliche Sammlung (Museum für Haustierkunde „Julius Kühn“) ebenso überführt werden wie die Geiseltalsammlung (Geiseltalmuseum) und der Dauerfeldversuch „Ewiger Roggen“. Das Geiseltalmuseum hatte im vergangenen Jahr nach 77 Jahren seinen Standort in der Neuen Residenz verlassen. Das Haustiermuseum war bislang auf dem Gelände der landwirtschaftlichen Fakultät zu finden, wo derzeit die Geistes- und Sozialwissenschaftliche Fakultät entsteht.

Als neuer Standort für alle Sammlungen dient künftig das zwischen 1887 und 1890 errichtete bisherige Hauptgebäude des Instituts für Physik am Friedemann-Bach-Platz 6. Das Institut war im Sommer vergangenen Jahres an den Campus Heide-Süd gezogen. Am Friedemann-Bach-Platz stehen für das neue Museum 1240 Quadratmeter Hauptnutzungsfläche für Ausstellungsvorhaben zur Verfügung, die auf 2200 Quadratmeter ausgebaut werden könnten.

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