Neues Institut für Landesgeschichte gegründet

15. Dezember 2020 | Bildung und Wissenschaft, Kultur, Vermischtes | 1 Kommentar

Das Institut für Landesgeschichte Sachsen-Anhalt befindet sich im Aufbau. Für das Jahr 2020 gebe es insgesamt 434 500 Euro, im nächsten Jahr seien sogar 538 900 Euro Fördermittel eingeplant, teilte die Staatskanzlei mit. „Die Landesgeschichte ist eine der wichtigen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.“, erklärte der Leiter des Instituts, Michael Hecht: „Bis März werden vier Historiker am Institut arbeiten.“

Zu den Forschungsgebieten erläuterte Hecht, dass vor allem die Erforschung der Geschichte des Erzstiftes Magdeburg, der Harzgrafschaften, der Städte Magdeburg und Halle und der anderen Vorgängerterritorien, die irgendwann mal im Land Sachsen-Anhalt aufgegangen sind, im Vordergrund stehe. Neben der Geschichte der Städte sei ein anderer Schwerpunkt aber auch die Geschichte der Askanier, also der Fürsten von Anhalt, die bis 1918 regierten.

„Es geht um Fragen der Entstehung der Askanier, wie haben sie funktioniert und was hat das Ganze jahrhundertelang erfolgreich zusammengehalten? Dynastie war mehr als ein Familienverband. Mit einer Dynastie wurde immer Herrschaft, basierend auf strategischem Handeln, organisiert.“, so der Historiker: „Wie waren die Verwandtschaftsverhältnisse und wie war alles zusammengebunden, dass dann am Ende doch so etwas wie eine Einheit herauskam? Das ist Neuland und wurde in einer Ausführlichkeit, wie sie mir vorschwebt, bislang noch nicht publiziert.“

Zudem werde auch die Geschichte des Bundeslandes erforscht. Hier werde mit der Historischen Kommission Sachsen-Anhalt zusammengearbeitet, die  schon 1876 gegründet wurde. „An der Planung dieses Instituts hat die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt im Auftrag der Staatskanzlei beratend mitgewirkt. Was leider weiterhin fehlt, ist ein Lehrstuhl für Landesgeschichte an einer Universität des Landes Sachsen-Anhalt. Daran muss weiter gearbeitet werden.“, kommentierte der Leiter der Historischen Kommission, Andreas Pečar.

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