Studenten fordern: Solidarität mit der Japanologie – Gegen die Schließung!

16. Januar 2018 | Bildung und Wissenschaft | 1 Kommentar

Die Entscheidung über die Zukunft der Japanologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg steht vor der Tür! Bereits an diesem Mittwoch, 17.01.2018, soll im Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät I über die zukünftige Ausgestaltung der Studienprogramme Japanologie und eine mögliche Abschaffung des Bachelors entschieden werden. Zwar muss diese Entscheidung noch im Senat, vermutlich am 24.01.2018, bestätigt werden, allerdings wird sich der Senat kaum gegen die einmal vom zuständigen Fakultätsrat gefällte Entscheidung wenden. Wir rufen daher alle Studierenden auf, an der Fakultätsratssitzung am 17.01.2018 teilzunehmen und mit ihrer Präsenz ein Zeichen für den Erhalt der Japanologie zu setzen! Wir treffen uns dazu ab 13:45 Uhr vor der Mensa Tulpe.

Zum Hintergrund: Anlass der aktuellen schwierigen Lage der Japanologie und der anhaltenden Diskussionen ist der Beschluss der Universität, dass eine der beiden Professuren in der Japanologie nicht wieder besetzt werden wird. Sofern mit dieser Entscheidung auch alle Mitarbeiterstellen, die an der Professur hängen, wegfallen, entspricht diese Nicht-Wiederbesetzung einer Streichung von über 50% der bisherigen Stellenbasis*. Der Fortbestand des Bachelors Japanologie und einer damit funktionierenden japanologischen Grundausbildung in ganz Sachsen-Anhalt ist damit gefährdet.

Zentraler Streitpunkt der anhaltenden Diskussion ist die Personalausstattung der verbleibenden Professur. Diese besitzt aktuell eine Lehrkapazität von 18 Semesterwochenstunden (kurz SWS), womit nach Wegfall der ersten Professur zwar der Masterstudiengang, jedoch nicht mehr beide Studienprogramme (BA und MA) personell bedient werden könnten. Ein Wegfall des Bachelors wäre damit unvermeidbar.

Dabei wäre nur ein geringes Entgegenkommen seitens der Universität notwendig. Zum Erhalt sowohl der Bachelor- als auch Masterstudiengänge veranschlagt die Gesellschaft für Japanforschung in einem Gutachten vom 06.10.2017 für die Lehrkapazität einen Mindestwert von 30 SWS. Um diesen Wert zu erreichen, wäre es ausreichend, dass die Mitarbeiterstellen, die sich momentan bei der wegfallenden Professur befinden, erhalten blieben und der verbleibenden Professur zur Verfügung gestellt würden. Konkret geht es dabei um eine ganze Mitarbeiterstelle (4SWS) und eine halbe Lektorenstelle (8SWS).

Die Universität würde mit dieser Lösung auf der einen Seite große Einsparungen leisten, da die wegfallende Professur den größten finanziellen Posten ausmacht, auf der anderen Seite könnte mit einem geringen personellen Aufwand die Japanologie in ihrer jetzigen Form, mit Bachelor- und Masterstudienprogrammen, erhalten bleiben. Alle anderen Lösungen führen zwangsläufig entweder zum Wegfall des Bachelorstudiengangs oder zu unzumutbaren Studien- und Arbeitsbedingungen.

Die Vorteile der Lösung einer personellen Ausstattung von 30 SWS liegen auf der Hand und bilden einen Kompromiss aus der Erfüllung eines Sparzwangs seitens der Universität und einem gleichzeitigen Erhalt der Studienprogramme und der Gewährleistung einer grundständigen japanologischen Ausbildung in Halle und ganz Sachsen-Anhalt. Die Studierendenschaft der Japanologie, der FSR Phil Fak I – Uni Halle und das Sprecher*innenkollegium des Stura Uni Halle unterstützen daher die Forderung nach der Umsetzung der Minimalforderung von 30SWS für den Erhalt des Bachelors, die von der Gesellschaft für Japanforschung vorgeschlagen wurde.

*Aufstellung der beiden Professuren
wegfallende Professur 1 (Foljanty-Jost): 1 Professor (8SWS), 1 Mitarbeiter (4SWS), 0,5 Lektor (8SWS)=20SWS
verbleibende Professur 2 (Oberländer): 1 Professor (8SWS), 0,5 Mitarbeiter (2SWS), 0,5 Lektor (8SWS)=18SWS

Quelle: Fachschaft PhilFak1

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