Morgen: Lehrerstreik in Halle und ganz Sachsen-Anhalt

16. September 2013 | Bildung und Wissenschaft | 1 Kommentar

Seit zwei Wochen läuft der Unterricht, und schon stockt es: am Dienstag wird in den Schulen in Halle (Saale) kein normaler Unterricht stattfinden. Die Lehrer-Gewerkschaft GEW ruft die angestellten Pädagogen zu einem Warnstreik an den öffentlichen Schulen des Landes Sachsen-Anhalt auf. Verbeamtete Lehrer, der geringere Teil der Pädagogen im Land, dürfen nicht streiken. Diese werden die Beaufsichtigung der Kinder und Jugendlichen übernehmen müssen.

Grund für den Streik sind die stockenden Tarifverhandlungen. „Wir haben weder von der Landesregierung noch von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) eine Reaktion auf eine im August wiederholte zweite Aufforderung erhalten, nun rufen wir zum Warnstreik auf“, sagte GEW-Landeschef, Thomas Lippmann. „Es geht um gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, fügte er hinzu. Vor dem Finanzministerium in Magdeburg soll es deshalb eine Demonstration und ein Protestcamp geben.

Nachdem die Tarifverhandlungen von Potsdam im März diesen Jahres ohne eine Entgeltordnung für die Lehrkräfte beendet wurden, hat die GEW Sachsen-Anhalt noch vor dem Ende des letzten Schuljahres die Landesregierung von Sachsen-Anhalt als den zuständigen Arbeitgeber schriftlich aufgefordert, diese Verhandlungen hier im Lande aufzunehmen. Die ausführlich begründete Forderung nach baldigen Verhandlungen wurde jedoch von der Landesregierung mit Schreiben vom 9. Juli 2013 ausdrücklich abgelehnt. Die GEW Sachsen-Anhalt hat daraufhin nochmals zu Verhandlungen aufgefordert und eine konkrete Antwort bis zum 11. September 2013 verlangt. Auch diesen Termin ließen Landesregierung und Finanzministerium verstreichen.

Aufgerufen sind vor allem die sogenannten „Nichterfüller“. Dies sind Beschäftigte, die als Lehrkräfte an öffentlichen Schulen tätig sind und nicht die beamtenrechtlichen Voraussetzungen für die Übernahme in ein Beamtenverhältnis erfüllen. Trotz gleicher Ausbildung und Tätigkeit werden sie bisher meist um 2-3 Entgeltgruppen niedriger bezahlt.
Die GEW fordert auch für alle Lehrkräfte, die derzeit nur die Entgeltgruppe 11 erhalten, die Höhergruppierung mindestens in die Entgeltgruppe 12. Das betrifft vor allem die Lehrkräfte an Grundschulen und die sogenannten „Ein-Fach-Lehrer“ an den weiterführenden Schulen

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