Schulschließungen und Fusionen: Stadtelternrat lehnt Schulplanung ab

31. Dezember 2013 | Bildung und Wissenschaft | Keine Kommentare

Der Stadtelternrat, das Gremium gewählter Elternvertreter der Stadt, lehnt die Schulentwicklungsplanung ab. Der Stadtrat soll eigentlich die Planung im Januar für die Schuljahre 2014/15 bis 2018/19 beschließen.

„Schulentwicklungsplanung findet nicht als Planspiel im „Sandkasten“ statt, sondern ist Teil der wirtschaftlichen,- demographischen,- und städtebaulichen Entwicklung“, heißt es in einer Stellungnahme des Stadtelternrates. „Dies bedeutet, dass Schulentwicklungsplanung alle diese Faktoren berücksichtigen und begleiten muss. Nur so kann man Schulstandorte langfristig stabil, wirtschaftlich und Investitionssicher erhalten. Gute Schulentwicklungsplanung fügt sich also harmonisch in die stetige Stadtentwicklung ein. Sie spiegelt die reellen Bedarfe wieder und sorgt planerisch für ein homogenes und ausgeglichenes Schulstandortnetz- welches unter Berücksichtigung der zumutbaren Belastung (Schulwege und Transportzeiten) der Schüler im Einklang mit den Vorgaben des Kultusministeriums erstellt und zukunftsorientiert betrieben/erhalten wird.“

Protese der Grundschule Frieden gegen die Schließung

Im Bildungsausschuss hatte es bereits heftige Kritik gehagelt, Eltern und Kinder demonstrierten. Auch die Stadträte zeigten sich mit der von der Stadtverwaltung vorgelegten Planung unzufrieden. Bildungsdezernent Tobias Kogge hat nun nachgebessert. Die ursprünglich vorgesehene Fusion der Grundschulen Radewell und Frieden in Ammendorf mit der Schließung der Friedenschule zum Schuljahr 2017/18 ist vorerst vom Tisch. Ebenfalls fallen gelassen hat die Stadt die Idee, die Grundschule Nietleben zum Schuljahr 2017/18 vom Waidmannsweg in die Hemingwaystraße 1 umziehen zu lassen.

Ursprünglich wollte die Stadtverwaltung auch prüfen lassen, ob für das Südstadtgymnasium und die Gesamtschulen der Stadt Außenstellen eingerichtet werden können. Auch diese Pläne sind vom Tisch.

Dagegen soll die Innenstadt eine weiterführende Schule erhalten. Ursprünglich war von einem Gymnasium an der Dreyhauptstraße die Rede, die dortigen Berufsschulen sollten noch Neustadt umziehen. Jetzt ist nur noch von einer weiterführenden Schule die Rede, es könnte also auch eine Gesamtschule eingerichtet werden. An Standorten ist unter anderem auch die derzeit leerstehende Glauchaschule denkbar. Daneben werden einige Stadträte auch die Weingärten-Schule, die heute das Künstlerhaus beherbergt und wegen einer Straßenverbreiterung abgerissen werden soll, ins Gespräch bringen.

An anderen Punkten hält die Stadt weiter fest. So soll die Grundschule „Wolfgang Borchert“ geschlossen und zum Schuljahr 2016/17 mit der Grundschule am Zollrain am Standort Harzgeroder Straße 63 fusionieren. Allerdings soll dies nicht wegen zu wenig Schülern passieren, immerhin gehen hier mehr als 200 Kinder zur Schule. Das Gebäude der Borchert-Schule will die Stadt dann für ein Förderschulzentrum nutzen.

In der Theodor-Neubauer-Straße 14 will die Stadt einen Neubau errichten, in dem die Grundschule Auenschule und die Förderschule für Geistigbehinderte „Astrid Lindgren“ untergebracht werden. Zeitgleich werden die Schulbezirke verändert, die Grundschule Südstadt soll Kinder an die Auenschule abgeben. Verändert werden soll auch der Schulbezirk der Grundschulen LILIEN-Schule und „Rosa Luxemburg“ ab dem Schuljahr 2014/15. Der Luxemburg-Grundschule sollen mehr Straßen zugeordneten werden, die bislang der Linienschule zugeordnet sind. Damit sollen beide Einrichtungen erhalten werden.
 

Hier können Sie die komplette Stellungnahme herunterladen.

 

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