OB Wiegand macht Umzug der Friesenschule zur Chefsache

7. April 2014 | Bildung und Wissenschaft | 1 Kommentar

Der von der Stadtverwaltung Halle (Saale) vorgesehene Umzug der Friesen-Grundschule in die fünf Kilometer entfernte Ottostraße wegen Bauarbeiten wird nun zur Chefsache. Oberbürgermeister Bernd Wiegand macht den Umzug zum Thema in der Beigeordnetenkonferenz am Dienstagvormittag im Stadthaus.

Klassenraum SchuleEltern hatten sich über Umzug beschwert. Nun sollen die Geschäftsbereich Bildung und Soziales sowie Wirtschaft und Wissenschaft ihre Begründungen darlegen. Der Schulelternrat ist insbesondere über das Agieren der Stadtverwaltung sauer. Demnach habe die Stadt ihnen gegenüber von Überlegungen gesproche. „In der letzten Woche haben wir auf Rückfrage beim Essensanbieter von diesem erfahren, dass es wohl feststünde“, so die Elternratsvorsitzende Claudia Kettmann.

Die Stadt selbst will einen Bustransfer vom Medizinerviertel ins Ausweichquartier organisieren. Dies könne auch in den Ferien organisiert werden, heißt es in einem Schreiben der Verwaltung. „Für einen bedarfsgerechten Bus sollten Schätzzahlen vorliegen, wieviele Schüler dies nutzen würden und es müssen die Zeiten, sollten sie von denen der Schulzeit abweichen feststehen. Die Kosten für die Fahrkarten zur Schule und zum Hort übernimmt die Stadt. Die Reise im Bus müssen die 6- bis 10-Jährigen allein antreten. „Es besteht während einer Schülerbeförderung mit einem Schulbus kein rechtlicher Anspruch auf eine Begleitung, auch wenn dies gerade bei längeren Schulbusfahrten in der Fachwelt durchaus empfohlen wird“, erklärt Schulamtsleiterin Christine Radig den Eltern. „Auch in anderen Linien der Stadt Halle, in denen Grundschulkinder im Rahmen des regulären Linienverkehrs Schulbusse nutzen, gibt es keine Begleitung.“ Zumindest bis Jahresende könne die HAVAG, wenn diese den Zuschlag zum Schülertransport erhält, über das Jobcenter bezahlt Servicekräfte einsetzen. Jedoch läuft dieses Programm zum 31.12.2014 aus. „Ich werde in der Ausschreibung für den Schulbus optional die Begleitung aufnehmen, dann wird im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel zu entscheiden sein“, so Radig. Daneben prüfe der Hortträger, ob möglicherweise Ehrenamtler für eine Begleitung gefunden und eingesetzt werden können. „Wenn den Eltern diese Begleitung so wichtig ist, kann dies gern auf freiwilliger Basis organisiert und umgesetzt werden.“

Im Ausweichquartier müssen zuvor noch Umbauten für die Essensversorgung vorgenommen werden. Aus der alten Hausmeisterwohnung soll die Speiseausgabe erfolgen, gegessen wird im Werkraum. Genau dies stößt bei den Eltern ebenfalls für unmut, weil der gut ausgestattete Werkraum dadurch wegfällt.

Die Eltern machen nun schon klarr, dass sie einem Umzug nicht zustimmen werden. „Für eine Auslagerung in ein Ausweichobjekt ist kein Gesamtkonferenzbeschluss erforderlich“, meint die Schulamtsleiterin dazu. „Die Verlagerung des Unterrichts an einen Ausweichstandort ist geboten, da der Schulbetrieb aufgrund der dringend gebotenen Baumaßnahmen nicht am Standort der Schule stattfinden kann. Der Schulträger muss hier die Baumaßnahmen durchführen, da er sich anderenfalls pflichtwidrig verhält. Dass die Maßnahmen zeitlich einen Umfang einem Schuljahr haben, ist dabei in Kauf zu nehmen.“ Alle Einzelwünsche von Eltern könnten nicht berücksichtigt werden. Man sei aber sehr an Kompromissen interessiert und wolle die Situation nicht weiter auf eine Konfrontation zu laufen lassen. „Das klare Ziel muss aber sein, die Baumaßnahme in den Sommerferien starten zu lassen und die zusätzlichen Leistungen der Stadt, wie die Schulbusse oder die Regelungen der Kostenübernahme in den Ferien müssen mit anderen Auslagerungen vergleichbar bleiben und in diesem Einzelfall verantwortbar bleiben. Die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sind hier auch leider begrenzt.“

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