Uni Halle: per Headhunter zum neuen Kanzler

27. November 2012 | Bildung und Wissenschaft | Keine Kommentare

Vergangene Woche sorgte der bevorstehende Weggang von Uni-Kanzler Martin Hecht für Überraschung. Zum 1. April 2013 wechselt er nach Hamburg. „Das kommt für mich nicht überraschend“, sagte Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf Nachfrage. „Er hat es mir schon zu Beginn seiner Amtszeit angekündigt.“

Doch wie es nun weitergeht ist noch nicht ganz raus. Zum einen könnte es eine Ausschreibung geben. Andererseits liebäugelt der Rektor auch mit einem Headhunter. „Denn es gibt so einige Personen, die man sich für den Posten vorstellen kann.“ Dies wolle man nun aber in aller Ruhe mit dem Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium vorbereiten. Schließlich sei es das Ziel, einen nahtlosen Übergang zwischen altem und neuem Kanzler zu schaffen.

Kritik am Weggang Hechts kommt von den Jusos in der SPD Halle. Er verlasse die Uni zu einer Zeit, in der sie mit verschiedenen gravierenden Herausforderungen konfrontiert wird. Nicht nur, dass die MLU mitten in einer selbstverschuldeten Kürzungsdiskussion stecke, sondern sie habe damit auch von vornherein eine erschwerte Verhandlungsposition für die im nächsten Jahr anstehenden Haushaltsverhandlungen mit dem Land.

„Wenn in dieser Zeit der Mann im Maschinenraum das Schiff verlässt, so kommt man nicht umhin, von einer Krise in der Universitätsleitung zu sprechen“, so Felix Peter, Vorsitzender der Jusos Halle. „Wir fordern Herrn Hecht auf, sich nun wenigstens nicht weiter zum Erfüllungsgehilfen einseitiger Kürzungsideologien zu machen, sondern in seiner verbleibenden Zeit an der Universität die Chance zu nutzen, die MLU aus der schweren See in Richtung ruhiges und ausreichend tiefes Fahrwasser zu führen“, so Felix Peter weiter.

„Wenn die Universität Hamburg, wie in ihrer Pressemitteilung verlautet, Herrn Hecht zutraut, die dort begonnenen Reformen erfolgreich fortzuführen,dann sollte es ihm auch möglich sein, an seinem bisherigen Wirkungsort echte Reformen, das heißt eine substanzielle Profildiskussion anzustoßen“, so Paul Hoyer, Sprecher der halleschen Juso-Hochschulgruppe. „So könnte der Hechtsprung an die Elbe vielleicht noch etwas Positives für die hallesche Alma Mater bewirken“, so Paul Hoyer abschließend.

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