Uni Halle droht Streichung von Lehrstühlen

1. Oktober 2012 | Bildung und Wissenschaft | 1 Kommentar

Am Montag hat die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ihre „Erstis“ mit einer Orientierungswoche begrüßt. 20.230 Studenten, darunter 2.827 Ersteinschreiber sowie 1.004 Neueinschreiber hat die Uni vorzuweisen. Rektor Udo Sträter übergab ihnen persönlich die „Welcome Bags“ – Taschen mit Informationsmaterial, aber auch mit „Leckereien“ aus Halle wie Halloren-Kugeln und Kathi Backmehl.

Doch nicht überall an der Uni herrscht eitel Sonnenschein. So wird die MLU wird in den nächsten Jahren voraussichtlich 25 Lehrstühle mit etwa einhundert Mitarbeitern streichen. Das sagte Rektor Udo Sträter am Montag. Hintergrund ist das in den letzten Jahren aufgestaute strukturelle Defizit von 6,5 Millionen Euro. Die Uni gibt als jährlich mehr Geld aus, als sie an Zuschüssen bekommt.

„Und wir wollen dieses Defizit beseitigen, bevor wir in die nächsten Haushaltsverhandlungen gehen“, machte Sträter mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehenden Verhandlungen zum Doppelhaushalt des Landes deutlich. „Das geht in der Tat nur durch strukturelle Kürzungen in einigen Bereichen. Das heißt wir werden einige Lehrstühle abschaffen müssen, nicht wiederbesetzen wenn sie vakant werden. Das ist die letzte Möglichkeit, noch mal in eine Kürzungsrunde einzutreten“, so der Rektor.

Welche Lehrstühle dies betrifft, sei noch unklar. Bereiche die in zentrale Forschungsprojekte eingebunden seien werde es nicht treffen, ebenso wenig die Studierendenstarken Bereiche. Hier habe man in der letzten Zeit sogar sehr schnell Neubesetzungen durchgeführt. „Wir haben eine sehr intensive Diskussion mit den Dekanen und gucken, wie wir Kürzungen effizient durchführen können und doch möglichst keinen Schaden anrichten“, so Sträter. Entlassungen werde es nicht geben, stattdessen sollen auslaufende Verträge nicht verlängert oder neu besetzt werden.

Komplette Studiengänge sollen nach derzeitigem Stand nicht abgebaut werden. Teilweise müssen laut Sträter aber neue Strukturen geschaffen werden und Synergien gesucht werden. Das werde auch Veränderungen in einigen Studiengängen nach sich ziehen. „Aber die jetzigen Diskussionen beinhalten weder die Schließung von Instituten, noch von kompletten Studiengängen.“

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