Halles 3D-Modell ist ausgewählter Ort

23. Oktober 2012 | Bildung und Wissenschaft | Keine Kommentare

Aus Halle (Saale) kommen viele innovative Ideen. Der beste Beweis dafür ist die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Am Dienstag wurde das Projekt “Innovative Visualisierungsverfahren in der 3D-Geologie” als “Ausgewählter Ort” ausgezeichnet. Preisträger ist das Fachgebiet Hydro- und Umweltgeologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), das damit bereits zum zweiten Mal im Rahmen der Initiative ausgezeichnet wurde. Übrigens als erste Einrichtung in dem Wettbewerb überhaupt.

Das innovative Verfahren der dreidimensionalen Darstellung in Glas war diesmal preiswürdig. Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Peter Wycisk sagte, vor fünf Jahren habe man den ersten Prototypen in China fertigen lassen. Vor einigen Herausforderungen habe man gestanden, denn derzeit gebe es keinen Laser, der tiefer als 12 Zentimeter vordringen kann. Wycisk äußerte die Hoffnung, dass der Blick in Halles „Unterwelt“ in 3D im neuen Unimuseum am Friedemann-Bach-Platz gezeigt wird.

Corinne Pregler von der preisverleihenden Initiative wies auf die Einzigartigkeit des Preises hin. Die Vergabe sei wie eine Entdeckungsreise durch Deutschland. „Wir schauen anders auf die Geologie als unsere italienischen Freunde“, machte Bernd Raubuch vom Sponsor Deutsche Bank mit Blick auf das Urteil gegen Erbebenforscher deutlich, weil diese die Erdbebengefahr verharmlost hätten. „Es ist die Ermutigung und Anerkennung, die 3D-Modellierung zu Ende zu bringen“, meinte Professor Wycisk, der den Preis insbesondere den mitarbeitenden Studenten widmete. Er sagte, Geologie habe den Nachteil, dass man sie nicht sehe. Doch heutzutage gebe es die Möglichkeit der Visualisierung. Allerdings stehe man hier erst am Anfang. Vieles sei vor fünf bis acht Jahren noch gar nicht möglich gewesen.

In dem Projekt haben die MLU-Geologen den Untergrund der Stadt Halle maßstabsgetreu und dreidimensional per Laserstrahl in einen Glaskörper eingravieren lassen. Mit acht Millionen Laserpunkten werden die unterirdischen Schichten des 135 Quadratkilometer großen Gebietes dargestellt. Der Vorteil dieser soliden Form der Datenhaltung ist ihre praktisch unbegrenzte Lebensdauer. Zudem können Geodaten auf diese Weise rechnerunabhängig dargestellt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Halle war damit in diesem Jahr fünf Einrichtungen dabei. Am 16. Mai wurde die Kinderstadt “Halle an Salle” ausgezeichnet. Am 5. Juli folgte “nanospots – Das Nano-Kurzfilm-Festival” von der science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation . Wissenschaftler animieren hier Bildfolgen aus dem Nanokosmos zu spannenden Kurzfilmen. Am 13. Juli präsentierte sich der Kunst- und Projektraum “Kiosk am Reileck” vom hr.fleischer e. V. Ein ehemaliger Kiosk wurde zum Ausstellungsraum für Kunst umgestaltet. Und am 29. Stepmber wurde „KORINA – Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts“ ausgewählter Ort.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben