„Keine Massenkinderhaltung“: Kita-Träger protestieren gegen Kürzungen

24. Juni 2015 | Bildung und Wissenschaft | 1 Kommentar

Ein großer Haufen an Büchern, Spielsachen und Werkzeug lag am Mittwochmittag auf dem halleschen Marktplatz, aufgetürmt auf einer Fläche von 1,6 mal 1,6 Metern. Mit dieser Installation haben die Vertreter von 15 christlichen Kitas der Stadt gegen Kürzungspläne der Stadtverwaltung protestiert. Dies soll zeigen, was nach Vorstellung der Stadtverwaltung alles auf dieser Fläche realisiert werden soll.

Bereits seit vergangenem Jahr laufen die sogenannten LQE-Verhandlungen zu Leistung, Qualität und Entgelt. Genau diese Verhandlungen führt die Stadt zu jeder einzelnen Einrichtung separat. Das erfordere einen hohen personellen Aufwand, kritisieren die Leiter der christlichen Kitas. Mit der derzeitigen Verhandlungsführung sehe man sich einem so großen finanziellen Druck ausgesetzt, dass sich kleinere Einrichtungen in ihrer Existenz bedroht fühlen.

Man habe den Eindruck, es handele sich nicht um Verhandlungen, sondern Feilschen auf einem Basar. Einer Kita sei vorgeschlagen worden, nicht mehr alle Flächen täglich zu reinigen. Weiterbildungskosten seien teilweise gekürzt und Hausmeisterstunden nicht nachvollziehbar zugemessen worden. Die städtischen Vertreter würden zudem auf Forderungen beharren, die fachlichen Ansprüchen nicht ausreichend gerecht werden. Stattdessen stehe eindeutig die Geldersparnis im Vordergrund. Die Stadt wolle nur eine pädagogische Nutzfläche von 2,5m² pro Kindergartenkind finanzieren.

Die Kita-Vertreter fordern transparente Eckpunkte der Finanzierung, eine Vor- und Nachbereitungszeit von mindestens 45 Minuten pro Erzieher, eine Finanzierung von bis zu 5 Quadratmetern pädagogischer Nutzfläche pro Kind, die kostendeckende Finanzierung kleiner Kitas sowie die Freistellung der Leitung nach dem Schlüssel eine Vollzeitstelle bei hundert Kindern, mindestens eine halbe Stelle pro Einrichtung.

Print Friendly, PDF & Email
Tags: