Nationalakademie Leopoldina fordert Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz

23. Juli 2019 | Bildung und Wissenschaft | 287 Kommentare

Die Nationalakademie Leopoldina fordert sozialverträgliche und innovationsfördernde Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz und begründet das damit, dass sich Deutschland und die Weltgemeinschaft im Pariser Klimaabkommen 2015 sich dazu verpflichtet haben, die menschengemachte globale Erwärmung der Erde auf weniger als 2°C zu beschränken. Dieses Ziel ist nur noch zu erreichen, wenn sofort sowohl nationale wie auch internationale Vereinbarungen eingehalten werden. In der heute veröffentlichten Ad-hoc-Stellungnahme „Klimaziele 2030: Wege zu einer nachhaltigen Reduktion der CO₂-Emissionen“ fordert die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina deshalb einen unmittelbaren Transformationsschub und beschreibt Sofortmaßnahmen zum Schutz des Klimas, die schnell sozialverträglich und innovationsfördernd Wirkung entfalten können.

Leopoldina: Deutschland verfehlt die Klimaschutzverpflichtungen

Die Leopoldina unterstützt die in aktuellen Expertengutachten enthaltene Forderung nach einem einheitlichen und sektorenübergreifenden Preis für Treibhausgasemissionen. Der anfängliche CO₂-Preis müsse dabei erheblich höher liegen als der aktuelle Preis im europäischen Emissionshandel, der momentan bei 25 Euro/t CO₂ liegt. Zudem solle der Preis in den kommenden Jahren schrittweise steigen. Die Politik sei gefordert, die gewählte CO₂-Bepreisung regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf nachzujustieren. Das Instrument der CO₂-Bepreisung müsse als unverrückbare klimapolitische Strategie erkennbar sein.

Fahrraddemo zieht an der Leopoldina vorbei

In der Stellungnahme wird darauf hingewiesen, dass ein CO₂-Preis alleine jedoch nicht ausreicht, um die Klimaziele 2030 zu erreichen. Dafür sollten unter anderem die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung transparent reinvestiert werden in eine kohlenstoffarme Infrastruktur und Allgemeingüter, in die relative Absenkung des Strompreises und in den sozialen Ausgleich in Form einer „Klimadividende“. Ziel sei es, Anreize für ein klimaschützendes Wirtschaften und Verhalten zu setzen. Klimaschützendes Verhalten könne dann sogar zu einem finanziellen Gewinn für Konsumentinnen und Konsumenten führen, vor allem bei niedrigeren Einkommensgruppen.

Leopoldina: In den Städten solle dem ÖPNV, Fahrradverkehr sowie Fußgängerinnen und Fußgängern Priorität haben

Eine wirksame Bepreisung von CO₂ werde einen früheren Kohleausstieg wahrscheinlicher machen, so die Autorinnen und Autoren der Stellungnahme. Technisch sei dies in Deutschland möglich, vor allem gemeinsam mit den europäischen Partnern. Voraussetzungen seien Investitionen in erneuerbare Energien, in ein modernes Stromnetz und in Speichertechnologien (Power-to-gas, Batterien, Power-to-liquid). Im Bereich Verkehr, der rund 20 Prozent der CO₂-Emissionen verursacht, wird in der Stellungnahme eine massive Elektrifizierung empfohlen. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), der Schienenfernverkehr und der Gütertransport auf der Schiene müssten erheblich ausgebaut und qualitativ verbessert werden. Hinsichtlich privater Pkw sei die Umstellung auf stark hybridisierte und batterieelektrische Fahrzeuge ein wirkungsvoller, kurzfristiger Hebel. In den Städten solle dem ÖPNV, Fahrradverkehr sowie Fußgängerinnen und Fußgängern Priorität eingeräumt werden. Die Autorinnen und Autoren der Stellungnahme weisen zudem darauf hin, dass die aktuellen Transportkosten im Güterverkehr den Umweltverbrauch nicht hinreichend berücksichtigen. Sie empfehlen den internationalen Flug- und Schiffsverkehr über entsprechende Abkommen mit einem CO₂-Preis zu belegen.

Leopoldina: Planungssicherheit für Bürgerinnen und Wirtschaft muß gegeben sein

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben zur Beschränkung des Klimawandels konkrete und rechtlich verbindliche Ziele für 2020 und 2030 vereinbart und für einige Bereiche länderspezifische Zielvorgaben definiert. Nach heutigem Stand wird Deutschland die Ziele für 2020 nicht erreichen. Die Bundesregierung hat bisher im Klimaschutzplan 2050 verschiedene Maßnahmen vorgesehen und Reduktionsziele für einzelne Sektoren definiert. Demnach soll der durchschnittliche CO₂-Ausstoß bis spätestens 2030 für alle Sektoren zusammen um mindestens 55% gegenüber 1990 sinken. Die nationale Klimapolitik braucht dazu jetzt eine konsequentere, transparentere und zügigere Umsetzungsstrategie, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie müsse Bürgerinnen und Bürgern, Städten und ländlichen Regionen sowie der Wirtschaft insgesamt Planungssicherheit geben und schnell Weichen stellen, um den immer teureren und ungerechten „Business as usual-Pfad“ zu verlassen und auf den Pfad einer nachhaltigen Entwicklung zu gelangen.

Rückenwind aus der Bevölkerung!

Mit dem derzeitigen Rückenwind aus der Bevölkerung habe die Politik jetzt die einmalige Chance, die Herausforderung zu meistern.

Die Stellungnahme und die Liste aller beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind online frei verfügbar unter: www.leopoldina.org/klimaziele2030.

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Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 288)
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  • #350609

    Die Nationalakademie Leopoldina fordert sozialverträgliche und innovationsfördernde Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz und begründet das damit, dass sich
    [Der komplette Artikel: Nationalakademie Leopoldina fordert Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz]

    #350610

    Prorität hat für diese Bundesregierung die Aufrüstung, die haben nicht verstanden, blablabla mit AKK!

    #350611

    „Menschgemachte , globale Erwärmung…“ Wie finanziert sich eigentlich die Leopoldinina, oder.. ähhm, wie wird sie finanziert? blablabla?

    #350612

    Deine Inquisition müssen die „Wissenschafts-Ketzer“ jedenfalls nicht fürchten.

    #350613

    Vielleicht gibt’s, neben erwarteten dümmlichen Reaktionen aus der typischen Richtung, auch ordentliche Antworten?

    #350614

    Tja @Porbitzer,
    wenn Wissenschaftler reden, wird es zu kompliziert für dich, selbst wenn eine einfache und klare Sprache gewählt wird. Interessant was vom Wissenschaftsverständnis unsere rechten MINT-Fans übrig bleibt, wenn Kapitalinteressen bedroht sind.

    Was die Bundsregierung vom Klimawandel hält, zeigt sie doch selbst:
    100 Mill. € für alternative Energien, Ein Witz für eine der größten Volkswirtschaften der Welt. Dagegen 5,9 Mrd € für die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers Puma. Hier ohne Probleme 2,9 Mrd € mehr als geplant.

    #350615

    @porbitzer, dass du schlauer bist als Wissenschaftler der Leopoldina beeindruckt moch schon.

    #350616

    Das ihr beide keine Antwort auf die Frage habt und nur mühsam flache Sätze von euch gebt, habe ich nicht anders erwartet.

    #350617

    Wie erwartet. Die Finanzierung erfolgt aus öffentlichen Mitteln. Das erklärt auch den Beitrag. Die Hand, die einen füttert beißt man nicht.

    #350618

    Welche Antwort willst du denn hören außer deine eigene.
    Ist doch richtig, was die Leopoldina sagt.
    Auch wenn sie aus öffentlichen Mitteln finanziert ist, was mir ehrlich gesagt lieber ist, als ein Industriesponsor, hat die Leopoldina wohl schon das Renommee und per ihrer Definition und ihres Auftrages sogar die Pflicht der Regierung in den Arsch zu treten.

    #350628

    Das ihr beide keine Antwort auf die Frage habt

    Abgesehen von deiner dämlichen Frage der Finanzierung (die man durch googeln leicht beantworten kann und für das Thema irrelevant ist) habe ich nichts von Dir vernommen, das im dem Thema weiterführt.

    #350629

    Die total Verblödung (der Leser), oder wie soll man diesen Artikel auffassen?

    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1123164.verteidigungsausgaben-kramp-karrenbauer-draengt-zur-aufruestung.html

    Maine Fresse, gehts noch infantiler?

    In Zukunft nur noch elektro-Panzer oder/ und E-Raketen! Das zumindest fordere ICH.

    Nochmal. maine FRESSE!

    #350680

    https://7i.fi/7iHcj

    Es ist 5 nach 12.

    #350681

    Und du schreibst, wie häufig, Stuss

    • Diese Antwort wurde geändert vor 6 months, 1 week von Porbitzer.
    #350683

    Es ist der Leopoldina völlig egal, was dein Laienverstand zum Thema zu sagen hat.

    #350688

    Was die Bundsregierung vom Klimawandel hält, zeigt sie doch selbst:
    100 Mill. € für alternative Energien, Ein Witz für eine der größten Volkswirtschaften der Welt. Dagegen 5,9 Mrd € für die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers Puma. Hier ohne Probleme 2,9 Mrd € mehr als geplant.

    Wenn Unwissenheit und Pech beim Denken auf Dreistigkeit trifft. Das kleinste Übel, der Puma ist ein Schützenpanzer und kein Kampfpanzer.

    Das Projekt begann aber zwischen dem Vorläufer und dem eigentlichen Erneuerbare-Energien-Gesetz. Der Staat fördert somit per Gesetz alleine mit der EEG Umlage die erneuerbaren Energien mit aktuell knapp unter 20 Milliarden Euro pro Jahr(!). Dazu noch diverse milliardenschwere Förderungen für die erneuerbaren Energien. Wir sind also locker im dreistelligen Milliardenbereich bei der Förderungen der erneuerbaren Energien.

    Und sollten sich die ganzen Hysteriker, buhuhu „Es ist 5 nach 12.“, Recht behalten, dann ist das Geld in der Rüstung besser angelegt.

    #350699

    Die Finanzierung erfolgt aus öffentlichen Mitteln.

    Das ist die bestmögliche Finanzierung die es gibt, um eine möglichst unabhängige und objektive Forschung zu ermöglichen und sogar verfassungsmäßig zu garantieren!!!

    Ein Professor einer öffentlichen Einrichtung profitiert vom Artikel 5.3 des Grundgesetztes (Freiheit von Forschung und Kunst…), der seine fachliche Unabhängigkeit auch im Beruf als Professor garantiert. (Es gibt dazu diverse BVerfG-Urteile, als Grundlage sei das BVerfG-Urteil zur Wissenschaftsfreiheit von 1973 erwähnt)

    Alle anderen Finanzierungsmodelle machen den Forscher abhängig von seinen Geldgebern und dessen Partikularinteressen. Sie sind das Gegenteil von unabhängiger Forschung! Als Negativ-Beispiel sei die pseudo-Forschung des von der Kohle- und Ölindustrie gesponsorten Eike – Institut genannt (sponsored by RWE) und sein amerikanisches Pendant, das Heartland-Institut (sponsored by EXXONMobil, den Milliardären David und Charles Koch). Eigentlich verbietet schon das Finanzierungsmodell, Beiträge aus diesen Instituten überhaupt ernst zu nehmen.

    vgl. „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“
    https://www.dfg.de/foerderung/grundlagen_rahmenbedingungen/gwp/

    #350700
    #350720
    #350721

    Für Menschen, die eher visuell Sachverhalte erfassen: eine sehr eingängige Darstellung der Vorgänge…
    https://www.klimafakten.de/meldung/jetzt-auch-fuer-deutschland-der-klimawandel-als-unheimlich-schoener-strichcode

    #350879

    LOL.
    Der „Wissenschaftler“ hei-wu verweist auf Messungen von 1850 oder gar 1772!!! Wie seriös! LOLLL!
    Schon mal was davon gehört, dass die gemessenen Durchschnittstemperaturen von den Messgeräten, der Messdichte und Anordnung der Mess-Stationen abhängt??
    Wenn man diesen Parametern nachgeht, dann lösen sich die wissenschaftlichen Studien – die viel von einer Modehysterie haben – schnell in Luft auf.
    Die Massenverdummung heutiger Zeit ist fast unübertroffen und erinnert sehr stark an die Dogmen der katholischen Kirche. Nur heute kommen noch die ordinären gleichgeschalteten Medien hinzu, die alles zu Megaschlagzeilen verarbeiten. Das Sommerloch tut ein Übriges.

    Und nicht zu vergessen. Der eigentliche Zweck ist die Ablenkung von den wirklichen Problemen dieses Landes, durch eine korrupte geschlossene Politikersippe verursacht.

    Wenn es im Winter dann sehr kalt wird und Unmassen Schnee fallen, dann dürfen wir wieder lesen – auch das ist die Erderwärmung.

    #350884

    Und nicht zu vergessen. Der eigentliche Zweck ist die Ablenkung von den wirklichen Problemen dieses Landes, durch eine korrupte geschlossene Politikersippe verursacht.

    Man merkt, der Aluhut glüht bei den Temperaturen auch deutlich besser.

    Wenn es im Winter dann sehr kalt wird und Unmassen Schnee fallen, dann dürfen wir wieder lesen – auch das ist die Erderwärmung.

    Gar nicht mal so unwahrscheinlich, wenn Wetterextreme zunehmen. Und sollten wir aus dem Eiszeitalter irgendwann mal heraus kommen, werden wir dort auch wieder Enden. Das Problem wird der Mensch sein, die Evolution wird nicht so schnell voran schreiten, dass der Mensch von sich aus 40+ Grad auf Dauer aushält.

    #350956

    @nix Idee

    So unbedarft du in politischen Dingen bist, offenbarst du deinen Bleimantel ums Hirn.

    Ich nehme an du glaubst tatsächlich an die Notwendigkeit der CO2-Steuer und an Dieselverbote und dass dies irgendwas bringt fürs Klima – insbesondere wenn Deutschland allein vorangeht.

    Nenn doch mal den schlußendlichen Beweis, dass der CO2-Ausstoß der Industriealisierung zu Temperaturanstieg führt und vor allem in welchem Ausmaß (in Grad Celsius).
    Du wirst dazu nicht eine definierte Zahl finden. Alles nur Schätzungen an Hand von fehlerbehafteten Studien und Rechenmodellen. Bis heute gibt es keine konkrete Zahl. Aber viel Brimborium.

    Deutschlands Probleme sind definitiv nicht der Autoverkehr und die Kohlekraftwerke, sondern eine unfähige Regierung.
    Ein Tantchenclub macht in Deutschland die Spitzenpöstchen unter sich aus und überläßt den Südeuropäern die Europäische Geldpolitik, um nur einen Aspekt anzuschneiden.
    Leute ohne Qualifikation bekommen Ämter, die hochkompliziert und wichtig sind, mit denen sie aber noch nie etwas zu tun hatten, nur um an der Macht zu bleiben. Das ist unprofessionell und verantwortungslos. In der Wirtschaft würde man so etwas vor Gericht zerren. Aber das kommt für unsere Tantchen hoffentlich noch.

    Mal sehen wie die Berichterstattung unser demokratischen Medien zu den Affären der ‚von der Leyen‘ im Sande verläuft!!! Und welche Ausflüchte die deutsche Justiz für diesen Fall findet. Gut das Frau von der Leyen nie neben einem Identitären gestanden hat.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 6 months von Luckyman.
    #350960

    Alles nur Schätzungen an Hand von fehlerbehafteten Studien und Rechenmodellen.

    Du weißt ja so unheimlich genau Bescheid. Wo ist dein Lehrstuhl? Ich würde gerne mal in deine Seminare kommen, um zu lernen.

    Welche deiner Veröffentlichung sollte ich zu erst lesen? Sonst muss ich doch noch auf die Veröffentlichung der Profs aus der Leopoldina zurückgreifen. Bei einer jahrhundertealten Gelehrtengesellschaft sind deren Mitglieder bestimmt noch in den alten Denkmustern von wissenschaftlicher Methodik und Argumentation gefangen. Du kannst das bestimmt besser.

    #350967

    Da hast du deine Zahl:

    4,3295671

    Belastbar? womit soll ich sie belasten? Die rationalen Zahlen sind da sehr eigen mit ihrer Belastbarkeit.

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