Keine neue Grundschule für Halles Norden

3. September 2012 | Bildung und Wissenschaft | Keine Kommentare

Während die Planungen für die Wiedereröffnung der Glauchaschule in der südlichen Innenstadt von Halle (Saale) voranschreiten, wird es im Norden der Stadt aller Voraussicht nach keine neue Grundschule geben. Das geht aus der neuen Schulentwicklungsplanung der Stadt hervor. Demnach besteht laut Stadtverwaltung kein dringender Handlungsbedarf.

Auf Antrag der Grünen hin wurde durch die Verwaltung die Entwicklung der Schülerzahlen an den Grundschulen „Karl Friedrich Friesen“, „Gotthold Ephraim Lessing“ und Neumarkt untersucht. Bei Friesen und Lessing geht es demnach nach oben, im Jahr 2017/18 werden an der Lessingschule 126 Erstklässler eingeschult, das sind 30 mehr als heute. Bei der Friesenschule gibt es sogar einen Anstieg von aktuell unter 60 auf mehr als 100 ABC-Schützen im Jahr 2017/18. Die Neumarktschule bleibt dagegen – abgesehen von leichten Schwankungen – relativ stabil. Weil an den Schulen Friesen und Lessing der Brandschutz verbessert werden soll, unter anderem durch das Anbringen von Rettungsbalkonen an der DDR-Plattenbauschule im Paulusviertel, stehen mehr Räume zur Verfügung, argumentiert die Stadtverwaltung. „Mit dem dann vorhandenen Raumbestand kann die Beschulung aus heutiger Sicht weitestgehend gesichert werden.“

Weiter führt die Stadtverwaltung aus, „nach der vorliegenden Geburtenentwicklung und der Prognose der Geburten nach der 5. Regionalen Bevölkerungsprognose des Landes wird das Schüleraufkommen an den Grundschulen in der Stadt Halle ab Schuljahr 2018/19 rückläufig sein, sodass der Bedarf ab diesem Schuljahr ebenfalls rückläufig sein wird.“ Daneben hätten mehrere freie Träger die Gründung von Grundschulen angekündigt. Dadurch würde der Bedarf an kommunalen Einrichtungen weiter sinken.

Auch einen Vorschlag der Grünen, die Weidenplanschule für eine Grundschule zu nutzen, sieht die Verwaltung als nicht praktikabel an. So müsste ein Alternativstandort für die Berufsbildende Schule Halle V her, die das Haus zur Zeit nutzt. Die Gebäude müssten jeweils den Bedürfnissen der Grund- beziehungsweise Berufsschüler angepasst werden. Und das kostet natürlich Geld. Die Finanzierbarkeit sei nicht gesichert, meint die Verwaltung. Außerdem sei der Standort auf Grund der begrenzten Außenfläche nur bedingt für eine Grundschule geeignet.

Abseits der Schülerzahlen gibt es aber im Norden der Saalestadt vor allem ein Problem mit den Hortplätzen. Die Einrichtungen sind völlig überlaufen. Während an der Neumarktschule Räume im Gebäude hergerichtet werden konnten und der Wittekind-Hort ein neues Gebäude bezogen hat, sieht es an anderen Schulen nicht so gut aus. Insbesondere die Lessingschule ist das Sorgenkind. Weil es hier bislang keine Auslagerung in ein separates Gebäude gab befürchtet die Verwaltung, „dass in den nächsten Jahren nicht im erforderlichen Umfang Hortplätze an der GS zur Verfügung gestellt werden können.“ Ein ähnliches Problem besteht an der Friesengrundschule. An der Dürerschule, ebenfalls im Paulusviertel gelegen, würde sich eine Lösung dagegen einfacher gestalten. Hier stehen im Gebäude noch ausreichend Räume zur Verfügung. Sie müssten nur brandschutztechnisch hergerichtet werden.

Voraussichtlich im Oktober werden die Stadträte dann eine Entscheidung fällen, ob sie trotz der negativen Empfehlungen aus der Verwaltung an einer neuen Grundschule in der nördlichen Innenstadt festhalten.

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